FDP-Krise in Deutschland

Das Scheitern der Boygroup

Kommentar | Birgit Baumann, 14. Dezember 2011, 18:23

FDP-Chef Rösler wird sich nach dem Abgang von Christian Lindner nicht mehr lange halten können

Der Vorsitzende ist glücklos, die Partei hat keine politische Botschaft, die Wähler wenden sich in Scharen ab. Dieses Bild gab die FDP vor einem Jahr ab. Keiner dachte damals ernsthaft daran, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Und heute? Da sehnt sich so mancher deutscher Liberaler nach dem Dezember 2010 zurück. Denn es ist tatsächlich noch schlimmer gekommen: Der Vorsitzende ist glücklos, die Partei hat keine politische Botschaft, die Wähler wenden sich in Scharen ab - und jetzt gibt es nicht einmal mehr Personalreserve, niemanden mehr, auf den die verängstigten Liberalen ihre Hoffnung setzen könnten.

Auch die bejubelte Boygroup, die Westerwelle im Mai aus dem Parteiamt trieb, scheiterte grandios. Philipp Rösler (Chef), Christian Lindner (Generalsekretär) und Daniel Bahr (Gesundheitsminister) agierten irgendwie nebeneinanderher, der eine mehr, die anderen weniger. Eine Linie, eine echte Strategie haben sie nicht zustande gebracht.

Jetzt geht auch noch der Falsche. Lindner, der Stratege, hätte bleiben sollen, auf Rösler hätte die Partei viel leichter verzichten können. Über kurz oder lang wird es ohnehin auch dazu kommen. Rösler wird sich nicht halten können. Doch egal, wie es nun weitergeht - wenn sich die FDP noch ein weiteres derart verheerendes und verlorenes Jahr leistet, dann braucht sie zur Bundestagswahl 2013 gleich gar nicht mehr anzutreten. (DER STANDARD Printausgabe, 15.12.2011)

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25 Postings
fmi
00
19.12.2011, 08:59
Null Austrahlung

Ausstrahlung hat Rössler nicht, da war Westerwelle noch interessanter. Rössler wirkt nicht authentisch, man hat immer das Gefühl das er auswendig gelernte Phrasen rezitiert. Bei der FDP sind die Besten weiter unten in der Hierarchie. Außerdem sind sie zu brave Folger der CDU.

Fritz Meyer
01
15.12.2011, 17:49
FDP? Fast Drei Prozent!

Karl Erich Liebl
00
15.12.2011, 17:43
FDP im Chaos

Die FDP wird nicht untergehen, sie liegt zwar bei nur 3% aber da helfen die altbewährten Leihstimmen der CDU schon weiter. So lange sich das Gewicht von der FDP weg zur CDU verlagert, gibt es da keine Probleme.
Die Jungen in der FDP müssen es machen, wer denn sonst ? statt Fricke sollte man Schäffler einbinden, wenn Rössler diesen Mut aufbringt, könnte das eine echte Wende sein. Der schmierige Fricke ist keine Lösung. Mein Rat an Rössler: Schäffler einbinden und später Lindner als Ersatzminister wieder aufstellen, dann könnte es gehen.

Alaska Saedelaere
00
15.12.2011, 17:07
Bei dieser Partei fällt es mir schwer, eine Zähre über ihr Ableben zu zerdrücken

WiKaBot
00
15.12.2011, 14:52
Konzept gescheitert …

… der Umbau der FDP zur „Feudal-Dekadenten-Partei“ scheint endgültig gescheitert. Merkel ist nicht so ohne weiteres zu kopieren, denn ihre Ansage- und Aussitz-Politik ist einmalig.

Und „Dolchstößler Rösler“ konnte sich nicht so wirklich an die Macht meucheln, irgendwie hat er den Dolch falsch angefasst, jetzt zerlegt es die eigene Partei … grandiose Bilanz … (°!°)

http://qpress.de/2011/08/2... m-kanzler/

re-play
11
15.12.2011, 14:34

Liberale Einstellung ist im Zeitalter der Gesetzesflut, der Überwachung und der Verbote nicht (mehr) gefragt. In D genauso wie in Ö.

Thomas Geißler
01
15.12.2011, 18:46

Was hat den der Begriff liberal mit der Steuersenkungspartei FDP zu tun?

Martin Fuchs2
00
15.12.2011, 14:44
so ein Quatsch

Die Liberalen sind die einzigen, die den überboardenden Staat wieder abbauen werden. Sie sind die Zukunft

Bioberni31
11
15.12.2011, 14:33
Die FDP

gehört schon deshalb in die Opposition verbannt - oder besser gleich raus aus dem Bundestag - weil sie maßgeblich verantwortlich ist für den jetzige Zustand in Europa. Merkels Zaudern war die meiste Zeit damit verbunden das sie Rücksicht nahm auf den Juniorpartner, statt mit ihm Tacheles zu reden. Denn in Wirklichkeit hätte sich die FDP nie und nimmer eine Kündigung der Koalition erlauben können, das wäre politischer Selbstmord gewesen.

Jake Gittes
22
15.12.2011, 07:32

Ich sag nur eins: Steuern runter. Alles andere ist blunzen.

Kuh Yvonne
03
15.12.2011, 04:00

Mir haben mehrere Deutsche erzählt, die FDP sei noch weit ärger als die CDU/CSU. Reine Egoisten und Neoliberalisten-Partei.

Ich bin ein*_e Wiener*_In
51
15.12.2011, 01:48
Fader Artikel

Wen interessiert denn bitte, was bei den Marmeladingern passiert!?

xEurocent
011
14.12.2011, 22:53

Bei der nächsten Wahl wird es sich zeigen, ob es in Deutschland genug Hoteliers gibt, damit die FDP noch einmal die 5-Prozent-Hürde überspringen kann.

Victor Lustig
01
15.12.2011, 15:14
Unsinn.

Die Steuerbefreiung für Hoteliers war ein Projekt von CSU-Seehofer. Für ihn war diese unnötige Steuerbefreiung nicht verhandelbar, er hat sie zu einer Koalitionsfrage gemacht.
Die FDP hat dann deswegen nicht dagegen opponiert.

Dieses CSU-Baby der FDP anzulasten, ist nicht nur nicht redlich, sondern eine "urban legend" und ganz einfach falsch.

Roter Baron
00
15.12.2011, 10:04

wenn nicht
die lücke
die sie hinterlassen
ersetzt sie volkommen.

roter baron

Postingname geändert
06
14.12.2011, 22:37
land auf...

land ab: unsere leistungstraeger werden abgestraft.

einfach zu schoen, zu fleissig, zu erfolgreich!

BK W. Shoyssel
14
14.12.2011, 22:23
Rösler

ähnlich vertrauenseinflößend wie Kurzmann, oder wie der Bub von der Mikl-Leitner halt heißt.

Franz Klug
20
14.12.2011, 21:18
Das Scheitern der FDP sollte nicht zu früh verkündet werden.Wenn die Altvorderen

Brüderle, Leutheuser-Schnarrenberg mit Lindner wieder übernehmen, dann könnte die FDP schon wieder über 5% kommen. In den Ländern und Städten hat sie ja immer noch eine gewisse Basis.
Wenn Sie dann wirklich Ihr neoliberales Programm: Hoteliersförderung und Steuersenkung für die Unternehmer und Reichen korrigieren und vielleicht sozialliberal werden, dann hat die Schrumpfungskur ja auch etwas gutes ausgelöst.

Der Ruhestifter
 
03
15.12.2011, 02:08
Selbst wenn sie über 5% kommen: und?

Es wird keine schwarz-gelbe mehrheit geben. Und wohl auch keine mehrheit einer ampel. Taktisch ist die fdp also irrelevant. Und inhaltlich ist sie es sowieso. Diese figuren haben die sache des liberalismus vermurkst.

mitom2
01
15.12.2011, 00:15

2013 bekommt Deutschland entweder rot-grün-oange oder rot-orange-grün (sollten die piraten doch stärker sein) oder rot-schwarz. die gelben von der FDP sind derart irrelevant, dass das system in so kurzer zeit net zu retten ist.

Brüderle ist gemeinsam mit Westerwelle zentraler grund des übels. Rösler tritt mit ausscheiden aus dem Bundestag sowieso zurück, dann hätte Lindner übernehmen können. so hingegen hat er der partei geschadet. SaLeSch ist zwar gut, kann aber allein nix bewirken. in Phoenix gab es gestern ein interview mit einem JuLi, der aber net den mut hatte, seine meinung zu sagen - nur 0815-polit-gequassel. absolut vertrauenszerstörend. die haben aktuell größere personalprobleme als die piraten: bekannt, aber unfähig.

CU TOM

Richard Ernst
00
18.12.2011, 00:44
Wahrscheinlich sind schwarz-rot oder rot-grün,...

... rot-schwarz gabs und gibts in keiner Umfrage, so weit die Schätzungen auch auseinander sind. Die CDU ist gerade, weils jetzt rechts keinen Gegner mehr gibt, stärker als die SPÖ die mitte-links 3 Gegner hat.

Rot-grün-orange ist eventuell denkbar, wenn die Piraten (hier orange) stark genug werden, um eine rot-grüne Mehrheit zu verhindern. Rot-orange-grün halt ich für utopisch.

mitom2
00
18.12.2011, 01:06

http://www.wahlrecht.de/umfragen/emnid.htm

schau hier mal auf den 23. 10. 2011 und den 13. 11. 2011. ein unterschied von drei prozent sowohl bei CDU / CSU als auch bei den piraten. und das in weniger als einem monat. wenn die SPD wirklich einen aggressiven anti-Merkel-wahlkampf macht, dann könnte eine SPD-mehrheit durchaus drin sein. die EU steht vor der zerreißprobe, weil Cameron London vor Merkozy schützen will. das muss man durchaus bedenken. inwieweit die piraten es schaffen, ihre mediale präsenz zu erhöhen, um so beim wähler bekannter zu werden, ist noch relativ unklar, aber knapp zwei jahre haben sie noch. da ist durchaus was möglich. Merkel als kanzlerin für weitere fünf jahre wird keiner wollen. rot-schwarz ist möglich.

CU TOM

www.stattnetz.de
02
14.12.2011, 20:34

Bei aktuell unter drei Prozent kann man nicht mehr sagen, daß sich die Wähler in Scharen abwenden.
Zutreffend ist, daß die Wähler sich in Scharen abgewendet haben, und zwar nahezu komplett.

Die Scharen sind weg, und zwar ganz weit.

Die FDP hat keine Wählerscharen mehr.
Sie ist eine unbedeutende Splitterpartei, in der unbedeutende Personen randständige und wirre Positionen vertreten.

Danke Herr Rösler, daß Sie uns von der FDP befreit haben! Besser hätte das kein politischer Gegner der FDP hinbekommen können!

Pablo Escobar Mischkonzern Inc.
06
14.12.2011, 20:27
FDP nicht mehr im Bundestag ab 2013

Wieso soll das schade sein?

Deutschland könnte man nur wünschen, endlich von dieser Klientel- und Partikularinteressenpartei verschont zu bleiben.

Übel wie die das Prädikat "liberal" verschandelt haben.

.::.wanderfalke.::.
 
04
14.12.2011, 19:18
... wenn sich die FDP noch ein weiteres derart verheerendes und verlorenes Jahr leistet ...

ist das nicht schlimm, für die Demokratie in Deutschland. Die hält das aus, wenn die FDP auf 3 Prozent Stimmenanteil zurückfällt.

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