Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Nach der Schengen-Erweiterung 2007 durften die Soldaten nur noch beobachten und Meldung erstatten.
Es war der 4. September 1990, als in Lienz der Alarm ausgelöst wurde. Umgehend wurde das Jägerbatallion 24 in Marsch gesetzt. Auch Raimund Fröhlich saß auf. Die 680er Steyr, die sich mittlerweile wohl nur noch im Heeresgeschichtlichen Museum finden, waren zwei Tage lang unterwegs. "Dann haben wir Mörbisch erreicht und die ersten Tage einmal auf dem 680er geschlafen", erzählt Raimund Fröhlich Anfang Dezember 2011, mittlerweile Oberstabswachtmeister und Kommandant des in Siegendorf/Cindrof stationierten Zuges.
Wie oft Raimund Fröhlich schon im Burgenland war seither, kann er gar nicht genau sagen. "34-, 35-mal sicher." Er war unter den Ersten, jetzt ist er der, der sozusagen das Licht abdrehen muss. "Ich räum jetzt zusammen und pack ein." Heute, Donnerstag, schickt er die allerletzte Patrouille in den Einsatz. Am Freitag marschieren alle vors Eisenstädter Landhaus, und dann wird der umstrittenste Einsatz des Bundesheeres endgültig Geschichte sein.
Eine sehr österreichische Geschichte, eine, die vor allem über die Langlebigkeit von Provisorien erzählt. Denn ursprünglich - deshalb hatten Raimund Fröhlich und seine Kameraden sich gar nicht umgeschaut um was Winterfestes in Mörbisch - hat das Wiener Innenministerium um Hilfe für zehn Wochen gebeten. Die gehen jetzt, nach 1112 Wochen und somit mehr als 21 Jahren zu Ende.
Im Kasino der Eisenstädter Kaserne wird in diesen Tagen auch die Bilanz gezogen. Oberstleutnant Wolfgang Gröbming - auch er ein alter 1990er, damals im Nirgendwo zwischen Nickelsdorf und Deutsch Jahrdorf - lenkt dabei die Aufmerksamkeit vor allem auf einen Umstand. "Es hat in all den Jahren keinen einzigen Schusswaffengebrauch gegeben." Unfälle ja, und Selbstmorde auch, die aber "nicht überm Durchschnitt", 23 waren es insgesamt. "Aber auf Grenzgänger ist nie geschossen worden."
Gröbming führt das vor allem auf zwei Faktoren zurück. Erstens seien die Rekruten offensichtlich gut vorbereitet und ausgebildet worden - man dürfe nicht vergessen, dass die jungen Buben da schwer bewaffnet durchs stockfinstere Grenzland marschiert seien. Zweitens aber "sind die Grenzgänger zumeist aus Ländern gekommen, wo das Militär ganz anders zur Sache geht".
Alter König
Im Eisenstädter Kasino hängt immer noch - wie augenzwinkernd - der alte Kaiser, der hier, in Kismarton, natürlich der alte király ist. Und es mag durchaus sein, dass dieses pannonische Feeling - dass man da eine Grenze von jener Seite aus bewacht, auf die man erst vor 90 Jahren gewechselt ist - etwas abgefärbt hat auf die beinahe 400.000 Soldaten, die hier ihren Dienst versehen haben. Und dadurch das Burgenland und das niederösterreichische Marchland kennengelernt haben.
Mit manchmal überraschenden Einsichten. Eine der letzten Fußstreifen durch Siegendorf machen der Oberwachtmeister Peter Hörtner bei seinem 20. Einsatz und der ihm zugeteilte Rekrut Dino Nisiæ bei seinem ersten. Der junge Kärntner mit bosnischen Wurzeln war bass erstaunt, dass er mit den Siegendorfern in seiner Muttersprache reden konnte.
Manche haben das Burgenland nicht nur kennen-, sondern quasi auch lieben gelernt. Zahlen über die Dagebliebenen gibt es klarerweise genauso wenig wie über die Scheidungsgründe, die es natürlich auch gab. Aber gehört hat ein jeder schon davon. Wolfgang Gröbming weiß von "drei bis vier Unteroffizieren", die sich in Burgenländerinnen verliebt hätten. Er selbst, Steirer mit Kärntner Wurzeln, sei aus nämlichem Grund ins nahe Niederösterreich gesiedelt.
Es sind dies die netten Geschichten, die es halt auch gegeben hat in diesen zwei Jahrzehnten, in denen Österreich sich und sein Heer mit ebendiesem Grenzeinsatz oft genug zum Gespött und Ärgernis gemacht hat. Weil die Politiker - hauptsächlich jene des Burgenlandes und Niederösterreichs - die Soldaten zu einer Art Schaulaufen des Sicherheitsgefühls missbraucht haben.
Vor allem nach dem 21. Dezember 2007, als die östlichen Nachbarn allesamt dem Schengenraum zugewachsen sind. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2011)
Verteidigungsminister Klug präsentierte Umfrage unter Grundwehrdienern - Auch mehr Schießübungen gewünscht
Zwischen 2016 und 2018 will Verteidigungsminister insgesamt 16 Millionen Euro ausgeben
Freiwilliges Sozialjahr wird für Rettungsdienste geöffnet - Keine generelle Öffnung für Frauen - Hilfsorganisationen zufrieden
Commenda, Oschep, Resch und Sinn wollen Generalstabschef werden
Schluss mit brutalen Ausbildungsmethoden, rüdem Kasernenton, rechtsextremen Umtrieben: Gerald Klug schafft in seinem Ressort ein Zentrum für adäquaten Führungsstil beim Militär
Angebotsfrist für Militärflugbasis mit viel Wald endet am 14. Juni - Mindestkaufpreis 10,5 Millionen Euro
Erste Bilanz des rot-schwarzen Ministerduos zur Wehrdienstreform: Klug und Mikl-Leitner exerzieren vor, wo man auf Rekruten verzichten kann
Papier an Vorsitzenden des Verteidigungsausschuss Fichtenbauer übergeben
Offiziersgesellschaft verlangt mehr Geld für Unteroffiziere, die Rekruten ausbilden
Umfrage unter Grundwehrdienern im Auftrag des neuen Verteidigungsministers
Seit Jahrzehnten bemüht sich der pensionierte Grazer Oberst Manfred Oswald um eine kritische Erinnerungskultur in den Kasernen und um sichtbare Zeichen des Gedenkens an die NS-Verbrechen
Generalstabschef wird am Freitag mit Orden und Feiern verabschiedet
Die Beschwerden über Missstände beim Bundesheer haben im vergangenen Jahr an Zahl und Schwere abgenommen
Innenministerin für Weisung zu Umgang mit Präsenzdienern
Im vergangenen Jahr langten 394 Beschwerden ein - Bundesheer-Kommission empfiehlt Verbesserung der Unterkünfte
Tiroler Initiative sammelte genügend Unterschriften
Heinisch-Hosek zerpflückt Mikl-Leitners Plan, den Zivildienst für Frauen zu öffnen
Generalstabschef verzichtet auf redimensionierte Feier - Stattdessen kleiner Festakt in Rossauerkaserne - Scharfe Kritik von FPÖ an Darabos
Der ÖVP-Plan birgt das Risiko des "Lohndumpings", sagt Klug über die Wehrdienstreform. Erste Resultate erwartet er im April
Politik will Chance auf weitere Exporte wahren
Militärischer Abschied von Edmund Entacher ohne Eurofighter, ohne Panzer, ohne Darabos, der aber dennoch omnipräsent war
Tiroler Initiative hält Fragestellung für verfassungswidrig und sammelt 200 Unterschriften
Darabos-Widersacher Entacher bekommt Orden und Festakt beim Bundespräsident zum Abschied
Keine Eurofighter und Hubschrauber bei Verabschiedung des Generalstabschefs
Bundespräsident Fischer wünscht "alles Gute für schwierige Aufgabe"
good riddance. endlich hört diese selbsttäuschung, die dem Bürger eine nicht vorhandene existenzberechtigung des teuersten klamaukvereins der welt (aka ÖBH) vortäuschen soll auf.
Dem werten Oberstabswachtmeister sollte für die Aussage "23 junge Menschen, die sich aus frustration über eine psychische Belastung die wir zu verantworten haben das Leben genommen haben ist nicht überm Durchschnitt" sein SteyrAUG so lange über den Kopf geschlagen werden, bis er 5.56er Kaliber kotzt.
Gut das es vorbei ist. Lange genug wurde die Verfassung missachtet, immerhin länger als die letzten Präsenzdiener alt waren. Auch am Schluss immer wieder lustig, welche Kommentare es dazu gibt. Da wird davon geschafelt, dass man ja nicht mitmachen musste. Für Otto-Normalösterreicher (ohne entsprechenden Papi) hätte das Strafdienste bis zu Vorstrafe bedeutet. Auch toll der Kommentar von Darabos. Sollen sie mich halt klagen. Klagen könnte man nur beim verfassungsgerichtshof, den man nur anrufen könnte, wenn man betroffen ist. Das hieße ein 18jähriger müsste die Regierung verklagen, Wirksamkeit erst nach seinem Präsenzdienst. Ganz fair.
doch, sind wir. Das Bundeheer ist komplett sinnlos, eine gigantische Geldverschwendungseinrichtung, die dazu dient, dass Leute, die für das zivilleben zu dumm, zu aggressiv oder schlicht und ergreifend zu faul sind, sich einreden können etwas sinnvolles zu tun.
österreich ist nicht afrika.
der politische wille sollte genügen und die probleme im bereich pflege, soziales etc. wären erledigt.
leute per zwangsdienst einzuspannen und diese mit einen jämmerlichen gehalt abzuspeisen ist ein "schmäh" der besonderen art und weise. so kann man auch geld "einsparen".
als österreicher - als demokrat - muss man eine entscheidung treffen. wenn der tag der stellung naht geht es ans eingemachte.
ich war damals körperlich gesund, so blieb mir nur eine wahl: ich geigte dem psychologen meine meinung ins gesicht. danach galt ich als untauglich.
meine meinung war und ist: ein staat wird mich niemals zu einem zwangsdienst verpflichten. dazu bin ich nicht bereit.
bis heute habe ich es so beibehalten.
Was ich in meiner Zeit dort an psychotischen Zivilversagern mit dem IQ einer zurückgebliebenen Seegurke erlebt habe, die sich das Recht anmaßen aufgrund eines Schulteraufnähers Befehle zu erteilen, spricht Bände über das, was man bei diesem Verein von Spinnern als "tauglich" bezeichnet.
man muss sich halt zu helfen wissen - auch eine herbeigeführte "untauglichkeit" ist eine deutliche, demokratische antwort!
es ist ganz einfach: wer es ok findet einen zwangsdienst anzutreten der soll dies tun.
wer nicht dazu bereit ist soll alle möglichkeiten versuchen um nicht antreten zu müssen.
ich wusste mir immer zu helfen wenn es ans "eingemachte" ging. allerdings sollte man sich seine meinung bereits zuvor bilden. so kann man vorbereitet an die sache herangehen.
auf meine untauglichkeit war ich jedenfalls stolz da ich diese als demokratische antwort verstand.
das wehrdienst/zivildienst vom zwangsdienst ausgenommen sind (verfassung) ist reine willkür und ein "schmäh" übelster sorte.
Die Nicht-Existenz von Viel-Göttern früherer Jahrtausende steht weitgehend außer Streit. Außer in weiten Landstrichen der Erde, wo entsprechende Glaubensvorstellungen weitergegeben wurden und lebendig sind.
NehmenS mit Wotan Anschluss an germanische Zeiten oder an Alfred Rosenberg, den Religionschöpfer aus dem 3. Reich mit seinem Mythos des 20. Jahrhunderts (dessen Lektüre ich mir erspart habe)?
Der Assistenzeinsatz ist ein guter Beweis dafür wie wenig ernst unsere Politiker die Verfassung nehmen.
Über 20 Jahre lang wurde sie mit Füssen getreten.
Von den Einsatzbedinungen ganz zu schweigen, eine Privatfirma hätte nie solche Dienstpläne erstellen dürfen.
...der daran teilgenommen hat hat diesen schwachsinn unterstützt. da gibt es keine ausreden wie "zwang" etc.!
zur not hätte es genügt willkürlich mit der waffe in die luft zu schiessen und rasch wäre man aus dem dienst entlassen worden.
wer dort gegen seinen willen ausgeharrt hat hat sich zu wenig gedanken um demokratie gemacht.
Na dann haben wirs ja. Sie waren (sind) Berufssoldat ich und viele andere Poster hier wurden gezwungen etwas zu tun das wir nicht tun wollten, wofür wir nicht vorbereitet waren und für das wir viel zu schlecht ausgebildet waren. Ihre hohen Erwartungen an unsereins wundern mich doch sehr.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.