Der zweite Satellit folgt im Sommer - Observatorien sollen Auflösung im 50-Zentimeter-Bereich erreichen
Wien - In der Nacht zum Samstag hob der erste von zwei französischen Erdbeobachtungssatelliten
an Bord einer Sojus-Rakete vom
europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. Rund dreieinhalb Stunden nach dem problemlosen Start um 3.03 Uhr (MEZ) wurden die insgesamt sechs Satelliten ausgesetzt, teilte die Betreibergesellschaft Arianespace mit. Neben "Pleiades" hatte die Rakete fünf kleinere Satelliten an Bord, darunter vier für das französische Militär sowie die chilenische Erderkundungsplattform SSOT.
Der zweite Satellit des "Pleiades"-Duos soll Mitte 2012 folgen. Wesentliche Teile der zentralen
Computer an Bord der beiden Satelliten wurden vom Wiener
Weltraumtechnikunternehmen RUAG Space entwickelt und gebaut. Das optische Erdbeobachtungssystem "Pleiades" ist die Nachfolge der
französischen "Spot"-Satelliten. Insgesamt fünf davon waren fast 20 Jahre lang
im Einsatz. An der neuen Generation "Pleiades" konnte sich Österreich im Rahmen
eines bilateralen Abkommens beteiligen. Unter der Führung Frankreichs sind neben
Österreich auch Schweden, Belgien und Spanien an dem Satellitenprogramm
beteiligt.
Forschung. Militär und Kommerz
Mit dem neuen Konzept von "Pleiades", das auf zwei gleichzeitig im Orbit kreisenden Satelliten basiert und eine Auflösung im 50-Zentimeter-Bereich
erreichen soll, plant die französischen Weltraumorganisation CNES ein breites
Anwendungsspektrum auf dem Gebiet der optischen Erdbeobachtung sowohl für den
militärischen Bereich, der Forschung sowie für den kommerziellen Einsatz.
RUAG Space hat die Schnittstellenelektronik für die zentralen Computer der
beiden Satelliten entwickelt und gebaut. Ermöglicht wurde diese Beteiligung nach
Angaben des Unternehmens durch das Nationale Weltraumprogramm. (APA, red)