US-Sparer entziehen Europas Banken Milliarden

15. Dezember 2011, 10:41
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New York/London - Verunsicherte US-Kunden ziehen wegen Finanzmarktturbulenzen und der Euro-Schuldenkrise einem Pressebericht zufolge massenhaft Geld vor allem bei europäischen Banken ab. In den vergangenen sechs Monaten seien die Einlagen bei US-Töchtern nicht-amerikanischer Institute um ein Viertel auf 879 Mrd. Dollar (677 Mrd. Euro) gesunken, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Daten der US-Notenbank Fed.

Auch viele Unternehmen, die bisher mit nicht-amerikanischen Instituten zusammengearbeitet hätten, schauten sich angesichts der schlechten Nachrichten aus Europa nach "etwas Sicherem" um, zitierte das Blatt einen Analysten der US-Großbank Wells Fargo. Dieses Institut gehört dem Bericht zufolge zusammen mit JPMorgan zu den größten Profiteuren dieser Bewegung.

Der Einbruch der Einlagen resultiert aber nicht nur aus dem gestiegenen Misstrauen gegenüber europäischen Banken. So verkleinern etwa viele Institute wie die britische HSBC und die niederländische ING ihr US-Geschäft. Zudem gilt das von den internationalen Geldhäusern dominierte Geschäft mit langfristigen Sparprodukten in den USA angesichts der niedrigen Zinsen derzeit als wenig attraktiv.

Bei der Deutsche-Bank-Tochter Americas Trust gingen die Einlagen im dritten Quartal um 2,1 Mrd. Dollar oder 6,8 Prozent zurück, wie die "Financial Times" unter Berufung auf vom Institut an den US-Einlagensicherungsfonds FDIC gemeldete Daten schrieb. Bei der US-Tochter der britischen Großbank Barclays sanken die Kundengelder um knapp 400 Mio. oder 5,6 Prozent.

Weil bei vielen Banken Dollar knapp wurden, starteten die großen Notenbank der Welt bereits Ende November eine gemeinsame Hilfsaktion, um die Liquidität zu sichern. Neben den Einlagen von Kunden stützt sich die Versorgung sonst auch stark auf Geldmarktfonds, die aber zuletzt ebenfalls viel Geld bei den europäischen Banken abgezogen hatten. (APA)

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    Die Angst vor einer Kreditklemme geht um.

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