Startschuss für ersten Bauträgerwettbewerb

  • So soll es dort einmal aussehen: Wohnbaustadtrat Ludwig mit einem Rendering der Seestadt Aspern.
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    So soll es dort einmal aussehen: Wohnbaustadtrat Ludwig mit einem Rendering der Seestadt Aspern.

  • Der Plan zeigt die Baufelder der ersten Etappe.
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    quelle: stadt wien

    Der Plan zeigt die Baufelder der ersten Etappe.

Einreichungen für 760 Wohnungen müssen spezielle Kriterien erfüllen - Auswahl der Projekte im Juni 2012

Die Stadt Wien hat am Donnerstag den Startschuss für die ersten Wohnbauprojekte in der künftigen Seestadt Aspern gegeben. Im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbs sollen 760 Wohnungen bis 2015 fertiggestellt werden, vorgesehen dafür sind Baufelder in der Nähe des historischen Aspern bzw. der U-Bahn-Station "Aspernstraße".

Zum Anforderungsprofil gehört unter anderem möglichst kostengünstiger Wohnraum. So wurden im Rahmen des ersten Wettbewerbs Eigenmittelbeträge von maximal 90 Euro pro Quadratmeter sowie Bruttomieten von höchstens 7,50 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Um Nahversorgung zu garantieren, soll außerdem auf die "Bespielung" der Sockelzonen Augenmerk gelegt werden. Ausreichende Grün- und Nachbarschaftsräume für die künftigen Bewohner sind ein weiteres Kriterium.

TQB und RUMBA

Die Einreicher müssen darüber hinaus auf ökologische Aspekte achten. Die Stadt fordert beispielsweise die Nutzung von Erdwärme, die Reservierung von 40 Prozent der Dachflächen für Photovoltaikanlagen und eine umweltschonende Baustellenlogistik. Außerdem müssen die Kriterien des "Total Quality Building" (TQB) der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) erfüllt werden: Alle fertiggestellten Gebäude sind nach dem TQB-Standard (ein Punktesystem für verschiedene Qualitäten) zu bewerten und müssen mindestens 750 von 1000 Punkten erreichen.

Für die gesamte Baustellenlogistik werden außerdem die "Richtlinien für umweltfreundliche Baustellenabwicklung", kurz RUMBA genannt, gelten. Dadurch sollen tausende LKW-Fahrten vermieden werden, indem mindestens 60 Prozent der Baumassen über die Bahn an- und abgeliefert werden.

Der erste Bauträgerwettbewerb umfasst auch die Errichtung eines Studentenheims mit 300 Plätzen. Für das "Stadthaus", das etwa Ordinationen, Veranstaltungsräume und eine Bibliothek beherbergen soll, gibt es bereits einen Fixstarter: Der schwedische Architekt Johannes Tovatt wird dafür verantwortlich zeichnen. Er entwickelte auch den 2007 im Wiener Gemeinderat beschlossenen städtebaulichen Masterplan.

Fertigstellung 2014/15

Die Auswahl der eingereichten Konzepte wird im Juni 2012 erfolgen, teilte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Donnerstag in einer Aussendung mit. Die Fertigstellung der Projekte ist für 2014/15 geplant.

Ende 2012 soll zudem mit der Errichtung von insgesamt 1.530 Wohnungen begonnen werden, die von privaten Konsortien mit einem günstigen Kredit der Stadt gebaut werden. Die späteren Mietkonditionen sind an den sozialen Wohnbau angelehnt. Bis 2028 soll mit 8.500 Wohnungen in der Seestadt Aspern Lebensraum für rund 20.000 Menschen geschaffen werden. Ebenso viele Wiener sollen dann auch am früheren Flugfeld arbeiten, wünscht sich die Stadt. (red/APA)

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