Londons Warnung vor Irak soll auf Quelle aus Bagdad zurückgehen

5. Juni 2003, 17:56
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"Verlässlicher Informant" aus Saddam Husseins Streitkräften

London - Die umstrittene Darstellung der britischen Regierung zu Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen geht nach Medienberichten auf eine verlässliche Quelle der irakischen Streitkräfte zurück. Ein ranghoher Offizier habe dem britischen Geheimdienst Informationen geliefert, wonach der Irak binnen 45 Minuten biologische oder chemische Waffen einsetzen könne, berichtete die "Financial Times" am Donnerstag. Die Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe diese Darstellung gegen den Willen der Geheimdienste als Rechtfertigung für den Krieg genutzt.

Die "Financial Times" berief sich in ihrem Bericht auf nicht näher identifizierte hochrangige britische Beamte in zwei Regierungsabteilungen. Diese hätten den irakischen Gewährsmann als eine Quelle beschrieben, die über Jahre hinweg verlässliche Informationen geliefert habe. Die Warnung vor einem geplanten und kurzfristig möglichen Einsatz von irakischen Massenvernichtungswaffen war zentraler Bestandteil eines Regierungsdossiers vom September, das Premierminister Tony Blair mittlerweile stark unter Druck gebracht hat.

Blair sieht sich Vorwürfen gegenüber, wonach sein Büro Geheimdienstberichte zu irakischen Massenvernichtungswaffen manipuliert haben soll, um den Krieg zu rechtfertigen. Der Radiosender BBC hatte dies unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten "hochrangigen britischen Beamten" berichtet. Bisher sind im Irak noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden. Das britische Parlament hat eine Untersuchung der Informationspolitik der Regierung eingeleitet. (APA/AP)

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