WKO-Präsident

Leitl regt Stiftungsmodell für Hochschulen nach US-Vorbild an

14. Dezember 2011, 18:24

Wirtschaftskammerpräsident Leitl tritt vehement für Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen ein

Cambridge/Wien - Joe Paradiso sitzt vor einem riesigen Flatscreen und erklärt seinen Besuchern die schöne neue Welt. Im Bild ist die Animation des MIT Media Lab zu sehen: Blinkende Messstellen der Klimatisierung, Tweets der Mitarbeiter, Meetings, der elektronisch überwachte Eingang. Sensoren aller Art, sagt der Professor in Schlabberpulli, abgewetzter Jeans und Turnschuhen, das sei das kommende Thema im Umgang der Menschen mit Technik. "Sei es in Gebäuden oder auf der Kleidung - Sensoren werden die Wahrnehmung der Menschen ausdehnen. Sie schaffen das, was Marshall McLuhan die Ausweitung des zentralen Nervensystems durch elektronische Medien nennt."

Sein Lab sieht wie eine chaotische Rumpelkammer aus, und Paradiso selbst wirkt von einer Jam-Session, die er vor wenigen Stunden hier mit seinen Studenten und Synthesizern gespielt hat, noch etwas mitgenommen. Aber es besteht kein Zweifel daran, dass es diesem Burschen Spaß macht, mit der Zukunft zu spielen. Hier am Massachusetts Institute for Technology (MIT) gibt es keine Grenzen - weder im Denken noch in den Entfaltungsmöglichkeiten. Und genau das unterscheidet die US-Elite-Uni von ihren österreichischen Schwesterinstituten. Nur eine Vergleichszahl: Am MIT kommen 1000 Lehrende auf 10.000 Studenten, an der TU Wien sind es knapp über 300 auf rund 25.000 Studierende.

Leitl: "Wir haben Talente, wir müssten sie nur fördern"

"Massen-Unis werden uns nicht auf den Weg zur Weltspitze führen", beklagt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl dementsprechend nach seinem Besuch am MIT und an der Harvard University. Es habe Zeiten in Österreich gegeben, wo das Land im Vergleich zur Bevölkerungsgröße enorm viele Nobelpreisträger gehabt hat. "Wir haben die Talente auch heute, wir müssten sie eigentlich nur fördern."

So sehr das österreichische System der Berufsausbildung, weltweit Bewunderung finde, so sehr hapere es im Hochschulbereich. Leitl: "Jenseits jeder Ideologie und aller parteitaktischen Überlegungen muss endlich klar werden, dass wir den Anschluss an die Weltspitze verlieren. Das würde Österreich langfristig enormen Schaden zufügen."

Deswegen tritt Leitl vehement für Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren ein. "Was weltweit selbstverständlich ist, nämlich dass man für seine höhere Bildung bezahlt und dadurch später ein höheres Einkommen generiert, sollte auch in Österreich möglich werden. Es gilt, ideologische Eierschalen abzuwerfen." Er kann sich auch vorstellen, Unis nach US-Vorbild über Stiftungen zu finanzieren: "Wenn jemand für die Bildung etwas tun will, sind die Unis der ideale Ort dafür." (Christoph Prantner, DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2011)

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jane.doe
00
16.12.2011, 12:02

Von den Herren und Damen mit mir studiert haben sind 40% ins Ausland gegangen und keiner hat vor nach Österreich zurückzukehren. Wo bleibt also der "Einkommenssteuerliche Mehrwert" mit zu Artikel über Studiengebühren argumentiert wird?

Man soll ruhig Studiengebuehren einheben und den Fachkräfte die man im Land braucht, es etwas scheckiger machen hier zu bleiben. zB Österreich braucht Chemiker... Chemiker, die für min. 5 Jahre in Österreich in der chemischen Industrie arbeiten bekommen ihre Studiengebühren zurück!

jane.doe
00
16.12.2011, 12:04

"scheckiger" soll "schmackiger" sein! *ups*

< Bananenrepublik Österreich >
03
15.12.2011, 14:03
Leitl: "Wir haben Talente, wir müssten sie nur fördern"

Beseitigt ihr erstmal eure inkompetenten korrupten Spezis aus der Politik und stopt eure Spezlwirtschaft zu Gunsten einiger unfähiger Unternehmen.

Auch für die Wirtschaft und die Politik sollte gelten: "Wir haben Talente, wir müssten sie nur fördern"

kleiner Schelm
03
15.12.2011, 14:24

Für Wirtschaft und Politik gilt aber: "Wir haben Pfeifen und Nieten an den entscheidenden Stellen, und sie bedienen sich so großzügig, dass sie keine Förderung mehr brauchen."

marcopolo1971
 
01
15.12.2011, 13:41

Klar, damit die ÖVP-Industrie-Bankster Pappnasen endlich ausschließlich selbst entscheiden, welche Art von "Bildung" und Forschung förderungswürdig ist: Unis als Mastanlagen für systemkonforme Karrierekrüppe!

prigogine
00
18.12.2011, 12:08
sind sie das mit dem UG 02 nicht schon geworden?

Mary F.
31
15.12.2011, 13:32
Man vergisst haeufig, dass es in den USA nichtnur Harvard, MIT und Stanford gibt

sondern dass die meisten Unis dort eher durchschnitt sind, vielleicht sogar unterdurchschnitt.

Ausserdem gibt und gab es dort eine ganz andere Bildungskultur. Viele der heutigen Eliteuniversitaeten wie Stanford oder die Carnegie Mellon University wurden anfangs gestiftet. Es gab keine Studiengebuehren, sondern gute Leute konnten sich um ein Stipendium bewerben. Letzteres ist heute auch noch so. Viele Studenten am MIT zahlen nichts fuers Studieren, weil sie ein Stipendium bekommen. Das wird hierzulande gern vergessen. Dafuer muessen sie sich harten Aufnahmetests stellen. Hier offensichtlich ein Ding der Unmoeglichkeit, ausser eigenartigerweise an FHs und bei einzeilen Faechern wie Musik oder Sport. Komisch, da regt sich keiner drueber auf.

Hepkat
31
15.12.2011, 17:05

Über 3.500 Hochschulen in den USA und die meisten sind "eher durchschnitt" oder "vielleicht sogar unterdurchschnitt"? Naja, man muss die eigenen Minderwertigkeitsgefühle irgendwie ausgleichen, gell?

Damit du es weißt, amerikanische Unis werden jährlich von über 670.000 ausländischen Studenten besucht. Die kommen meistens aus Asien und EUROPA, denn sie wissen dass amerikanische Unis die besten Ausbildungsmöglichkeiten der Welt anbieten. Europäische Studenten, die in den USA studieren, geben als Grund besser ausgestatterte Einrichtungen, bessere Forschungsstellen und bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Hingegen besuchen amerikanische Studenten europäische Unis nur wegen Kulturaustausch.

So viel zu unterdurchschnittlichen amerikanischen Unis!

Thomas....
03
15.12.2011, 13:12

alles privatisieren und verkaufen an die marktiwirtschaft und die ehrlichen Leistungsträger!! alles muss privat sein, ausser das privatleben, mit dem lasst sich viel mehr verdienen wenns nicht privat sondern privatisiert ist

leitl gehörn die finger abgeshclagen wenn er nach der bildung greift

Der Chronist
07
15.12.2011, 13:07

Die vordringlichste Aufgabe unserer Gesellschaft ist es, Leute wie Leitl vom Fleischtopf wegzutreiben. Solche Unpersonen haben keine Vorteile aus einer Bevölkerung zu schöpfen, der sie nur Nachteile und Schwierigkeiten bereiten.

Der nützliche Marienkäfer
41
15.12.2011, 12:49

Offenbar haben die Unis zu viel Geld.

Sonata
23
15.12.2011, 12:26
Leitl oder : alle Macht den Großkapitalisten...

Rent a Democracy
13
15.12.2011, 12:07
Weil ja Wirtschaftsliberalismus keine Ideologie ist, gell Herr Leitl.

Da fängt der Artikel doch recht interessant an, bringt ein neues Beispiel und wirft interessante Fragen auf.

Und dann kommt der Leitl mit so einer öden 90er-Jahre-Aussage von wegen "Ideologiefreiheit". Ich hätte wirklich gern mal Zugang zum Archiv des ORF, dann würde ich einen Film produzieren, in dem die neoliberalen Standardsätze gegenüber gestellt werden, die ständig seit den 80ern heruntergeleiert werden. Das würde zeigen, wie sehr wir durch die Wiederholung immer des selben indoktriniert werden.

Und dann folgt der übliche Sermon: Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Den Artikel hätte man sich sparen können, wir wissen eh, dass Leitl das will.

Leitl ist wie ein Kassettenrecorder, der auf Knopfdruck neoliberales Blabla spielt.

prado
16
15.12.2011, 11:58
Wirtschaft und Bildung sind Begriffe

die sich gegenseitig ausschliessen.

iniquity
15
15.12.2011, 11:45
Leitl - ein Bock, der zum Gärntner gemacht wurde

> Es habe Zeiten in Österreich gegeben
> wo das Land
> enorm viele Nobelpreisträger gehabt hat

Ungünstigerweise waren fast alle von denen Juden und die wurden bekanntlich von den Nazis ermordet oder vertrieben :-(

Tja, jetzt haben wir anscheinend nur noch bildungsabstinente Bauernsimpl, die fleißig ÖVP wählen und so ständig großes Unheil über unser schönes Land bringen :-P

emma goldman
01
15.12.2011, 15:18

Klingt ja ziemlich rassistisch was sie schreiben. Sie wolln doch nicht wieder dem mythos der rasse das wort sprechen, und die behaupzung aufstellen es gäbe intelektuell.faehigere und unfaehigere. Ihre oben genannte aussage ist voellig falsch Sagen sie mir bitte jetzt, wie sie darauf gekommen sind... volksmund, fernsehen, etc?

N. N.
03
15.12.2011, 12:13

Das stimmt so nicht. Der Anteil jüdischer Gelehrter unter den österreichischen Nobelpreisträgern ist eigentlich erstaunlich gering. Die Wissenschaften wurden in Österreich seit den 30er Jahren planmäßig ruiniert; der Hauptaderlaß war natürlich die Vertreibung unter den Nazis. Aber schon im Ständestaat ging es steil gerab, und das Land hat sich nie von dieser Marginalisierung erholt.

ja aber
02
15.12.2011, 11:25
alle laender mit hohen studiengebuehren haben niedrigere lohnsteuer

nur in oesterreich will man beides: gebuehren und dann nochmals sehr viel steuern zahlen.

so nicht!!!

2 + 2 = mind. 3
16
15.12.2011, 11:11
nach US-Vorbild

Zocker, Krieger, Parasiten, Turbokapiltalisten

Super Leitl, weiter so!

Die Amis sind kein Vorbild!

dryeti
01
15.12.2011, 11:05
Wir muessen sie nur foerdern?

Er wollte sagen "wir muessen sie nur schikanieren".

Rent a Democracy
02
15.12.2011, 12:10
Studiensteuern sind ein gutes Schikaneinstrument.

Sie treffen genau jene, die der Leitl nicht an der Uni haben will und werden von denen, die er schon dort will locker zu bezahlen sein.

FAIL
03
15.12.2011, 11:04
wann steht endlich der mob auf der straße?

mal ehrlich, "die" haben schon garkeine angst mehr ...

Gobi Todic
03
15.12.2011, 10:47
Fehlbesetzung

Sollte: Wirtschaftsentwicklung fördern.

Macht: US-Ideologie vorantreiben. Was hat das mit einem WK-Obmann zu tun???

(Okay, die Antwort kenn ich)

ewiger Zahler
04
15.12.2011, 10:37

"Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut"

entschuldigt mich eben, ich lass mir erstmal mein Frühstück nochmal durch den Kopf gehen

a o e
01
15.12.2011, 13:22
"Gehts der Wirtschaft gut, gehts der Wirtschaft gut."

... so heisst das richtig.

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