Dreimal die Entfernung Erde-Mond: Papst reist trotz Krankheit

5. Juni 2003, 20:48
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Obwohl der an Parkinson leidende Mann kaum noch gehen kann, hat er weitere Reisepläne

Rom/Rijeka - Das Kirchenoberhaupt wird auch diesmal die Massen bewegen. Zu den Gottesdiensten in den Küstenstädten Dubrovnik, Rijeka und Zadar sowie in Osijek in Ostkroatien werden Hunderttausende Menschen erwartet. Etwa 80 Prozent der etwa 4,4 Millionen Kroaten sind Katholiken. Angesichts der angeschlagenen Gesundheit des 83-Jährigen ist das Programm allerdings sehr eingeschränkt. Johannes Paul II. wird aber mit der politischen Führung zusammentreffen.

Bereits im Sommer in die Mongolei

Bereits im Sommer soll es in die Mongolei gehen. Des Papstes großer Wunsch ist, zur Versöhnung mit der orthodoxen Kirche nach Russland zu reisen; bisher hat er vergeblich auf eine Einladung des Patriarchen gewartet.

ZU den jungen Kirchen

Immer wieder zog es ihn in der Vergangenheit zu den "jungen Kirchen" in Afrika, Asien und Lateinamerika. Österreich besuchte er bereits dreimal: 1983, 1988 und 1998. Erst kürzlich luden ihn Kardinal Christoph Schönborn und Bundespräsident Thomas Klestil namens der Republik Österreich zur "Wallfahrt der Völker" am 22. und 23. Mai 2004 nach Mariazell ein. Dem Vernehmen nach wird er diese Einladung annehmen.

Dreimal die Entfernung Erde-Mond

Der Papst hat auf seinen Reisen bereits 1,157.721 Kilometer zurückgelegt, das ist mehr als dreimal die Entfernung Erde-Mond. Von den 194 Staaten der Erde hat er 129 besucht. Hinzu kommen noch 142 Reisen in Italien und 301 Pfarrbesuche in seiner Diözese Rom. Er hielt dabei 2393 Ansprachen. Zu seinem größten Gottesdienst in Manila 1995 kamen fast vier Millionen Menschen, bei Polenreisen brachte er binnen einer Woche bis zu zehn Millionen auf die Beine. Polen besuchte er achtmal, die USA siebenmal, Frankreich sechsmal, Mexiko und Spanien je fünfmal. Viermal war er in Brasilien sowie in Portugal. Damit sind auch die wichtigsten katholischen Kraftzentren der Welt aus der Sicht des Papstes benannt. Österreich und Deutschland liegen mit bisher drei Reisen im "Mittelfeld".

Unerreichbar

Um das Heilige Jahr 2000 herum konzentrierte sich der Papst auf das Ursprungsgebiet des Christentums und bereiste Ägypten, Syrien, Jordanien und Israel, das Heilige Land. Unerreichbar sind für ihn Russland, China und einige islamische Staaten. (dpa, rk, DER STANDARD Printausgabe 6.6.2003)

Papst Johannes Paul II. befindet sich in seinem 25. Amtsjahr, am Donnerstag brach er zu seiner 100. Auslandsreise auf - er besucht bis zum nächsten Montag zum dritten Mal Kroatien. Obwohl der an Parkinson leidende Mann kaum noch gehen kann, hat er weitere Reisepläne.
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