Konflikt um EU-Fischereivertrag

15. Dezember 2011, 17:24

Vertrag mit Rabat wird wegen Westsaharakonflikts nicht verlängert

Rabat/Brüssel - Das EU-Parlament hat am Mittwoch ein Veto gegen das Fischereiabkommen mit Marokko eingelegt. Der Vertrag, der im Februar 2012 ausläuft, wird nicht verlängert - gegen den Willen der EU-Kommission. Wichtige Fanggründe liegen vor diesem Küstenabschnitt. Brüssel zahlte jährlich für 119 Fanglizenzen 36,1 Millionen Euro an Marokko.

Es ist ein harter Schlag für Rabat und ein Sieg für die Frente Polisario, die für die Unabhängigkeit der durch Marokko besetzten ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara kämpft.

Die Ausbeutung der Fischbestände vor der Westsahara sei exzessiv und damit schädlich für die Fischpopulationen. Zudem kämen sie der dortigen Bevölkerung kaum zugute, lauteten die Hauptargumente; das Fischereiabkommen sei somit völkerrechtswidrig.

Ein Gutachten der EU-Grünen war zum gleichen Urteil gekommen - da dieses aber nicht bindend ist, überging es die EU-Kommission einfach. Sie wollte das aktuelle Abkommen um ein Jahr verlängern und dann einen neuen Fünfjahresvertrag aushandeln. Das Parlament wies die Kommission jetzt in die Schranken.

Streitpunkt Westsahara

Die Westsahara ist seit 1975 von Marokko besetzt, doch nach internationalem Recht ist immer noch Spanien zuständig. "Das ist eine klare Botschaft an Marokko, die Politik der Besatzung, Annektierung und Repression zu beenden" , lobte Polisario-Vertreter Mohamed Sidati das Veto des EU-Parlaments. Auch EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki, die das Abkommen verteidigt, musste eingestehen, dass "Marokko Reformen einleiten muss" . Brüssel befürchtet, dass nun kein neues, längerfristiges Fischereiabkommen zustande kommen wird.

Die Regierung in Rabat reagierte empört. Der Beschluss werde "schwerwiegende Folgen" haben, warnte das Außenministerium und drohte mit einer "Neubewertung der Partnerschaft insgesamt". In einem ersten Schritt reagierte Marokko mit einer Blockade seiner gesamten Hoheitsgewässer für europäische Fischer. (Reiner Wandler/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2011)

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18 Postings
nina yankow
01
15.12.2011, 16:56

Die EU leistete die zahlungen? im ernst? wieso müssen fischereikonzerne von der EU gefördert werden?

Com Pirx
01
15.12.2011, 11:14

Na, so hat der Thunfisch vielleicht doch noch eine Chance zum Überleben.

susi strolcher
01
15.12.2011, 12:16
dort gibt es haupsächlich sardinen.

joe ka
03
15.12.2011, 12:04

Nein, die Chinesen, Japaner u. Nordkoreaner warten schon drauf, vor unserer Haustüre die Meere leer zu fischen od. die afrikanischen Staaten entweder per Landkauf od. per Rohstoffabbau auszubeuten.

barney
00
15.12.2011, 13:40
das Böse unter der Sonne

Ja, und diese argen Chinesen, Japaner und Nordkoreaner haben auch den Irak überfallen, um an dessen Öl zu kommen, später sogar Libyen, aus dem gleichen Grund! jetzt haben sie's auf den Iran abgesehen... Schrecken vor nix zurück, diese Chinesen, Japaner und Nordkoreaner, vor rein gar nix!!!

Raptor Jesus
00
15.12.2011, 13:19
Vor Somalia trauen sie sich sowieso nicht.

Obwohl die Fischbestände sich dort dramatisch erholt haben und die Verschmutzung dort ebenso dramatisch abnahm.
Man lechts danach dieses Gewässer zu entjungfern (mal wieder). Ein weiterer Grund die Piraten zu wählen.

Korsar
03
15.12.2011, 10:15
Marokko

hat sich um keine UNO Resolution gekümmert,es ist nur am Phosphat interessiert.Gut, dass die EU richtig agiert, es sollten aber auch die enormen Unterstützungen für die spanischen Fischer (aus dem Landwirtschaftsbudget) zurückfahren.Leider werden jetzt die Chinesen und Koreaner dort das Meer leerfischen.

Zinnmo
 
00
15.12.2011, 14:29

Das Phosphat ist eh schon fast aus.

Roter Baron
02
15.12.2011, 10:55

wenns leer gefischt ist
ist wenigstens a ruh´.

roter baron

Victor Riviéra
72
15.12.2011, 09:37
VERKNOTET

Die EU möchte also die 36,1 MIO Euro einsparen und trotzdem lustig weiter die Fischbestände in nicht EU Hoheitsgewässern dramatisch dezimieren.

In der Westsahara gibt es - wenn überhaupt - nur versteinerte oder Höhlengemalte Fische, die haben ja wohl wirklich nichts mit den Fischereirechten zu tun- Polisario hin oder her...

Shame on you - EU

Victor Lustig
00
15.12.2011, 08:58

Wie selbstlos sich Marokko doch für die Interessen der Bevölkerung der Westsahara einsetzt...

Mann40
00
15.12.2011, 08:49

die EU kommt da aber sehr früh auf das Thema...der Konflikt liegt ja erst 20 Jahre zurück.

Lampedusa
00
15.12.2011, 08:07
Nix verstehn...

Aber immerhin die Fische können sich freuen!

El Vez
14
15.12.2011, 07:44

bravo eu-parlament :-) und shame on you marokko!

[citation needed]
413
15.12.2011, 07:14
hä?!

Worum gehts da bitte? Ist das ein Artikel oder ein Aufreißer zum selber recherchieren?

Wie wär's mit einem Mindestmaß an Zusammenhängen?

Publius C. Pulcher
00
16.12.2011, 10:37

Westsahara war bis in die 70er Jahre spanische Kolonie, wurde nach dem Rückzug der Spanier von Mauretanien im Süden und Marokko im Norden aufgeteilt.

Die Polisario leistete bewaffneten Widerstand, es kam zu einem Friedensvertrag mit Mauretanien und deren Rückzug. Daraufhin hat Marokko auch den "mauretanischen" Teil besetzt.

Seit 1991 gilt ein Waffenstillstand, um der UNO zu ermöglichen ein "Referendum" zu organisieren. Seit 1991 versagt die UNO. (MINURSO)

Westsahara hat eine fischreiche Atlantikküste. Bisher hat die EU Verträge mit Marokko über die Gewässer Westsaharas gemacht, und damit die Besetzung in Kauf genommen. ...

Die afrikanische Union verurteilt meines Wissens die Besetzung durch Marokko.

[citation needed]
00
19.12.2011, 10:21
danke!

liebe red.,
am besten in zukunft nur noch die schlagzeilen veröffentlichen und hoffen, dass die user was gscheites posten!

curieux
04
15.12.2011, 09:21
Was wollen Sie denn?

Ist doch von der APA abgeschrieben.
Eines ist positiv: Man braucht bald keine Zeitung mehr kaufen, APA Newsletter genügt. Schreiben ja alle immer mehr nur ab. Immer weniger echte eigene Berichte.
Von wegen Qualitätszeitung....

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