Tiroler Landtag segnet Millionen-Hilfe für Hypo ab

15. Dezember 2011, 14:38

Innsbruck - Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk hat der Tiroler Landtag am Donnerstag der landeseigenen Hypo beschert. Unter anderem stimmten die Abgeordneten der ÖVP, der SPÖ (bis auf einen Abgeordneten), der Grünen und der FPÖ für die 230 Mio. Euro umfassende Kapitalaufstockung. Zudem wurde einstimmig ein Antrag auf Ersuchen um eine Prüfung der Hypo sowie deren Tochtergesellschaft, die Hypo Tirol Bank Italien, durch den Bundesrechnungshof abgesegnet.

Zudem soll der Finanzkontrollausschuss künftig regelmäßig über die Vorgänge in der Hypo Tirol Bank informiert werden. Auch ein Untersuchungsausschuss wurde in Aussicht gestellt. Der habe aber nicht viel Sinn, wenn gleichzeitig die Staatsanwaltschaft ermittelt, hieß es. Mit den 230 Mio. Euro soll die Kernkapitalquote von derzeit 5,8 auf rund 9 Prozent angehoben werden. Finanziert werden soll die Kapitalspritze durch einen Vorgriff auf die Dividendenzahlungen des landeseigenen Energieversorgers Tiwag bis zum Jahr 2017.

Für Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ging es bei der Landeshilfe darum, die "Handlungsfähigkeit der Bank" zu erhalten. Dabei sei es wichtig gewesen, "rasch" zu handeln. Denn ein Zuwarten über mehrere Wochen hätte einen Vertrauensverlust für die Landesbank bedeutet. "Der Hypo wurde von der Finanzmarktaufsicht nahe gelegt, eine Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen", erklärte Platter. Daher sei es unabdingbar gewesen, die 230 Mio. Euro bereitzustellen. Einen Kredit aufzunehmen, sei keine geeignete Alternative gewesen, ebenso wenig Staatshilfe. Denn diese hätte rund acht Prozent Zinsen mit sich gebracht. Der Weg über die "Vorwegdividende" der Tiwag sei hingegen eine "kluge" Variante.

Innerhalb der SPÖ war man sich über die Landeshilfe nicht gänzlich einig. Während LAbg. Klaus Gasteiger bei der Abstimmung den Saal verließ, stimmten seine Klubkollegen dafür. Ihm habe niemand sagen können, welche Auswirkungen die Vorwegnahme der Dividende auf die Tiwag und auf das Landesbudget haben werde. Auch LAbg. Elisabeth Blanik (S) zeigte sich über die Informationspolitik der Regierung nicht restlos zufrieden. Ihre stehe auch als Abgeordnete einer Regierungspartei Kritik zu. Um größeren Schaden zu vermeiden, werde sie aber dem Antrag zustimmen, betonte Blanik in ihrer Rede.

Geliehen nicht geschenkt

Das Gebot der Stunde lautet Aufklärung, sagte LAbg. Gebi Mair (Grüne). Daher sei es essenziell gewesen, den Bundesrechnungshof einzuschalten. In puncto Finanzspritze will Mair das eingeschossene Kapital langfristig wieder aus der Landesbank herausholen: "Dieses Geld ist geliehen und nicht geschenkt." Zudem erwartet sich Mair Selbstanzeigen der für die Italien-Verluste verantwortlichen Entscheidungsträger bei der Staatsanwaltschaft. Auch über die Verantwortung der Prüfgesellschaft, die im Jahr 2009 45 Prozent des Italien-Kreditvolumens der Hypo unter die Lupe genommen und nichts gefunden habe, müsse gesprochen werden.

Die Liste Fritz - Bürgerforum stimmte dem Antrag nicht zu. Denn die unmittelbare Notwendigkeit für die Landeshilfe sei bisher nicht nachgewiesen worden, argumentierte LAbg. Bernhard Ernst. Zudem sei der Vorgriff auf die Dividende der Tiwag aus Sicht der Liste Fritz rechtlich nicht gedeckt. "Ich bin gespannt, welche Rechtsfolgen das haben wird", betonte Ernst.

FPÖ-Chef, LAbg. Gerald Hauser betonte, dass es zur Landehilfe "keine Alternative" gegeben habe. Denn die Bank brauche dringend Geld, andernfalls wäre es zu einer Kreditklemme gekommen. Außerdem hätte sich an der Situation nichts geändert, wenn man weiter zugewartet hätte, sagte Hauser. "Der Abschreibungsbedarf ändert sich bis zum Jänner nicht." Eine Staatshilfe im Gegensatz zur jetzigen Variante sei wesentlich teurer. "Dann müssten wir das Geld nach Wien überweisen", kritisierte Hauser.

LAbg. Fritz Gurgiser vom Bürgerklub Tirol ging der Entschluss für eine Landeshilfe zu schnell: "Wir brauchen ein Strategiepaket, das dauerhaft und nachhaltig und kein Schuss aus der Hüfte ist." Die Dividenden der Tiwag seien wichtig für das Landesbudget und würden für gesellschaftspolitische Anforderungen gebraucht. Es gebe keinen "unmittelbaren Druck" übereilt 230 Millionen zu verschieben. (APA)

Ruben Weil
00
21.12.2011, 01:34
Die Erwartungshaltung der Bürger zu dem Thema

ist ganz schnell zusammengefasst:

Gerichtliche Aufarbeitung und Verurteilung der Schuldigen!

Rezitator
01
15.12.2011, 21:42
und schnell auf Kosten der Steuerzahler in Tirol

ein weiteres Loch gestopft ...Schwamm drüber, die Verhaberung zwischen Politik und Bankvorständen kann weitergehen wie bisher. Es liegt natürlich "nur" an den neuen Eigenkapitalvorschrifen. Konsequenzen treffen die kleinen Mitarbeiter d. h. Personalabbau (lt. Aussage Jochum "natürlicher" Abgang!). Auchnach der letzten Umstrukturierung 2010
ist der AR schön nach politischer Zugehörigkeit aufgeteilt.
Spielwiese für OVP/SPö und sonstigen Mitläufern,
nicht gewählter LH als Spezialist in Finanzfragen

videoopa
00
16.12.2011, 14:55
Großartig Rezitator+++

http://vimeo.com/33760755

alterio
00
16.12.2011, 09:30
zwei Töchter

Eine Familie hat zwei Töchter:

Die eine Arbeitet, schuftet und spart sich dabei ein wenig ab, um in die Zukunft investieren zu können.

Die andere macht sich hübsch, will allen gefallen, und verprasst ihr Erbe auf lustigen Partys. Doch nun ist schluss damit, und sie will es nicht glauben...

... und von der anderen Schwester wird das mühsam Abgesparte eingefordert - sie hat sich ja sowieso an ein bescheidenes Leben gewöhnt. Dabei wollte sie doch mit dem Kapital für die Zukunft arbeiten...

Robert Alexander
01
15.12.2011, 18:26
Wenn die inkompeteneten " Möchtegernmanager" nicht soviel verbockt hätten,

könnte das kommende Belastungspaket um eben diese Summe geringer ausfallen. Anstatt in eine Sparneurose zu verfallen sollte man darauf schauen, dass dieser Unfug in den Banken endlich aufhört. Statt unbesicherte und letztlich uneinbringliche Kredite zu vergeben wäre es besser, das Geld in Staatsanleihen von AAA - Ländern (wie Österreich) zu investieren, das wäre somit der doppelte Effekt.

warum2
00
15.12.2011, 14:40
Zerreissprobe

Spätenstens im Herbst 2012 gibt es Neuwahlen in Tirol, Switak politisch versenkt, Stauder folgt Platter, va Staa tritt ab, Gschwendtner tankt ebenso ab, Reheis folgt. Die Wette gilt ! Die Sesselkleber der Opposition wie Willi etc bleiben alle.

MedicalDioctonary
01
15.12.2011, 14:31
Relativität

Da lesen wir, dem AKH in Wien fehlen 9 MIo €, die Patienten werden schlechter oder gar nicht behandelt. Studiengebühren sind notwendig wegen ca 100 Mio €, sonst bricht das Uni System zusammen. Die geplante Immosteuer ist nix wert, weil bringt nur 100 Mio. Die Hypo Tirol braucht nur "230 Mio " und alle BAnken in A haben bisher 28 0000 Mio vom Steuerzahler gebraucht.
Wann werden die relativ dummen Steuerzahler absolut wütend sein. JETZT wird es sein!

videoopa
00
16.12.2011, 14:54
so ist es, wie lange noch ?

http://vimeo.com/33760755

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