Forscher zeigten im Experiment, dass unser spärlicher Flaum doch eine Funktion hat
London/Wien - Unsere fernen Vorfahren dürften ein dichtes Fell gehabt haben. Bei Homo sapiens ist es weitgehend verschwunden. Übrig blieben allentalben noch feine Körperhaare. Wozu aber sind die gut? Sinnlose Restbestände zur Profitmaximierung von Gillette & Co.?
Britische Forscher um Isabelle Dean (University of Sheffield) und ihre Kollegen vermuteten, dass der Haarflaum womöglich dazu dienen könnte, uns vor blusaugenden Parasiten wie Zecken oder Wanzen zu schützen. Um die Hypothese zu testen, führten sie ein etwas unappetitliches Experiment durch: Sie rasierten zehn jungen Frauen und 19 jungen Männern die Oberseite eines Unterarms. Vor und nach der Rasur setzten sie den mutigen Probanden eine Bettwanze auf den Unterarm, die sie nicht sehen konnten.
Wie die Forscher im Fachblatt "Biology Letters" berichten, zeigte sich dabei tatsächlich, dass die Versuchsteilnehmer mit Härchen früher reagierten. Außerdem brauchten Bettwanzen auf behaarten Unterarmen länger, um eine für das Blutsaugen geeignete Stelle zu finden. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 15. 12. 2011)