Einserkastl rau

Nicht mehr herumreden

Einserkastl | Hans Rauscher, 14. Dezember 2011, 18:57

Die Abneigung gegen Türken unter Jugendlichen hat auch mit Abstiegsängsten zu tun

Warum überraschen die Ergebnisse einer Umfrage unter Wiener Jugendlichen nicht? Fast 20 Prozent denken, "die Juden" hätten zu viel Einfluss in der Weltwirtschaft. Mehr auf lokaler Ebene sind 40 Prozent der Meinung, dass es "viel zu viele Türken in Österreich" gebe (nachdem die Türken besonders in der Jugend im städtischen Bereich ziemlich stark vertreten sind, stellt sich auch die Frage, wie die Umfrage angelegt war).

Dennoch: Die Ergebnisse überraschen niemanden, der hie und da Gelegenheit hat, in die Gedankenwelt städtischer Jugendlicher hineinzuhorchen. Jetzt, da es wieder irgendeinen Sündenbock für die Krise geben muss, steigt das anscheinend wieder an. Die Abneigung gegen die Türken unter Jugendlichen hat auch mit Abstiegsängsten in der Krise zu tun. Man fürchtet die Konkurrenz um Arbeitsplätze. Was tun? Wer hier einen vernünftigen Plan hätte, könnte berühmt werden.

Es gibt nur einen Ansatz: nicht mehr herumreden. Die Probleme und die Realität ansprechen. Und nicht über die Jugendlichen reden, sondern mit ihnen, auch und gerade mit den türkischen. In großer Runde, an einem runden Tisch, übertragen vom ORF. Und/oder in vielen kleineren Veranstaltungen in den "Problembezirken" , wo offener geredet wird. Und alle müssen sich mit vollem Geschäft einbringen. Wann wurde z.B. der Bürgermeister von Wien zuletzt in einer Diskussion mit Jugendlichen gesehen?(DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2011)

Kommentar posten
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Zarathustra
01
17.12.2011, 14:15
Sie hatten offenbar noch nie die Gelegenheit in die Gedankenwelt städtischer Jugendlicher hineinzuhorchen...

...sonst würden sie die Aversion gegen Türken nicht auf das Konkurrieren um Arbeitsplätze schieben. Kein Jugendlicher denkt so. Wäre das der Grund, müsste sich die Abneigung gegen Asiaten richten, denn Kinder dieser Einwanderungsgruppe (selbst aus ärmlichsten Verhältnissen) lassen ihren Kindern die bestmöglichste Ausbildung zukommen. Der Grund sind reale Erfahrungen und man konkurriert nicht mit Türken - man hat von ihnen vielmehr die stereotype Vorstellung der personifizierten Unterschicht (quasi das Gegenteil von der personifizierten Oberschicht damals - Die Juden). "Was tun?" Sozialleistungen kürzen, sodass auch türkische Frauen arbeiten gehen und Kinder nicht mehr zur Kapitalanlage degradiert werden.

RichardRoe
01
17.12.2011, 07:58

Was mir an dieser Diskussion so auffällt ist das ohrenbetäubende Schweigen türkischer Poster. Wir diskutieren hier über Verhaltensweisen etc türkischer Zuwanderer ohne dass sich einer von denen hierher verirrt und was zu sagen hätte. Man muss mal die postings zu Nahost-Themen lesen, da wimmelt es nur so von - auch türkischen - Sympathisanten der jeweiligen Diktatoren. Aber hier? Was ist da los?

Timagoras
 
03
16.12.2011, 10:06

Herr Rauscher schreibt mal brillantes, mal richtiges, mal nachvollziehbares, mal falsches und mal blödes.

in diesem kommentar stehen sowohl falsches als auch blödes.

die meisten jugendlichen haben kaum "abstiegsängste", und WENN, dann sicher nicht wegen anderer jugendlicher mit türkischer postmigrationsgeschichte (ist das so korrekt?), denn die meisten von denen nehmen ihnen sicher nicht die arbeitsplätze weg.
die aversion vieler beruht meist eher auf direkten persönlichen erfahrungen (schule, nachbarschaft etc.)

dass die probleme an- bzw. ausgesprochen gehören, und dass "durch's reden die leut z'sammkommen", ist allerdings richtig.

Lt. Counselor Worf "Data" LaTroy-Ryker
04
15.12.2011, 20:59

"Dennoch: Die Ergebnisse überraschen niemanden, der hie und da Gelegenheit hat, in die Gedankenwelt städtischer Jugendlicher hineinzuhorchen."

Haha, jetzt hätten wir doch glatt gedacht, dass die Ergebnisse niemanden überraschen, der die Verhaltensweisen von türkischen Jugendlichen kennt.
Zum Glück gibts moralisch höherstehende Menschen, die den politisch unkorrekten Alltagsfaschisten das erklären.

Snieftaps
03
15.12.2011, 19:44
schickt den rau an ein staedtisches realgymnasium

eine woche, und seine abstrusen illusionen ueber die gruende hinter der "tuerkophobie" sind futsch.

an kog
07
15.12.2011, 18:08
"Jetzt, da es wieder irgendeinen Sündenbock für die Krise geben muss..."

Also das schau ich mir noch an. Dass die Türken an ausgerechnet dieser Krise "schuld" sein sollen und also als Sündenbock herhalten können, habe ich noch nirgends gehört.

Zumindest für diese Krise werden die Banker, die Politiker und die Reichen ganz allgemein verantwortlich gemacht und nicht irgendeine "soziale Unterschicht" oder ähnliches.

dieter van teese
03
15.12.2011, 17:30
altmännerjournalismus,

dem der einblick in die erlebnis- und erfahrungswelt der jugendlichen VÖLLIG fehlt.

alexlol
02
15.12.2011, 17:14

not sure if serious ...
oder sehr gelungenes trolling

Wein Franzpolter
00
15.12.2011, 17:52

Es handelt sich hier ja auch um Hans Rauscher.

Wo woar mei Leistung?
221
15.12.2011, 17:06
Selten lag RAU so daneben; Nur "Vorurteil" zu rufen und sich damit implizit auf die Stufe des moralisch Besseren zu stellen, ist zu wenig

Die jungen Türken nehmen keine Jobs weg, weil sie extrem minderqualifiziert aus der Schule kommen. Jobs finden sie in ihrer türkischen Parallelgesellschaft.

Sie belasten vielmehr stark unser Sozialsystem. Und wer die Verhaltensweisen der türkischen MitbürgerInnen hautnah erleben darf, der wird bestätigen, dass es sich mitnichten um Vorurteile handelt. Allein, wenn man damit beginnen würde, nicht immer sofort von "Vorurteilen" zu reden, wäre schon viel gewonnen. Österreich hat mit Menschen mit Migrationshintergrund ein Problem. Zu gelungener Integration gehören immer zwei Seiten.

David Mungo
04
15.12.2011, 16:19
Abstiegsängste?

Ein Jugendlicher hat doch keine Abstiegsängste. Das ist etwas für 30er und 40er. Menschen werden normalerweise auch nicht mit Vorurteilen geboren. Die Sache ist schon eine Spur ambivalenter. Meine Kindheit und Jugend war diesbezüglich jedenfalls von sehr intensiven Erfahrungen geprägt. Und ich stamme aus einem Grünwählerhaushalt.

J.J
010
15.12.2011, 16:19

also soweit ich das beobachten konnte, hat die abneigung weniger mit abstiegsänsten als vielmehr mit dem verhalten und auftreten der türkischen jugendlichen zu tun.

juuni
11
15.12.2011, 16:04
naja

das waren halt die 40% Schwabos, Von daher löst sich das Problem wohl sukzessive von selbst, weil irgendwann die 60% bemerken werden, wer eigentlich die Mehrheit in der Stadt ist.

pox vobiscum
12
15.12.2011, 14:51

Ich glaube nicht, dass es die Angst vor Konkurrenz um den Arbeitsplatz ist, sondern viel mehr am schlechten Ruf/den Vorurteilen liegt, der/die den türkischstämmigen Jugendlichen und auch Erwachsenen vorauseilt.
Hier müsste man ansetzen.

politisch verfolgt
016
15.12.2011, 15:23
die jugendlichen

die ich kenne, haben keine vorurteile, sondern erfahrungen mit mihigru-jugendlichen. diese sind manchmal positiv, oft aber auch nicht.
wer im park gewaltsam vom fußball-käfig vertrieben wurde, wer in der schnellbahn oft angestänkert wurde, wer in der u-bahn-station verprügelt wurde ist begreiflicherweise von multikulti wenig angetan. übrigens sind das alles dinge, die erwachsene nicht mitbekommen. das spielt sich alles unter jugendlichen ab. erwachsene werden von diesen 15jährigen helden praktisch nie belästigt.

pox vobiscum
04
15.12.2011, 17:24

Sag ich ja, hier müsste man ansetzen.
Bei den realen Schwierigkeiten, die man nicht bequemlichkeitshalber unter den Teppich kehren darf und bei den Vorurteilen denen gegenüber, die solche Schwierigkeiten nicht machen, denn diese gibt es auch.

politisch verfolgt
03
15.12.2011, 18:41
ich habs

weiter hinten schon gepostet: am meisten leiden unter den hinterwäldlerischen türken die "modernen" türken. die gibts natürlich auch, keine frage. diese sollten sich etwas mehr bemerkbar machen, zusammenschließen, wasweißich. jedenfalls nicht in geiselhaft nehmen lassen von den hinterwäldlern.

TomTom33
01
15.12.2011, 15:19
wenn man

als 3 jähriger in den kindergarten kommt hat man meistens keine vorurteile.

Der elegante Herr von nebenan
 
116
15.12.2011, 15:12

Wenn so manch einer nach 40jähriger Präsenz von Türken immer noch von "VORurteilen" spricht, so scheint das schon ein Symptom zu sein.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass gerade Jugendliche aus diversen Bezirken von Kindesbeinen an ständigen Kontakt mit Türken haben und deshalb im Vergleich mit so manchem Bobo als Experten zu betrachten sind.

Name d. Redaktion bekannt
01
15.12.2011, 14:24
türken nehmen uns arbeitsplätze weg?

tja, falls es so wäre, würden immerhin alle Job für uns übrig bleiben die als Qualifikation etwas mehr als einen Hauptschulabschluss voraussetzen.

Leider ist es immer noch so, dass der Anteil an türkischen Studenten, Gymnasiasten und sogar Lehrlingen erschreckend gering ist.
Nicht so bei Migranten anderer Herkunft.
(Blick in die Uni genügt)

Und es kann mir niemand sagen, die Aufnahmekriterien in unserem maroden Bildungssystem seien zu hoch.

juuni
91
15.12.2011, 16:10
1.)

"Migranten anderer Herkunft". Kannst du das beweisen? (auch wenn es keinen Unterschied macht)
2.) Das sind zum Großteil keine Migranten mehr und auch keine Türken, auch wenn die gängige Blutundboden Ideologie in Österreich das verschleiert.
3.) Rassismus, schlicht und einfach. Oder hast du mal einen Türken bei der MA48 gesehen? Warum wohl?
Oder eine Türkin auf dem Gemeinde/Bezirksamt? Warum wohl? Die Qualifikation wirds wohl nicht sein, wenn man weiss wie diese Jobs vergeben werden.
4.) Gerade das Bilungssystem Benachteiligt Türken und Türkinnen doppelt. Einerseits haben sie meist einen Arbeiterhintergrund, andererseits werden sie deutlich öfter in Sonderschulen gesteckt, 2 sprachigen Unterricht gibts auch noch immer nicht.

Timagoras
 
03
16.12.2011, 10:14
"Gerade das Bilungssystem Benachteiligt Türken und Türkinnen doppelt"

.
inwieweit werden Türken und Türkinnen im vergleich mit Vietnamesen und Vietnamesinnen, Bosniern und Bosnierinnen, Iranern und Iranerinnen, oder Chinesen und Chinesinnen durch das bildungssystem benachteiligt?

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
05
16.12.2011, 13:46

Weibliches Lehrpersonal! Ist das nicht Benachteiligung genug? Wie soll sich das Machoburli da noch auskennen, wenn die Frauen hierzulande ihm was vorschreiben dürfen?

crème brûlée
01
15.12.2011, 23:14

empfehle die lektüre der studie "integration.migration 2010" der statistik austria. kann man googeln. sehr interessant.

und zu 4. das bildungsystem benachteiligt türken doppelt? wieso? könnens das bitte genauer erklären?
die stadt wien fördert muttersprachlichen unterricht in den pflichtschulen in über 20 sprachen, aber die wichtigste amtssprache in österreich ist halt mal deutsch.
auch ist mir nicht ganz klar, warum in österreich geborene und aufgewachsene kinder "zweisprachigen unterricht benötigen" - weil sie etwa türkischer herkunft sind? und was ist mit den kindern anderer herkunft?
ich hatte türkische klassenkollegen- die haben deutsch gelernt, maturiert, studiert. man muss halt auch wollen. das gilt für ALLE.

Name d. Redaktion bekannt
03
15.12.2011, 22:11
Antwort

1. komplett subjektiv, kann ich also nicht beweisen.
Kenne aber viele Migranten und wie gesagt "blick in die Uni" genügt

2. Ich bin Migrant der 3. Generation. Meine Großeltern haben Deutsch gelernt und waren Hilfsarbeiter, meine Eltern mit Deutsch aufgewachsen und Selbstsständig bzw. Lehere, die Kinder Deutsch und Studium.
Das heisst wir sind sehr typische Österreicher, wie in Wien die Swobodas, Kratochwils, Zbigniewskis und wie sie auch immer heissen mögen.
BlutundBoden: Der Ausdruck sagt mir nichts.

3. Keine Ahnung

4. Zweisprachiger Unterricht?
Deutsch ist in unserem Land der Schlüssel für Bildung, soziale Teilnahme und Arbeit.
Andere Sprachen können Sie zuhause lernen.
(Unterricht über die eigene Kultur finde ich hingegen wichtig!)

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