Gerichte legen Gesetze zu Majestätsbeleidigung immer enger aus
Bangkok - Ein thailändisches Gericht hat wegen Majestätsbeleidigung erneut ein harsches Urteil gesprochen: Die scharfzüngige Aktivistin Daranee Charncherngsilapakul (51) wurde am Donnerstag in Bangkok zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sie habe 2008 auf einer Kundgebung der Rothemden, die gegen die damalige Regierung protestierten, die Monarchie beleidigt, meinten die Richter. "Ich werde nicht in Berufung gehen, weil ich kein Vertrauen in die Justiz habe", sagte sie nach dem Urteil.
Die strengen Gesetze in Thailand erlauben keine Kritik am König, seiner Gattin und dem Thronfolger. Die Gerichte legen die Gesetze immer enger aus. Politiker aller Parteien zeigen sich gegenseitig an stürzen sich damit in lange gerichtliche Auseinandersetzungen. Die Zahl der Verurteilungen ist in den vergangenen fünf Jahren immens gestiegen.
Vor einer Woche war Joe Gordon (55), ein gebürtiger Thailänder mit US-Pass, zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er Teile eines verbotenen Buches über den König übersetzt hatte. Ende November trat Ampon Tangnoppakul (61) eine 20-jährige Haftstrafe an, weil er von seinem Mobiltelefon beleidigende SMS über die Königin abgeschickt haben soll. König Bhumibol hat das Gesetz selbst 2005 kritisiert. Auch der Monarch müsse kritisiert werden dürfen, sagte er. (APA)