Auch Frauen mit Kindern verlieren - Hacklerregel schützt nicht vor Kürzung

5. Juni 2003, 19:40
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Frauen mit niedrigen Einkommen haben laut Berechnungen der Arbeiterkammer auf Basis des jüngsten Pensionsentwurfs mit deutlichen Verlusten zu rechnen - auch dann, wenn sie ein Kind haben, für das sie drei Jahre aus dem Durchrechnungszeitraum abziehen dürfen.

Beispiel 1:

Frau Maria K. (56), Arbeiterin, ein Kind, erwirbt bis zum Regelpensionsalter von 60 Jahren 37,5 Versicherungsjahre. Sie wird 2007 in Pension gehen. Nach geltendem Recht würde sie 518 Euro Pension bekommen (sie bekommt keine Ausgleichszulage, weil ihr Mann sehr wenig, aber mehr als 531 Euro verdient, das gemeinsame Einkommen liegt über 1000 Euro).

Künftig bekommt sie 469 Euro. Das entspricht einem jährlichen Verlust von 676 Euro (minus 9,3 Prozent). Dazu kommen rund zwei Prozent, weil die erste Pensionsanpassung entfällt. Gesamtverlust: 11,3 Prozent.

Hacklerregel schützt nicht vor Kürzung

Hart betroffen sind jene Arbeitnehmer, die kurz vor der Pension stehen. Auch so genannte "Hackler", die im kommenden Jahr in Pension gehen, verlieren laut Berechnungen der Arbeiterkammer rund zwölf Prozent Bruttomonatspension: Die "Hacklerregelung" schützt nicht vor Einschnitten in die Pension.

Beispiel 2:

Herr Franz D., geboren im November 1944, geht aufgrund der "Hacklerregelung" mit 1. Dezember 2004 mit 60 Jahren in Pension, er hat dann durchgehend gearbeitet und 45 Beitragsjahre erworben. Statt 2080 Euro Bruttopension nach geltendem Recht wird er nach dem jüngsten Abänderungsantrag der Regierung nur noch 1872 Euro bekommen.

Herr D. verliert 208 Euro pro Monat, das ist ein jährlicher Verlust von 2912 Euro oder ein Minus von zehn Prozent. Dazu kommen weitere rund zwei Prozent Anpassungsverlust. Gesamtverlust: zwölf Prozent. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2003)

(nim)

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