Christian Schachinger

    15. Dezember 2011, 19:45
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    Album
    THE WEEKND
    House Of Balloons & Thursday
    (XO)
    Der kanadische R'n'B-Sänger Abel Tesfaye veröffentlichte seine beiden grandiosen Mixtapes/Alben heuer als Gratis-Downloads. Dunkle, bedrohliche wie warm-melodische Tracks mit Verweisen auf R. Kelly und Prince. Die Texte kreisen um den Club, schnelle Drogen, Sex und Cold Turkeys.

    Song
    LANA DEL REY
    Video Games
    (Universal)
    Eine generalstabsmäßig auf Social Media und Youtube inszenierte PR-Kampagne kann über eines nicht hinwegtäuschen: Die Hollywood-noir-Sängerin liefert mit diesem elegischen Song zwischen Angelo Badalamenti und Chris Isaak die nicht allzu lebensfrohe Hymne für eine Welt in der Krise.

    Newcomer
    PEAKING LIGHTS
    936
    (Domino)
    Das US-Duo führt die Tradition drogeninduzierter Jam-Sessions der Psychedelic-Ära weiter und verdichtet diese später auf dem Mischpult zu menschenfreundlich warmen Tracks zwischen Dub und Krautrock und ein wenig spintisierenden Lalelugesängen. Mögen die narrischen Schwammerln mit ihnen sein.

    Österreich
    WOLFRAM
    (Permanent Vacation)
    Elektro Guzzi und Kreisky lieferten solide Mucke. Attwenger wirkten etwas antiquiert. Mopedrock, The Happy Kids, Black Shampoo machten gute Sixties-Party. Sehr viele Bands wollen immer noch klingen wie Arcade Fire. Trotz aller 90er-Eurotrash- und Haddaway- Vorbehalte: Wolfram rockt die Hütte.

    Re-Issue
    CABARET VOLTAIRE
    Johnny Yesno Redux
    (Mute)
    Ohne das britische Trio wäre in der elektronischen Musik vieles nicht möglich gewesen. Eine überarbeitete Neuauflage dieses sperrigen Multimedia-Meisterwerks von 1982 bietet zu psychedelischen Filmalbträumen Peter Cares hypnotisch-ruppigen Proto-Techno aus dem Geist des Punk.

    Held/en/innen
    CORRUPTED
    Garten der Unbewusstheit
    (Nostalgia Blackrain)
    Das japanische Trio zwischen Doom und Black Metal sowie diversen (elektronischen) Noise-Spielarten verweigert sich gängigen Vermarktungenstechniken wie Fotos, Interviews, Tourneen. Auch das neue Album im Zeitlupen-Heavy- Format sprengt Genregrenzen. Toll! (DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)

    • Artikelbild
      foto: xo
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