EU-Battlegroups

"Wie das Gebiss einer alten Indianerin"

Christoph Prantner, 14. Dezember 2011, 17:54
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    foto: reuters

    Finnische Soldaten einer EU- Battlegroup trainieren in einer deutschen Basis Aufstandsbekämpfung.

Vor gut sieben Jahren wurden EU-Battlegroups beschlossen, nun sollen sie reformiert werden - Weil es bisher keine Einsätze gab, halten sich Truppensteller zurück

Wien - In der Europäischen Union stehen rund 1,8 Millionen Soldaten unter Waffen, tatsächlich ins Feld bringt die EU aber maximal 60.000 Mann. Der große Rest sind Armeen von Bürokraten, Ausbildnern und Generalstäblern, die Europas Sicherheitspolitik zwar brav verwalten, sie politisch und militärisch aber als kaum glaubwürdig erscheinen lassen.

Genau das hat der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates vergangenen Juni freimütig beklagt. Die "Demilitarisierung Europas" sei dramatisch, die Nato wegen der Schwäche der europäischen Partner (sie tragen inzwischen nur noch 25 Prozent der Kapazitäten der Allianz, den Rest stemmen die USA) ein Schatten ihrer selbst. Ohne Unterstützung der US-Streitkräfte hätten die Europäer nicht einmal den vergleichsweise einfachen Libyen-Einsatz bewältigen können.

Und selbst die bescheidenen schnellen Einsatzkräfte der Union, die vor sieben Jahren beschlossenen EU-Battlegroups, sind neuerdings dringend reformbedürftig. Denn die Mitgliedstaaten reißen sich kaum noch darum, Verbände für die EU-Kampftruppen bereitzustellen. "Der Einsatzraster für die kommenden Jahre ist so lückenhaft wie das Gebiss einer alten Indianerin", erklärt ein europäischer Militär im Standard-Gespräch sarkastisch.

Tatsächlich ist die Besetzung für eine der beiden Battlegroups für das immerhin in nicht einmal drei Wochen beginnende erste Halbjahr 2012 noch vakant. Vor allem die nordischen Staaten weigern sich, Truppen für den organisatorisch und finanziell aufwändigen Dienst bereitzustellen, ohne dass diese je eingesetzt werden. Schweden etwa muss dafür eigens Soldaten anwerben.

Deswegen haben die EU-Außen- und Verteidigungsminister bei einem Treffen zuletzt in Brüssel beschlossen, die Battlegroups zu reformieren. Statt nur sechs, sollen sie in Zukunft zwölf Monate aufgestellt bleiben. Ihre Einsatzfähigkeit soll abgestuft werden (eine Gruppe soll in fünf Tagen, die zweite in 30 Tagen einsatzbereit sein). Und durch Besetzungen mit den jeweils gleichen nationalen Heeren sollen Routinen erhalten bleiben.

Österreich hat im ersten Halbjahr 2011 an einer Gruppe teilgenommen, im Winterhalbjahr 2012 werden wieder Truppen gestellt, und zwar 300 Mann, die für die Logistik der Battlegroup verantwortlich sind. Kostenpunkt für Beschaffungen und Personalmehraufwand: 2,5 Mio. Euro.

Beobachter sehen die Reform gelingen. Allein: "Auch die besten Battlegroups bringen nichts, wenn die EU keinen politischen Willen für ihren Einsatz hat."(DER STANDARD Printausgabe, 15.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 78
1 2 3
Mitteleuropäer
00
26.4.2012, 23:22
Daß es bisher keine Einsätze gab,

find ich äußerst positiv

Wulfal privat
01
24.4.2012, 20:27

Man kann es aber auch etwas übertreiben, gel?

It is so hot in here...
02
26.3.2012, 11:25
Richtig geworfen...

...ist das Gebiss einer Indianerin eine tötliche Waffe!!!

carbonara
10
23.2.2012, 22:49
Die Bettel-groups....

....betteln, dass sie wieder heim dürfen.

mistvieh666
 
30
23.2.2012, 07:33

"Auch die besten Battlegroups bringen nichts, wenn die EU keinen politischen Willen für ihren Einsatz hat."
den satz haett ich vor 5 jahren noch unterschrieben.
ich halte gewalt naemlich fuer ein notwendiges mittel der politik.
mittlerweile sag ich aber: gibts zwischen kosovo und afghanistan irgendeinen sinnvollen kriegseinsatz der eu/usa/uno, einen der nicht katastrophale ergebnisse hat?
ich halte gewalt fuer ein notwendiges mittel der politik. aber wenn frieden das ziel der politik ist - meines erachtens ein fehler, aber daran laesst sich nichts mehr aendern - dann funktionieren kriege einfach in der realitaet nicht mehr. dann sollten wir das ueberhaupt lassen.

seek+destroy
01

die 666 hast zurecht !

Firefoxx
01

militärisch kann man halt mit sauberem krieg nichts durchsetzen... krieg ist etwas abscheuliches, wenn man gewinnen will muss man mit aller härte und unmenschlicher brutaliät vorgehen - die eu will das nicht - gute sache! - und stellt halt eine pseudetruppe auf...

Michael nowicki
00
battlegruop

ein kumpel von mir ist einer der 300 von dieser battlegroup der wird sich freuen :)

MySinn.at
00
25.1.2012, 17:24
Dann sollten ...

... die Gegner der Battle-Groups sicher lieber einen Vorrat an Tetanus-Impfstoff zu legen ; )

jesus mohammed
00
17.1.2012, 22:27
Indianer kennt dieser Angehörige der All American Master Race doch eh nur aus dem Fernseher

werauchimmer1
 
18
15.12.2011, 16:27
fürchterlich

"Aufstandsbekämpfung" und "Auch die besten Battlegroups bringen nichts, wenn die EU keinen politischen Willen für ihren Einsatz hat."
Da sag noch einer, die Aufstellung von solchen Verbänden bringt keine Eigendynamik in Richtung Kriegsführung. Ich bin froh wenn die battlegroups versanden. Und ich hätte gern, dass sich Österreich daraus zurückzieht.

diamant
00
15.12.2011, 15:59
Diese Indianerin schaut leider schon sehr alt aus....

Nr.3645
22
15.12.2011, 15:08
aufstandsbekämpfung...dafür wurden die doch gegründet.

wenn das volk ihre marionetten nicht mehr, soll es niedergeschossen werden. dafür müssen soldaten wohl erst die richtige "ausbildung" erfahren um das auch durchzuziehen.

Johannes Benn
11
15.12.2011, 13:22
.

im kalten krieg waren die einsatzzwaecke noch mehr oder weniger mit dem interesse der europaeischen bevoelkerung verbunden. das ist heute nicht mehr der fall, die armeen werden zunehmend von personen mit migrationshintegrund gestellt, die im ernstfall keinesfalls solidaerisch mit ihrer arbeitgeben sind sondern der eigenen bevoelkerungsgruppe. die armeen werden eingesetzt um irgendwelchen laendern aus purer großzuegigkeit sicherheit zu geben oder auch um sie wirtschaftliche auszubeuten

Dreiheit1
14
15.12.2011, 11:31
Warum nicht gleich:

Stumpf wie die Nase eines Eskimos
Untrainiert wie der Bauch eines Blockflötenmexikaners
oder unterentwickelt wie ein kurdischer Kartoffelbauer?

Gott sei Dank ist Polizei und Militär so politisch unvoreingenommen, dass sie sich im Zweifelsfall nicht auf irgendeine Seite hauen würde!

imir
13
15.12.2011, 11:28

Und was trainieren sie, die Battlegroups? Aufstandsbekämpfung und damit den Bürgerkrieg!

Chris Quast
20

sind eh vernünftige ziele !
sind dir angriffskriege lieber ! mir nicht

Querschädl
01
15.12.2011, 13:39
zum Glück, ja

sollten Sie besser für einen Atomkrieg üben, oder was?

Mostbluzza
02
17.1.2012, 15:33
war ja 60 jahre lang

auch keine schlechte idee.

bürger niederschlagen ist polizeiarbeit.

und so furchteinflössend sind albaner im kosovo auch nicht gerade.

es ist krank, dass armeen keine kriege (schweres gerät kommt weg) mehr führen können, immer mehr zu paramilitär. aufstandsbekämpfung (eugendfor) und militärpolizei verkommt.

einfach lächerlich. aber ein plan steckt sicher dahinter...den wir rechtzeitig erfahren werden.

schnaps01
00
16.12.2011, 09:28

Wieso zum glück ...wollen sie denen dann gegenüberstehen?

Chris Quast
00

nein, wieso ?!

Coleman Silk
00
15.12.2011, 11:36

wie wahr, wie wahr

Hirntot
25
15.12.2011, 10:36

Da muss ich mir ernsthaft Gedanken machen. Europa wird demilitarisiert. Das ist ja beängstigend. Keine Kriege mehr durch europäische Staaten. Die NATO verliert ihre Existenzberechtigung und wir haben keine Bomben um andere Staaten dem Erdboden gleichzumachen. Wirklich eine schreckliche Vorstellung.

Ivan Bukov
10

Die Vorstellung 1.8 Millionen militaerische "Taugenichtse" durchzufuettern ist tatsaechlich beaengstigend.
Ausser Spesen nichts gewesen, wie mittlerweile ueblich...

Wolfgang Pimminger
 
00
Also lieber 1,8 Mio Taugenichtse, die brav zuhause bleiben ...

... als ein paar Rambo's, die dann innerhalb der EU gegen die eigenen Bürger vorgehen, wenn diese die Nase von der Politik gestrichen voll haben.

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