Erst vierte Sichtung der Art in Österreich - Schwalbenmöwen brüten in der hocharktischen Tundra
Wien - In Wien ist eine für heimische Verhältnisse äußerst seltene
Schwalbenmöwe (Xema sabini) entdeckt worden. "Nach unzähligen Besuchen in der Kläranlage
Simmering ist es mir endlich geglückt, eine echte Rarität aus den tausenden
Lachmöwen herauszupicken", schwärmte Christoph Roland von BirdLife Österreich.
Der Wasservogel wurde bisher erst viermal in Österreich beobachtet.
Schwalbenmöwen kommen aus Nordsibirien und Nordamerika und ähneln äußerlich den häufigen Lachmöwen. "Woher dieses
Individuum stammt, kann niemand mit Gewissheit sagen", berichtete BirdLife am
Donnerstag. Eine Verirrung aus Nordamerika sei aber nicht ausgeschlossen.
"Einzelne Schwalbenmöwen erreichen das Binnenland Europas nur im Ausnahmefall",
erklärte Roland. Die Schwalbenmöwen sind Brutvogel der küstennahen arktischen
Tundren von Sibirien über Alaska und Kanada bis Grönland und überwintern im
Südatlantik vor der Küste Namibias und der Kap-Provinz Südafrikas sowie vor der Westküste Südamerikas.
Möwenbeine anstarren
Roland nutzt seit Jahren die Möglichkeit, im Gelände der Kläranlage "den
Möwen auf die Beine zu schauen". "Ganz wenige der im Winter sehr häufigen
Lachmöwen - wohl an die 30.000 Tiere übernachten hier - tragen Metallringe, die
von Vogelkundlern in anderen Ländern angebracht wurden. Durch das Ablesen der
eindeutigen Zahlenkombination kann man einiges über die Wanderbewegungen
erfahren", betonte der Experte.
Am 6. Jänner 2012 gibt es im Rahmen einer landesweiten Vogelzählung die
Möglichkeit, eigene, besondere, aber auch alltägliche Vogelbeobachtungen zu
melden: Ein Folder mit Abbildungen der häufigsten Wintervögel und ein Meldebogen
können telefonisch bei BirdLife Österreich bestellt werden - 01/522-22-28, Infos
auch unter www.birdlife.at. (APA, red)