Für Menschen mit wenig Einkommen können schon ein paar Euro eine echte Belastung sein
Geld ist weg, oh du Schreck, das ist schlecht und nicht recht" heißt es in der dritten Strophe der beliebten Wiener Volksweise Oh, du lieber Augustin. Ob den Bürgerinnen und Bürgern der Bundeshauptstadt angesichts der teils massiven Gebührenerhöhungen zum Singen zumute ist, darf allerdings bezweifelt werden.
Sicher, im Einzelfall kann man jeden Anstieg argumentieren:Wenn die vom Arbeitgeber zu bezahlende "U-Bahn-Steuer" seit den 70er-Jahren nie erhöht wurde, relativiert sich ein Anstieg von 2,88 auf acht Euro pro Monat. Und es ist ja nicht nur in Wien so, Niederösterreichs schwarzer Landeshauptmann will auch mehr Einnahmen.
Aber: Kleinvieh macht auch Unrat. Es bleibt ja nicht bei ein paar Prozent mehr hier und dort, sondern das Gesamtpaket ist zu betrachten. Da sieht es anders aus:Denn teurer, und das teils über der Inflationsrate, wird allerhand, was viele so brauchen - Gas und Treibstoffe beispielsweise. Dafür kann die rot-grüne Stadtregierung nichts, den Haushalten bleibt dennoch weniger zum Leben.
Das schmerzt die gehobenen (Mittel-)Schichten zwar, aber bringt sie nicht um. Bei Einkommensschwächeren sieht das schon anders aus - da können auch ein paar Euro im Monat eine echte Belastung sein. Und dann darf man sich nicht wundern, wenn die Wut der Bürger auf die Politik steigt, die Milliarden für Banken- und Staatenrettung ausgibt, aber die breite Masse zur Kasse bittet. (DER STANDARD Printausgabe, 15.12.2011)