Russlands Premier

Putin verteidigte umstrittene Parlamentswahl

15. Dezember 2011, 10:04

Ergebnis spiegelt für Premier öffentliche Meinung wider

Moskau - Regierungschef Wladimir Putin hat die Parlamentswahl in Russland gegen Fälschungsvorwürfe verteidigt. Das Ergebnis spiegle die politische Meinung des Landes wider, sagte Putin am Donnerstag in einer live im Staatsfernsehen übertragenen Fragestunde. Die Stimmenverluste seiner Regierungspartei Geeintes Russland seien das Resultat einer "schwierigen Periode".

Seit der Abstimmung am 4. Dezember haben zehntausende Russen gegen Fälschungen protestiert. Die Kundgebungen seien eine "ganz normale Sache", sagte Putin. Demonstrationen müssten aber im Rahmen des Gesetzes ablaufen. Er kündigte an, dass es bei den Präsidentenwahlen im März eine Videoüberwachung der Wahllokale geben soll.

Die Opposition müsse die Möglichkeit erhalten, die Vorgänge in den Wahlbüros zu kontrollieren, erklärte Putin. Dafür könnten Internet-Kameras in allen 90.000 Wahlbüros installiert werden. Putin, der bereits von 2000 bis 2008 Präsident war, will sich dann wieder in den Kreml wählen lassen.

Putin kritisierte die Proteste der Opposition als Versuch, das Vertrauen der Bevölkerung in die anstehende Präsidentenwahl zu untergraben. Die Regierungsgegner wollten die Autorität im Land in Misskredit bringen, sagte Putin. Ziel der Opposition sei es, Zweifel an der Fairness der Parlamentswahlen und der Präsidentenwahl am 4. März 2012 zu wecken.

Putin warf einem Teil der Opposition vor, das Land destabilisieren zu wollen. "Das ist falsch und inakzeptabel", sagte der Regierungschef. Die Bevölkerung dürfe dies nicht zulassen. Ein Teil der Demonstranten mache allerdings einen intelligenten und erfrischenden Eindruck. "Wenn dies das Ergebnis der Putinschen Regierung ist, so freut mich das."

Während Putin im TV auftrat hielt einer der Gegenkandidaten, der russische Milliardär Michail Prochorow, eine Medienkonferenz. Dabei kündigte er an, im Falle eines Sieges bei der Präsidentenwahl als erste Amtshandlung den inhaftierten Geschäftsmann Michail Chodorkowski zu begnadigen.

Zudem werde er die Wahlregeln liberalisieren und die Amtszeit des Präsidenten wieder verkürzen, kündigte Putins Herausforderer in Moskau an. Ab 2012 soll die Amtszeit des Präsidenten nach jetzigem Gesetz sechs statt bisher vier Jahre betragen.

Der frühere Milliardär Chodorkowski sitzt seit 2003 wegen Steuerbetrugs im Gefängnis. Es wird vermutet, dass gegen ihn vorgegangen wurde, weil er politische Ambitionen gegen Putin verfolgte. Allerdings wird auch seinem vorgeblichen Unterstützter Prochorow vorgeworfen, eine Marionette des Kremls zu sein. (APA/Reuters)

salman
 
00
16.12.2011, 17:35

Putin und einiges Russland mögen ja ein Filz sein und Wahlen strukturell und direkt manipulieren, aber wie sieht es mit den Alternativen aus?`

Die Kommunisten oder gar Prochorows/Choderowskis neoliberaler Ausverkauf?

Dann doch lieber Putin, der zumindest gegen die Oligarchen vorgeht und das Zepter so einigermaßen fest in der Hand hat.

kg1881
00
15.12.2011, 22:38

na no na ... klar behauptet Putin dass das Wahlergebnis stimmt - nur irgendwann durchschaut sogar der letzte Bauer an der Wolga die inszenierte Lüge....

Mathias Steinlaus
 
00
15.12.2011, 16:28
Regierungschef Wladimir Putin hat die Parlamentswahl in Russland gegen Fälschungsvorwürfe verteidigt.

Der Superheld Putin hat ja in kürzester Zeit persönlich jeden Stimmzettel genau überprüft ... und das Ergebnis stimmt mit der Gesamtstimmenzahl von 140% ...

Pjotr Ratschkovskij
00
15.12.2011, 11:34
Ich denke nicht, daß Prokhorov eine reale Chance hat, Präsident zu werden

Sollte es bei der Präsidentenwahl im ersten Wahlgang keinem der Kandidaten gelingen, 50% zu bekommen, so kommt es zu einer Stichwahl zwischen zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen. Und in einer Stichwahl hat Prokhorov gg Putin keine Chance.
Die Russen wollen keinen Oligarchen an der Staatsspitze. Das weckt Erinnerungen an Boris Beresovsky, der unter Jelzin die graue Eminenz im Kreml war.
Darüberhinaus wage ich zu bezweifeln, daß überhaupt mehr als 50% der Wahlberechtigten den Prokhorov kennen.

Raptor Jesus
00
15.12.2011, 16:02
Zyuganov hat bessere Chancen in die Stichwahl zu kommen

Wenn überhaupt.

mc_abr
00
15.12.2011, 13:18

im sommer war prochorow auf jedem fernsehkanal, manchmal sogar zu gleicher zeit. im internet - auch. dem grossteil der wähler ist er also bekannt. die andere frage ist was sie an ihn denken. seine partein (wenn sie noch war) hatte rating 1-3%.

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