Karl Fluch

    15. Dezember 2011, 19:45
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    Album
    CHARLES BRADLEY
    No Time For Dreaming
    (Daptone)
    Im Jahr 2011 gesellt sich ein 62-Jähriger mit seinem späten Debütalbum neben Deep-Soul-Giganten wie O. V. Wright oder James Carr. Charles Bradley ist ein aus der Zeit gefallener Schmerzensmann, dem dieses Wunder auf dem New Yorker Label Daptone gelingt. Praise the lord!

    Song
    THE RAPTURE
    How Deep Is Your Love
    (DFA)
    Eine desperat gequengelte Frage auf Basis von Deep-House-Disco-Rock als eindrucksvolles Statement der New Yorker Band nach längerer Pause, gleichzeitig ein Genre, das noch zu erkunden wäre.
    THE KILLS
    Satellite
    (Domino)
    Ein bohrender Brocken Bluesrock samt rumpelndem Junkie-Glam.

    Newcomer
    JAMIE WOON Mirrorwriting (Polydor) Man muss das gar nicht mit Gefasel über Dubstep argumentieren, dem Briten Jamie Woon gelingt mit Mirrorwriting einfach ein überzeugendes Werk elektronischer Popmusik mit Soul. Der Balanceakt zwischen Ästhetik und Emotion ergibt den besseren Justin Timberlake, den zwingenderen James Blake.

    Österreich
    MOPEDROCK!!
    Vasistas
    (Konkord) In einem Jahr mit vielen sehr guten heimischen Alben, überholt das Wiener Quartett Mopedrock am Ende doch alle. Zwischen frankophiler Atemlosigkeit und Punkrock-Wurschtigkeit entstand dieses Debüt, dessen Dringlichkeit ebenso überzeugt wie der Charme des Unperfekten. Très süpär.

    Re-Issue
    EBO TAYLOR
    Life Stories
    (Strut/ Hoanzl) Diese Kompilation präsentiert das Frühwerk des aus Ghana stammenden Gitarristen Ebo Taylor. Unter dem Einfluss US-amerikanischer Soul-Musik überführte er Afrobeat und Highlife in mitreißende Songs, blieb dabei fantasievoll und stringent: ohne Weltmusik-Mief, ohne nervige Eskapaden.

    Held/en/innen
    THE FEELIES
    Here Before (Bar None) Nach 20 Jahren Pause kochen die Feelies ihren euphorisch zappelnden Minimalisten-Rock erneut zur Ekstase hoch.
    DAVID LYNCH
    Crazy Clown Time
    (Pias)
    Lynch macht Musik wie Filme: mattschwarze Ausflüge zwischen Freak-Dancefloor und elektronischem Inzest-Blues. Kränklich, krank, Lynch.   (DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)

    • Artikelbild
      foto: daptone
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