Gerichtsunterlagen zum Fall der randalierenden RIM-Manager geben Auskunft über die Geschehnisse am Flug nach Peking
Vor zwei Wochen haben zwei betrunkene Research in Motion (RIM)-Manager auf einem Flug von Toronto nach Peking randaliert. Das Flugzeug musste in Vancouver landen, die beiden Männer wurden gekündigt und mussten jeweils rund 26.358 Euro Strafe zahlen. Dem Sender CBS News Canada liegen Dokumente vor, die Auskunft darüber geben, was sich tatsächlich auf dem Flug abgespielt hat.
Bereits betrunken eingestiegen
Die beiden Manager dürften schon schwer betrunken an Bord gegangen sein, wie ein Passagier berichtet. Sie tranken, schliefen ein, wachten wieder auf, tranken weiter und schrien sich gegenseitig an. Einer der Manager, George Campbell wird als "laut und beleidigend" beschrieben. Laut Staatsanwalt hat er anderen Passagieren gedroht sie anzugreifen, wenn sie aus dem Flugzeug steigen.
Im Gang gelegen
Ein Flugbegleiter sagte, dass Campbell auf dem Bauch im Gang gelegen ist und mit den Füßen auf den Boden getreten hat. Außerdem hat einer der Männer "einen Flugbegleiter beleidigt und einem anderen Schläge angedroht", erklärte der Staatsanwalt dem Gericht.
Durchgebissen
Schließlich haben einige Crew-Mitglieder den zwei widerspenstigen Passagiere Fesseln aus Plastik angelegt und mit Klebeband gefesselt. Aber die beiden konnten sich aus ihre Fesseln befreien, indem sie diese durchbissen. Der Kapitän entschied, dass kein sicherer Flug nach Peking mehr möglich ist und wollte nach Anchorage umkehren. Als die Situation jedoch weiter eskalierte, flog er den näheren Flughafen in Vancouver an.
"Lockdown-Situation"
In den letzten 80 Minuten des Flugs wurden die beiden Männer "von sämtlichen Flugbegleitern und einigen Passagieren" festgehalten und die Crew leitete eine "Lockdown-Situation" ein, so dass niemand mehr seinen Sitz verlassen durfte. Der Staatsanwalt nannte das Verhalten der Manager "weit übertrieben".
200.000 Dollar Schaden
Air Canda bezifferte den durch den Zwischenfall entstandenen Schaden mit fast 200.000 kanadische Dollar (148.570 Euro). RIM veröffentlichte ein Statement, dass das Verhalten nicht mit den Firmenstandards "des Geschäftsverhaltens" vereinbar ist. (soc)