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Ausgerechnet im "Guardian", in den vergangenen Tagen stets ein verlässliches Forum für Cameron-kritische Kommentare, verteidigt Simon Jenkins, Exherausgeber der "Times" und nunmehr ständiger Gastkolumnist des linksliberalen Konkurrenzblattes, den britischen Sonderweg:
Das England-Bashing mag Eurokraten ein gutes Gefühl vermitteln, aber es ist genauso irrelevant für die akuten Währungsturbulenzen wie das Brüssel-Bashing der Antieuropäer. Zurückgehend bis ins 18. Jahrhundert hat es in der öffentlichen Meinung stets ein Auf und Ab hinsichtlich der Skepsis gegenüber den zentralistischen Ambitionen der europäischen Eliten gegeben. Tony Blair war in seinen frühen Tagen ein entschiedener EU-Gegner und hat sie dann später unterstützt, Maggie Thatcher wandelte sich von einer anfänglichen Befürworterin in eine vehemente Kritikerin. In beiden Großparteien gab es stets ein Hin und Her. Aber als Amtsträger haben sie stets die parlamentarische Souveränität innerhalb der ausgehandelten Grenzen respektiert. Welche diplomatischen Ausrutscher Camerons Auftritt in Brüssel auch immer begleitet haben mögen - der Premier hatte Recht, als er sich in Brüssel gegen das autoritäre Vertragsregime Deutschlands und Frankreichs stellte und stattdessen die Vorzüge des europäischen Binnenmarktes pries. Die "Vereinigten Staaten von Europa" werden aus dieser Krise ohnehin nicht hervorgehen - weder mit 17 noch mit 26 Ländern. Dieser Staatenbund kann ja noch nicht mal mit einer griechischen Pleite umgehen. (Simon Jenkins/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.12.2011)
In der Sache selbst mag Cameron ja Recht haben.
Das ändert nichts daran das die UK Verräter sind.
Leider gibt es in der EU viele weitere Verräter, zum Beispiel korrupte "Politiker" die systematisch die EU Bürger verraten.
"Demokratie" ist dieses System sicherlich nicht. Alle paar Jahre ein x-erl machen kann man in einer Diktatur auch. Und wenn die Diktatur lernfähig ist dann tauscht sie die Personen aus.
Indirekte Demokratie ist eine losere Form der Diktatur, mit einem nicht so stark ausgegeprägten Personenkult.
Tja, wenn sich der gute Simon Jenkins auch nur ein bisschen mit der Vertragsänderung auskennen würde, hätte er erkannt, dass der Beschluss der hier ohne GB gefasst wurde eine Demokratisierung der EU weg von Merkozy bedeutet unter Einbindung sämtlicher EU Staaten. GB gehört seit diesem, ich nenne es mal Faux-pas nicht mehr zur EU. Egozentriker, die sich mit der Union nicht identifizieren sollten dann doch lieber austreten. Das sieht das Europäische Parlament im übrigen ähnlich.
Mal abwarten. Die Anfeindungen gegenüber den Briten im Europäischen Parlament sprechen eine deutliche Sprache. Entweder ganz oder gar nicht. Die Briten werden sich noch umschauen sobald ihre Privilegien abgeschafft werden, der Finanzplatz London für den Handel mit EU Mitgliedern die Regulierungsrichtlinien für Finanzmärkte umsetzen muss und der Cameron sich fragt wie er sich so ein Eigentor schießen konnte. Weiters heißt es ja nicht, dass ein Mitglied nicht wieder hinauskomplimentiert werden kann. Die Merkel hat das den Polen gegenüber schon einmal recht deutlich anklingen lassen.
Die Verträge sind eine Sache. Es kann die EU allerdings durchaus einfach Fakten schaffen, die EU ist immer noch ein Bund von Staaten.
Als aus dem deutschen Bund das deutsche Reich hervorging, hat man auch einen (durchaus mächtigen) Staat hinauskoplimentiert.
Eine ähnliche Entwicklung könnte hier statt finden. Man lässt die EU einfach sterben und gründen einen Bundesstaat der willigen (die auch aus der EU austreten). Der Rest darf die EU dann ja weiter führen.
...ist die EU (noch) nicht und es ist keineswegs sicher ob es in absehbarer Zeit so weit kommen wird. Klar ist aber, dass eine andre rechtliche Konstruktion denkbar scheint. Ob das gewollt wird ist aber eine andre Frage. Die EU funktioniert ja, unter diesen Umständen eine andre Rechtskonstruktion viel Freunde finden würde, na ich weiß nicht. Da bin ich skeptisch.
Doch doch, wenn die Krise schlimmer wird dann wird der Ruf nach "einem starken Europa" schon noch laut genug werden.
Wenn dann auch noch ein gemeinsamer militärischer Erfolg dazukommt, dann werden die Menschen von selber danach rufen. Wo sie es nicht tun, bzw. die Politik das nicht wünscht, naja diese Staaten werden entweder zwangsintegriert oder eben nicht mithinein genommen
Es gibt einige historische Beispiele für das, was gerade passiert.
Alternativ könnte die EU auch einfach langsam wieder zerbröckeln. Auch sowas gab es in der Geschichte des Öfteren.
Vollkommen richtig. Ich bin auch nicht dafür die Briten außen vor zu lassen, aber ich denke ein klares Bekenntnis zur EU, gemeinsames Arbeiten und Entwickeln ist eine Grundvoraussetzung um so einer Gemeinschaft angehören zu können. Sobald der Demokratisierungsprozess in der EU konkretere Formen annimmt werden sich die Briten ohnehin entscheiden müssen, ob sie ihre Interessen auf nationaler, also ohne EU oder auf europäischer Ebene wahren wollen.
dass es um die Briten doch schade wäre, ich meine aber auch dass eine Mitgliedschaft in der EU Pflichten mit sich bringt. Aber der britische Anspruch "Britannia rules" ist so tief verwurzelt, dass eine realistische Sicht sowohl auf Europa als auch der übrigen Welt ihnen offensichtlich nicht möglich ist.
Ich bin aber überzeugt davon, dass die Briten noch soweit kommen werden solidarisch zu denken...
Aber das wird noch dauern...
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