Weichenstellung für effizientere Konzernstruktur und einen weiteren Generationswechsel im Top-Management
In der heutigen Aufsichtsratssitzung der voestalpine wurden einstimmig die Weichen für eine effizientere Konzernstruktur und einen weiteren Generationswechsel im Top-Management gestellt. Die bisher getrennt geführten Divisionen Automotive und Profilform werden künftig zu einer Division zusammengeführt. Damit einher geht auch ein seit längerem vorbereiteter Wechsel im Vorstand. Herbert Eibensteiner übernimmt die Leitung der neuen Division und folgt auf Wolfgang Spreitzer (bisher Leitung Division Profilform) und Franz Hirschmanner (bisher Leitung Division Automotive).
Gemäß dem heutigen Beschluss des voestalpine-Aufsichtsrates werden die organisatorischen und personellen Veränderungen per 1. April 2012 wirksam. Die Detailorganisation der neuen Division soll in der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende März 2012 abgesegnet werden. Zukünftig werden die Kräfte des Konzerns somit nicht mehr in fünf sehr unterschiedlich großen, sondern in vier annähernd gleich großen Divisionen gebündelt. Durch die Zusammenfassung der beiden Divisionen werden eine Reihe von Synergieeffekten erzielt. So gab es schon bisher eine enge Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung, am Markt wird künftig die einheitliche Betreuung wichtiger Kundensegmente, insbesondere der Automobilindustrie und des Energiesektors möglich.
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder erwartet sich von der Zusammenlegung aber auch deutliche Impulse für das weitere Wachstum gerade dieser Zukunftsbereiche. "Die neu geschaffene Division wird noch wesentlich stärker als bisher auf den globalen Märkten aktiv sein. Dafür sind wir nun optimal gerüstet. Mit Herbert Eibensteiner haben wir darüber hinaus einen sowohl im Konzern als auch in Internationalisierungsbelangen erfahrenen Manager als Nachfolger der beiden hochverdienten Vorstandskollegen Spreitzer und Hirschmanner gewinnen können."
Schienenauftrag von Deutscher Bahn
Inmitten des noch laufenden Kartellverfahrens wegen illegaler Preisabsprachen
zwischen internationalen Schienenherstellern in Deutschland hat der Stahlkonzern
voestalpine die Klägerin Deutsche Bahn offenbar milde stimmen können. Die Bahn
hat nun einen 300 Mio. Euro schweren Großauftrag für 2012 an mehrere Anbieter
vergeben - darunter auch an den österreichischen "Kartellsünder". "Ich kann
Ihnen formell bestätigen, dass wir im Tenderverfahren erfolgreich waren und
einen Teilauftrag bekommen haben", sagte Kommunikationschef Gerhard Kürner.
Zum Volumen des Teilauftrags, Preis und Mengen dürfe die voestalpine keine
Angaben machen. Branchenkennern zufolge ist die voestalpine der Deutschen Bahn
aber beim Preis massiv entgegengekommen - von einem "aggressiven Angebot" ist
die Rede. Der Unternehmensbereich Bahnsysteme, zu dem 42 Weichenwerke gehören,
erzielt weltweit einen Jahresumsatz von über 2 Mrd. Euro.
Die Deutsche Bahn deckt ihren Schienenbedarf im kommenden Jahr laut deutscher
Tageszeitung "Handelsblatt" bei den Stahlproduzenten
voestalpine, Tata und Moravia - diese Hersteller teilten sich demnach den
300-Millionen-Euro-Auftrag. Mit Kartellvorwürfen konfrontiert sind die Voest und
Moravia. (red/APA)