Burgenland

Der Knopf des Sicherheitsdirektors

14. Dezember 2011, 18:42

Erhard Aminger ist nun für die burgenländische Sicherheit allein verantwortlich und weitgehend unbesorgt

Erhard Aminger ist nicht nur der Sicherheitsdirektor des Burgenlandes, sondern auch ein Diplomat. Deshalb hütete und hütet er sich sehr, die politische Darstellungsweise der pannonischen Sicherheitslage ins Zentrum seiner Rede zu rücken. Und deshalb drückte er, wann immer Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) das Abendland bedroht sah - vor Wahlen war das zumeist -, auf den Knopf.

Wenn aber Erhard Aminger auf den - diesen - Knopf drückt, kommt die je aktuelle Kriminalstatistik heraus. Und da brauchte er dem Landeshauptmann nie widersprechen, denn das tat schon das Zahlenwerk.

Dieser Tage drückte Erhard Aminger dem Standard zuliebe wieder auf den Knopf. Und da konnte man dann Folgendes sehen. Im September 1990, als das Bundesheer an die Grenze zu Hilfe gerufen wurde, gab es im Burgenland etwas weniger als 8000 bekannt gewordene Kriminalfälle. Jetzt, 2011 inklusive des dritten Quartals, gibt es knapp 7000.

Dazwischen gab es zwischen 1998 und 2004 ein Hoch mit bis zu 12.000 Fällen pro Jahr, wobei Aminger da schon auch relativieren will. Denn wovon nährte sich damals dieses Zahlenwerk. "In der Hauptsache von illegalen Grenzübertritten." Deshalb gab es ab dem 1. Mai 2004 - zehn neue EU-Mitglieder traten bei - auch einen markanten Knick abwärts, der sich durch die Schengen-Erweiterung 2007 noch verstärkte.

Denn: "Durch Schengen kam es ja auch zu einer Intensivierung der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit." Wenn Täter verfolgt würden, "fahren wir notfalls bis Budapest, und umgekehrt passiert das auch". In Polizeikooperationszentren würden die Einsätze sinnvoll koordiniert, was sich nicht zuletzt, sagt der Sicherheitsdirektor, eben auch an der Statistik ablesen ließe.

"Das Burgenland ist mit einem Anteil von zwei Prozent das mit Abstand sicherste Bundesland." Für Panikattacken hätte es nie einen belegbaren Grund gegeben, aber "als Sicherheitsdirektor wäre ich ja blöd, würde ich nicht zurückgreifen auf die Soldaten".

Seit der Schengen-Erweiterung 2007 patroullierten die ja im Hinterland. In Absprache mit den Bezirkshauptmannschaften und ihm, Erhard Aminger, der als Sicherheitsdirektor der Chef der Assistenten war. "Und klar vergrämt man durch solch gezielte Präsenz mögliche Straftäter." Als Sicherheitsdirektor wird er die Soldaten dennoch kaum vermissen. Als Bürgermeister schon, denn das ist Aminger seit kurzem auch. In der roten Grenzgemeinde Loipersbach haben Wirte, Bäcker, Fleischer profitiert. Die "Körberldamen" bedankten sich mit Mehlspeis'. Und drei Kärntner sind darob gleich ganz geblieben. (wei, DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2011)

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