Bundeskanzler Faymann

Uni-Milliarde kommt trotz Sparpakets

14. Dezember 2011, 18:22
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    foto: apa/pfarrhofer

    In der Oesterreichischen Nationalbank wäre es sie zu finden: eine Hochschulmilliarde - macht zehn Millionen Hunderter.

Man sei in der "Endphase", lässt die Finanzministerin wissen - Gut so und viel besser als der "Akademiker-Zwanziger", der den Unis nicht helfe, meint der Wissenschaftsminister

Wien - Wenn man einem Bundeskanzler Glauben schenken darf, und nichts anderes soll man dürfen, dann kommt die vielgerühmte "Hochschulmilliarde" tatsächlich auf die heimische Hochschullandschaft hernieder. Denn das hat Werner Faymann (SPÖ) Dienstagnachmittag im Gespräch mit Jugendlichen im Rahmen von "Zukunft am Wort", veranstaltet von STANDARD und ORF Wien, versprochen.

Ein klares Ja war des Kanzlers Antwort auf die Nachfrage von STANDARD-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, ob denn die doch etwas vage in Aussicht gestellte und an die Konjunktur gekoppelte Milliarde für die Hochschulen nun bestimmt kommen werde. Ja, sagt der Kanzler. Auch in der Krise und trotz Sparpakets.

Wenn das gelingen sollte, wäre es wohl ein Aspekt, der dem Thema der Veranstaltung - "Traumjob Bundeskanzler?" - das Fragezeichen wegnehmen und ein Rufzeichen hinzufügen könnte.

Darauf hofft auch der "Erfinder" der Hochschulmilliarde, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Er hatte sie Anfang September angekündigt - "aller Voraussicht nach". Am Mittwoch sagte er dazu im STANDARD-Gespräch: "Die Vorbereitungen für sind bereits auf der Zielgeraden." Eine Milliarde extra für Universitäten und Fachhochschulen seien nach wie vor sein Ziel, "aufgrund des Konjunkturvorbehalts kann man natürlich nie sicher sein, dass sie zur Gänze kommt", sagt Töchterle unter Verweis auf die "wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die es nicht einfacher machen". Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) habe aber "mehrfach betont, dass sie trotz aller Sparziele wichtige Zukunftsbereiche - dazu gehören die Hochschulen - ausnehmen und dort gezielt investieren wird".

Aus dem Büro der Finanzministerin, die die Milliarde flüssigmachen müsste für die Hochschulen, hieß es am Mittwoch bloß: "Die Verhandlungen sind in der Endphase." Aber weder das Ende der Phase noch etwaige Eintrübungen konjunktureller oder politischer Art wurden verraten.

Nicht in den Steuertopf

Die von SPÖ-Seite, konkret dem Kärntner Landeschef Peter Kaiser, in die Studiengebührendebatte eingebrachte - und vom Parteivorsitzenden Faymann als diskussionswürdig befundene - Idee einer "Akademikersteuer" in Form eines "Akademiker-Zwanzigers", den Uni-Absolventen ab 3200 Euro Monatsgehalt monatlich an den Staat abliefern sollten, hält der Wissenschaftsminister übrigens für "nicht zielführend, weil mir wichtig ist, dass die Beiträge an die Unis fließen und damit direkt Studierenden und Lehrenden zugute kommen", sagt Töchterle. Außerdem wolle er auch einen Beitrag von ausländischen Studierenden lukrieren, das aber sei über eine Steuer nicht gewährleistet.

Die Hochschülerschaft wirft vor allem der SPÖ vor, dass diese sich angesichts der "krassen Unterfinanzierung der Hochschulen" dazu herablasse, bloß ein "Prestigeobjekt der ÖVP" zu diskutieren. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2011)

Kommentar posten
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Gert Bachmann
 
00
30.12.2011, 09:12
die Abgeltung der Teuerungsrate

für Mieten und Energie, welche unbedingt nötig ist, damit der sowieso unbefriedingende Status quo aufrechterhalten werden kann, hochtrabend als "Unimilliarde" zu bezeichnen ist wirklich krasser, zynischer Populismus.
Das Töchterle sich dieser Diktion auch noch anschließt, und dies als "Erfolg" für sich verbucht, ist nur noch peinlich.

J. Reichhart
02
15.12.2011, 14:29
jaja, und das christkind kommt auch

trotz sparpaket.

das nächste und übernächste sparpaket werden grausam sein und diese dilettantenregierung hinwegfegen. wer wählt solche korruptionistenbankrotteure noch?

und die alternative wird noch viel grausamer.

das ende der insel der seligen ist da.

Harry Y.
 
02
15.12.2011, 14:26
Die Finanzministerin will wichtige Zukunftsbereiche

AUSNEHMEN, dann aber dort gezielt investieren - wir sollten langsam alle wissen, was eine solche bösartige Doppeldeutigkeit bedeutet.

a o e
02
15.12.2011, 21:31
wichtige Zukunftsbereiche AUSNEHMEN - Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) habe aber "mehrfach betont, dass sie trotz aller Sparziele wichtige Zukunftsbereiche - dazu gehören die Hochschulen - ausnehmen und dort gezielt investieren wird".

gut beobachter, eigentlicher doppelter wortsinn.

ich gehe jede wette ein, dass Fekter danach schürfrechte - claim auf inglisch - anmelden werden wird.

FREIHEIT FÜR FORSCHUNG UND LEHRE

Fantastic Fox
120
15.12.2011, 13:53
Warum soll ich

für Bummelstudenten zahlen? Oder das extrem systemrevevante Institut für Ägyptologie erhalten? Oder irgendwelchen Gender-Referenten ein gesichertes Auskommen verschaffen?

Diese Milliarde ist sofort wieder zu streichen.

Die Studenten sollen sich ihr Studium selbst zahlen. Den besonders fähigen kann man Stipendien geben.

Und jeder hat die Möglichkeit, sich beim Staat einen günstigen Kredit aufzunehmen, den er dann später aus dem Erwerbseinkommen abzahlt.

Etwas mehr Optimismus und Selbständigkeit bitte, liebe Studenten!

Ich dachte immer, die Pensionisten wären die verwöhnte, verhätschelte Generation der Anspruchsdenker und Besitzstandswahrer. Aber anscheinend gibt es unter den jungen Studiose genau so viele De-Facto_Kommunisten.

RS69
 
02
15.12.2011, 16:09

Warum für Lejhrlinge? Oder für nicht syytemrelevante Pensionisten? Oder für Kranke? Oder für Bedürftige?

Ales nur eine Frage der eigenen Wertigkeiten.

Fantastic Fox
40
15.12.2011, 18:35
Sie mausern sich

mit Ihrem fortwährend zur Schau gestellten Unverständnis langsam aber sicher
zu einer meiner Lieblings-Antagonistinnen, Frau RS69.

RS69
 
02
15.12.2011, 19:05

Machen's "Herr" draus.

Ansonsten wären dann noch Argumente besser. ;-)

Studenten zahlen über die höheren Einkommenssteuern im Schnitt Ihr Studium selber.
Also: cCh finanzier sowieso für viele das System mit. Warum konkret soll aus dem vielen Geld nicht auch mein damaliges Studium mitbezahlt werden - für viele Andere wird ja auch alles Mögliche mit bezahlt.

Fantastic Fox
20
15.12.2011, 19:23
Ich bin für eine transparente,

direkte "Bezahlung" von Leistungen und nicht für das Vertrauen und Bauen auf irgendwelche vermuteten Umwegrentabilitäten.

Lassen wir also meinetwegen die Studenten zahlen und senken wir dafür den Spitzensatz bei der Lohnsteuer auf 40%.

Der Faktor "qualifizierte Arbeit" ist ohnehin zu entlasten. Wir können das, was unterm Strich ggf. fehlt gerne mit Grundsteuern, Erbschaftssteuern und Finanztransaktionssteuern gegenfinanzieren.

Na, kommen wir uns näher?

RS69
 
01
15.12.2011, 21:10

Warum 40%? Warum nicht 30 oder so?
Und warum schon ab 60 TEUR?

Wenn schon "direkte Zahlung von Leistungen" das Thema ist - dann doch für Alle. Und dann brauchen wir auch den Verwaltungsapparat nicht, und auch keine 40% Steuern.

Fantastic Fox
10
16.12.2011, 10:38
Mir geht es um bewusst, ohne Zwang konsumierte Leistungen,

aus denen einzelnen ein klar zuordenbarer Vorteil gegenüber anderen erwächst - Beispiel Hochschulbildung.

Die kann man sehr einfach und scharf abgegrenzt individuell abrechnen.

-

Abgesehen davon kommen wir uns ja erstaunlich nahe. Auch Sie haben mittlerweile - indem Sie das Gegenverrechnungsmodell mit dem Spitzensteuersatz akzeptieren - eingesehen, dass der freie Hochschulzugang unterm Strich (d.h. in der Wirkung) nichts als eine unfaire Steuerentlastung akademisch gebildeter Besserverdiener ist - und somit sozial ungerecht (gegenüber den Wenigverdienern und den nicht akademisch gebildeten Besserverdienern, die genau so viel Steuern zahlen).

RS69
 
00
17.12.2011, 02:50

Der freie Hochschulzugang ist keine unfaire Entlastung - sondern ein Ergebnis dessen, dass ein kleiner Teil der von diesen Leuten abgelieferten Summen auch für sie selbst eingesetzt wird.

Ich wäre für eine klare gegenrechnung: GLeiche Steuern für Alle, dafür zahlt jeder selbst - das wäre im wesentlichen für Akademiker ein gutes Geschäft.
Ich würde dann weniger zahlen als jetzt. Aber ich bin gegen Cherrypicking a la Lehrlingsausbildung soll von der Allgemeinheit bezahlt werden, Parks auch, aber Stufiengebühren nicht, Strassen widerum schon, ...

Fantastic Fox
00
17.12.2011, 11:33
Gleiche Steuern für alle? Gerne. Ich wäre für eine Flat Tax

von ca. 40 Prozent und einen sinnvollen Freibetrag von meinetwegen 20.000 Euro im Jahr. Wobei sowohl die 40 als auch die 20.000 verhandelbar sind; da sollen sich die Experten überlegen, was steuermathematisch am Besten passt.

Wir muessen einen Weg finden, von den mittleren Einkommen mehr an Steuern abzugreifen. Weil davon gibt es am meisten.

Ich wuerde im Uebrigen sagen, der Staat soll die Mindestausbildung bis zum 18. oder 19. Lebensjahr (die JEDER braucht) bezahlen; alles was darüber hinaus geht, ist Privatsache. Das hat mit Cherrypicking nichts zu tun.

RS69
 
00
17.12.2011, 12:17

Flat Tax mit Freibetrag ist nicht "die selben Steuern für Alle".

Cherrypicking ist es, wenn jeder für sich festlegen will, was der Staat jetzt zahlen soll. Wenn jeder ab dem 18 oder 19 Lebensjahr auf eigenen Beinen stehen soll - dann aber vollständig, und nicht gerade nur Studenten - die ja sowieso dfann ein Leben lang für die anderen mitzahlen.

Fantastic Fox
00
17.12.2011, 12:42
Einfaches Beispiel zu Ihrer Erhellung: Ein Pilot zahlt sich seine

Pilotenausbildung ja auch selber. Oder sind Sie der Meinung, dass das auch der Staat übernehmen sollte? Vollkommener Unsinn, oder?

Wenn Sie mit "die selben Steuern für Alle" meinen, dass jeder in absoluten Eurobeträgen gleich viel zahlen soll, so bin ich insofern dagegen, als es durchaus Sinn macht, wenn Stärkere - in Absolutbeträgen, aber nicht zwingend auch in Relativen Einkommensanteilen wie bei progressiven Steuermodellen - mehr zum Gemeinwohl beitragen, als Schwächere.

RS69
 
00
15.12.2011, 21:08

Wäre ich auch - wenn ich nicht gleichzeitig massiv und pauschal für Alle über die Steuern zahlen würde.

Studium voll zahlen (zb so wie in den USA) - und dafür auch nur niedrigere Steuern wäre ok. - Aber nicht hier und dort zahlen.

smea_gol
02
15.12.2011, 15:24

warum muss ich mit meinen sozialversicherungspremien ihre hirntransplantation, ihre komplexbehandlung und elektroschocktherapie zahlen?

J. Reichhart
02
15.12.2011, 15:03
und warum soll ich

staatspensionisten, autofahrer, großbauern, bahnfahrer und kindergärten, krankenhäuser, beamtenheere und parteien mit milliarden unterstützen?

Bernd Liefert
01
15.12.2011, 14:59

Wenn Dummheit wehtäte, würden Sie sich vor Schmerzen winden.

Harry Y.
 
02
15.12.2011, 14:29

Das bedeutete natürlich das Aus für die (akademische) Bildung -
etwas mehr Intelligenz müßte dafür her!
>sarkasmus<

afficialnast
02
15.12.2011, 14:23

für die mediale propaganda mittels der du auf linie gebracht wirst, zahlst du anscheinend gerne.
was wäre denn deiner meinung nach ein "systemrelevantes" institut bzw. studium?

Fantastic Fox
40
15.12.2011, 18:42
Ich würde eine breite Masse

an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ausbilden. Die brauchen wir, um mit den aufstrebenden Wirtschaftsräumen Schritt halten zu können.

Natürlich auch Ärzte.

Weniger Betriebswirtschaftler und Rechtswissenschaftler. Die braucht in so großer Zahl niemand, wenn man das eine oder andere Berufsstandsstiftende- und Professionspfründe-sichernde Gesetz optimiert.

Für Geisteswissenschaften, deren Absolventen in großer Zahl Taxifahrer und Tankwarte werden, würde ich sehr strenge Eingangsprüfungen vorsehen, um hier die Spreu rechtzeitig und bevor es ins Geld geht vom Weizen zu trennen.

RS69
 
02
15.12.2011, 19:17

Ein bisschen breiteres wirtschaftliches KnowHow in der Bevölkerung wäre nicht schlecht.

Und es gibt keinerlei Nachweise, dass Eingangsprüfungen geeignet sind, um die später erfolgreichen von den später weniger erfolgreichen zu trennen.

Als Techniker/Naturwissenschaftler - soweit ich sie verstehe sind Sie ja auch einer? - brauchen's ein bisschen mehr als die Leute nur "auszubilden". Da sollten schon Interesse und Neigung vorhanden sein.

Fantastic Fox
00
16.12.2011, 12:29
Ein Wirtschafter produziert

nichts greifbares und trägt in der Regel sehr wenig zum Fortschritt bei, sondern verkompliziert und manipuliert die Mechanismen der Resourcenverteilung für alle anderen auf eine Art und Weise, die ihm in aller Regel ein angenehmes, parasitäres Auskommen sichert.

http://www.youtube.com/watch?v=e05oEabNZAY

Ich habe auch sehr wenig Interesse und Neigung, meinem Beruf nachzugehen - weil ich elementar faul bin und leidenschaftlich gern spazieren gehe bzw. im Kaffeehaus sitze. Aber Frau und Kinder wollen ernährt werden, und wenn ich schon etwas mache, um Geld zu verdienen, dann wenigstens etwas, das greifbare Werte schafft und das Leben von irgendjemandem vereinfacht oder verbessert.

ChaiserVonKina
04
15.12.2011, 14:14
leute wie sie...

...sind der beste beweis dafür, dass in gewissen fragen die "allgemeine volksmeinung" niemals ausschlaggebend sein darf!

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