Augen im Orbit

"Pleiades"-Erdbeobachter mit Technik aus Österreich gestartet

19. Dezember 2011, 15:15
  • Artikelbild
    foto: cnes

    Einer von zwei Satelliten des "Pleiades"-Systems. Mit den beiden "Augen" im Orbit plant die französische Weltraumorganisation CNES ein breites Anwendungsspektrum auf dem Gebiet der optischen Erdbeobachtung.

Der zweite Satellit folgt im Sommer - Observatorien sollen Auflösung im 50-Zentimeter-Bereich erreichen

Wien - In der Nacht zum Samstag hob der erste von zwei französischen Erdbeobachtungssatelliten an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. Rund dreieinhalb Stunden nach dem problemlosen Start um 3.03 Uhr (MEZ) wurden die insgesamt sechs Satelliten ausgesetzt, teilte die Betreibergesellschaft Arianespace mit. Neben "Pleiades" hatte die Rakete fünf kleinere Satelliten an Bord, darunter vier für das französische Militär sowie die chilenische Erderkundungsplattform SSOT.

Der zweite Satellit des "Pleiades"-Duos soll Mitte 2012 folgen. Wesentliche Teile der zentralen Computer an Bord der beiden Satelliten wurden vom Wiener Weltraumtechnikunternehmen RUAG Space entwickelt und gebaut. Das optische Erdbeobachtungssystem "Pleiades" ist die Nachfolge der französischen "Spot"-Satelliten. Insgesamt fünf davon waren fast 20 Jahre lang im Einsatz. An der neuen Generation "Pleiades" konnte sich Österreich im Rahmen eines bilateralen Abkommens beteiligen. Unter der Führung Frankreichs sind neben Österreich auch Schweden, Belgien und Spanien an dem Satellitenprogramm beteiligt.

Forschung. Militär und Kommerz

Mit dem neuen Konzept von "Pleiades", das auf zwei gleichzeitig im Orbit kreisenden Satelliten basiert und eine Auflösung im 50-Zentimeter-Bereich erreichen soll, plant die französischen Weltraumorganisation CNES ein breites Anwendungsspektrum auf dem Gebiet der optischen Erdbeobachtung sowohl für den militärischen Bereich, der Forschung sowie für den kommerziellen Einsatz.

RUAG Space hat die Schnittstellenelektronik für die zentralen Computer der beiden Satelliten entwickelt und gebaut. Ermöglicht wurde diese Beteiligung nach Angaben des Unternehmens durch das Nationale Weltraumprogramm. (APA, red)

Theo56
00
11.1.2012, 15:30
laut beide Satelliten laut Artikel auch im militärischen Bereich eingesetzt werden, stellt sich die Frage, ob die österreichische RUAG Niederlassung die erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen für die Lieferung dieser Kriegstechnologie hatte!

Alex M
02
16.12.2011, 20:45
RUAG Space ist ein Schweizer Unternehmen!

Korrektor
00
20.12.2011, 13:12

und zwar zu 100% in Schweitzer Staatsbesitz! Der Verkauf der ASA 2008 war also eine Verstaatlichung.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.