Großbritannien

Murdoch in Abhörskandal erneut belastet

14. Dezember 2011, 17:15

Weiterer Mitarbeiter hat gegen Sohn von Medienmogul ausgesagt

 Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch gerät im britischen Abhörskandal immer mehr unter Druck. Nachdem James Murdoch am Dienstag zugegeben musste, eine für ihn belastende E-Mail zumindest gesehen zu haben, wurde er am Mittwoch von einem weiteren Mitarbeiter der inzwischen eingestellten Skandalzeitung "News of the World" belastet.

Der frühere Justiziar von "News of the World", Tom Crone, erklärte vor einem richterlichen Untersuchungsausschuss in London, er habe Murdoch einen Ausdruck der E-Mail gezeigt. Murdoch beteuert, er habe die Mail zwar geöffnet, ihren Inhalt aber nicht bis zum Ende gelesen.

Im unteren Teil enthält der Text aus dem Jahr 2008 Hinweise darauf, dass der damals bereits bekannte Abhörskandal bei "News of the World" nicht nur einen einzelnen Reporter betrifft, sondern eine allgemein gängigere Praxis ist. Murdoch hatte bei zwei Auftritten vor einem Ausschuss des britischen Parlaments beteuert, davon nichts gewusst zu haben.

James Murdoch ist Verwaltungsratschef des britischen Fernsehkonzerns BSkyB und Europa-Vorstand des US-Medienkonzerns News Corporation seines Vaters Rupert Murdoch. In beiden Funktionen ist er bei Aktionären unter anderem wegen seiner möglichen Rolle in dem Abhörskandal umstritten.

Reporter der Zeitung "News of the World" hatten die Telefonmailboxen zahlreicher Prominenter abgehört und manipuliert, um an Informationen zu kommen. Auch Hinterbliebene im Krieg getöteter Soldaten und von Verbrechensopfern zählen zu den Opfern der Abhörpraktiken. Der Skandal hatte eine Diskussion um Medienethik in Großbritannien ausgelöst. (APA)

Fritz Meyer
00
15.12.2011, 18:21
Allmählich zum Abschuss freigegeben.

Scheint als ob die Konkurrenz endlich genug Politiker auf ihre Seite geschmiert hat.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.