Autriche: Dix points!

7. August 2003, 13:29
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Österreich gegen Bordeaux in der Blindverkostung

Eine Standortbestimmung des österreichischen Rotweins wäre die Idee gewesen, meint der neue Obmann des Wiener Sommeliervereins, Stefan Gergely, und ein vorurteilsfreies Herangehen an die Frage, ob regionale Identitäten beim heimischen Rotwein durch das Schielen zu großen Vorbildern wie Bordeaux und Übersee tatsächlich verschwimmen. Weshalb man 24 österreichische Top-Rotweine der Jahrgänge 1999 und 2000 14 Weinen aus Bordeaux gleichen Alters gegenüberstellte, wobei man sich für ein Preisspektrum von 20 bis 60 Euro entschied, was die Spitze der Bordeaux-Weine von vornherein ausschloss.

Sehr deutlich trat die Herkunft aber offenbar tatsächlich nicht zu Tage, denn die Jury - bestehend aus Sommeliers, Winzern und Journalisten - kam durchschnittlich auf keine höhere Trefferquote als 66 Prozent (was doch etwas verwundert, der Autor - bei weitem kein Bordeaux-Spezialist - schaffte immerhin 87,5 Prozent). Am deutlichsten zugeordnet wurden der Clerc Milon 2000 (96 Prozent) und Markowitschs M1 (93 Prozent), nur schlecht erraten wurden hingegen Nittnaus' Comondor, Krutzlers Perwolff, Aumanns Harter Berg und Bayers In Signo Leonis. Nach Punkten gewann der Beau-Séjour Bécot 2000 aus St. Emilion vor dem Admiral 2000 von Josef Pöckl, La Fleur de Bouard 2000 aus Lalande de Pomerol, Markowitschs M1 2000, Gesellmanns Bela Rex 2000 und dem Gabarinza 1999 sowie Salzberg 2000 von Gernot Heinrich. (DerStandard/rondo/floh/06/06/03)

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    foto: matthias cremer
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