VW schickt Käfer in den Ruhestand

6. Juni 2003, 09:35
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Bereits Ende Juli soll das letzte Exemplar des legendären "Volkswagens" in Mexiko vom Band laufen - In China wird Nutzfahrzeugproduktion ausgeweitet

Hamburg/Stuttgart/Wolfsburg - VW will nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" die Produktion des Käfer endgültig einstellen. Voraussichtlich Ende Juli solle nach fast 70-jähriger Geschichte und mehr als 21,5 Millionen Stück der letzte Käfer in mexikanischen Puebla vom Band laufen, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagausgabe. Zurzeit werden nur noch 53 Käfer täglich in Puebla montiert. Ein VW-Sprecher sagte dazu, die Käfer-Produktion gehe dem Ende entgegen. Der genaue Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest.

Laut "Stuttgarter Zeitung" finde sich die Zahl von 53 noch bis Ende Juli im Produktionsplan. Danach stehe in der Rubrik "Typ 1" - so die interne Bezeichnung für den Käfer - eine Null. Zulieferer seien angewiesen worden, nur noch für die von VW zehn Jahre garantierte Ersatzteilbevorratung zu liefern.

Kein großer Abschied geplant

Nach bisherigen Planungen will Volkswagen dem Bericht zufolge dem Käfer keinen großen Abschied geben. Nur im Werk in Mexiko solle es eine kleine Feier geben, wenn das letzte Modell aus der Halle 28 rollt. Selbst Pläne für ein kleines Käfer-Museum auf dem Werksgelände von Puebla seien aus Kostengründen so gut wie verworfen. VW-intern werde dies damit begründet, dass der Käfer in Europa schon im Jahr 1978 verabschiedet worden sei, als der letzte Käfer des Kontinents in Emden vom Band lief.

Produktion von Nutzfahrzeugen in China

Auf der anderen Seite der Welt wird hingegen die Produktion ausgebaut. Volkswagen steigt in China in die Produktion von Nutzfahrzeugen ein. "Wir werden in China den T4 bauen", sagte VW-Chefrepräsentant Zhang Suixin der "Financial Times Deutschland" (Freitag). Der Transportwagen werde gemeinsam mit dem lokalen Partner FAW gefertigt. VW hatte bereits angekündigt, in China rund 3 Milliarden Euro zu investieren. Der dortige Markt ist für den Autokonzern als Auslandsmarkt inzwischen wichtiger als Amerika. Über den Produktionsstandort für den T4 werde noch verhandelt, hieß es.

(APA/dpa)

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    Nach 21,5 Millionen Wagen soll nun endgültig Schluss sein: Bei Volkswagen will man dem Erfolgsprodukt aber keine großen Tränen nachweinen

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