Steirische Gemeindebedienstete: Verfassungsklage gegen Nulllohnrunde

14. Dezember 2011, 16:39

Prüfung in Auftrag gegeben - "War nicht mit Besoldungsreform verknüpft" - Voves und Schützenhöfer legen dafür Besoldungsreform-Gespräche auf Eis

Graz - In Sachen Nulllohnrunde stehen die Zeichen in der Steiermark auf Konflikt zwischen Landesregierung und Gewerkschaft: Die steirische Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) lässt eine Verfassungsklage gegen die Nulllohnrunde des Landes für Gemeindebedienstete prüfen. Dies teilte der Landesvorsitzende, der Grazer Gemeinderat Willi Kolar (SPÖ) am Mittwochnachmittag mit. Man habe ein Nein zur Nulllohnrunde schon bei den Gesprächen am Montagabend deponiert, aber die Landesspitzen Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hätten klargemacht, dass dies kein Thema sei. Nun habe man noch die Abstimmung am Dienstag im Landtag abwarten wollen, so Kolar. Da SPÖ und ÖVP die Nulllohnrunde nun beschlossen hätten, werde man nun eben den Klagsweg beschreiten.

Bei LH Voves und LHStv. Schützenhöfer sah man die Angelegenheit am Mittwoch etwas anders: "Wir müssen Verständnis für das Vorgehen der Gewerkschaft haben, obwohl die Vertreter der Gewerkschaft in unseren Gesprächen diese Vorgangsweise in keinster Weise zur Sprache gebracht haben. Wir erwarten nun unsererseits Verständnis seitens der Gewerkschaft dafür, dass es erst nach Vorliegen der Entscheidung des Höchstgerichts Verhandlungen über eine Besoldungs- und Pensionsreform für die Gemeindebediensteten geben kann." Dies läuft damit den Erwartungen von Kolar zuwider, der meinte, "Besoldungsreform, Pensionskasse, Abfertigung neu und die sechste Urlaubswoche waren nicht mit der Nulllohnrunde verknüpft - diese Verhandlungen mit dem Land für ein modernes, zeitgemäßes Dienst- und Gehaltsrecht werden selbstverständlich weiter fortgesetzt."

Beamtenvertreter: "Enormer Druck von Basis auf Spitzenvertreter"

Am Montag hatte es vorerst noch so ausgesehen, als würden sich die Gewerkschaftsspitzen mit der von Voves und Schützenhöfer in Aussicht gestellten Besoldungsreform zufriedengeben und dafür die Nulllohnrunde hinnehmen. Mittlerweile dürfte jedoch ein Umdenken stattgefunden haben: Der Vorschlag von Kolar, gegen diese Entscheidung eine Verfassungsklage einzubringen, wurde am Mittwoch vom Landesvorstand einstimmig angenommen. Er habe dafür bereits am Dienstag grünes Licht aus Wien eingeholt, so Kolar, Bundesvorsitzender Christian Meidlinger unterstütze diesen Schritt.

Die rechtliche Prüfung der Klage sei bereits beim Grazer Juristen und Arbeitsrechtler Kurt Klein in Auftrag gegeben worden, wie lange diese Prüfung dauere, könne noch nicht gesagt werden, so KolarE. GdG-intern liefen "natürlich auch die Vorbereitungen für die Verhandlungen betreffend Besoldungsreform". Vom Landesvorstand wurde dafür eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Der Grazer KPÖ-Gemeinderat und GLB-Personalvertreter bei der Justizwache, Christian Sikora, meinte am Mittwoch: "Für mich zeigt das den enormen Druck der Basis auf ihre Spitzenvertreter. Die Kollegen werden ganz einfach enttäuscht und verbittert". Am Dienstag waren FPÖ, Grüne und KPÖ im Landtag gegen die Stimmen von SPÖ und ÖVP bei der Abstimmung über die Nulllohnrunde in der Minderheit geblieben. (APA)

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21 Postings
Herzerzog Johann
02
15.12.2011, 17:10
Man kann den öffentlich Bediensteten ...

... nur zum Streik raten. Wenn der Müll liegenbleibt, selten Wasser aus der Leitung rinnt, das Schlagloch wächst, kein Reisepaß usw. zu haben ist, dann würde sich die Sache recht schnell erledigen.

Hubert Ungeist
 
11
16.12.2011, 05:06
Das würde aber auch zeigen

das man den Müll durchaus privat wegführen lassen kann, das Trinkwasser aus dem Supermarkt holt, das Schlagloch wird sowieso von einer privaten Firma aufgefüllt, und Reisepass kann man auch privatisieren

Sternschnuppe23
00
15.12.2011, 17:03
Verwaltungsreform

Die Beamten sind nicht Schuld dass Österreich in einer finanziell schwierigen Lage ist. Ich finde es fair wenn zumindest die Inflation abgegolten wird...

Einsparen könnte man zb, indem man viel mehr Behördenwege Online erledigen lässt! Das habe ich auch schon beim "Reformdialog" gefordert, da kann die Bevölkerung Ideen für die Reform des Öffentlichen Dienstes abgeben: http://www.reformdialog.at/ideensamm... teiligung/

Wäre super wenn das viele fordern, dann geht vielleicht was weiter....

Hubert Ungeist
 
01
16.12.2011, 05:07
Äh

die Privatangestellten sind auch nicht schuld und bekmmen reihenweise Nulllohnrunden.

ausdiemaus
31
15.12.2011, 08:44
immer diese Aufhetzung gegen "die Beamten",

ich weiß nicht wie oft in den diversen Foren schon darauf hingewiesen wurde, dass es bei den Lohnverhandlungen für "die Beamte" zu einem großen Teil um Vertragsbedienstete mit meist sehr niedrigem Einkommen handelt. Gespart wird in diesem Bereich bereits seit Jahren, bei der Nachbesetzung und bei der Einstufung, d.h. immer weniger Leute erhalten immer neue Aufgaben für weniger Geld als die Vorgänger, sicherer Job = wenn's hart auf hart kommt Fehlanzeige. Die Lebensmittel- und Energiepreise sind auch für öffentlich Bedienstete nicht niedriger, auch sie haben Familie, vielleicht die Kreditrate für das mühsam erbaute Eigenheim oder die monatliche Miete. Warum sollen die kleinen Bediensteten für die Krise büßen?

Hubert Ungeist
 
01
16.12.2011, 05:07
Geh immer die Mär mit den niedrigen Gehältern..

die sind genauso hoch wie in der Privatwirtschaft

thatslife
01
15.12.2011, 12:48

falls es dir noch nicht aufgefallen ist: österreich ist pleite und höchstverschuldet, die steiermark ist pleite und höchstverschuldet und die mehrzahl aller gemeinden ist pleite und höchstverschuldet.

wär die steiermark ein unternehmen in derselben situation würds noch lohnkürzungen geben um den bankrott abzuwenden.

Tycho Brahe
00
29.12.2011, 07:57
Wenn Du schon die Steiermark ansprichst,

die war jahrzehntelang in "Krainerhand" und vergiss nicht das hochverschuldete "Pröllland!"
Manchesmal ist es gut Geschichte zu lernen, wie schon Kreisky sagte..

mstislav raskachlovitsch
22
15.12.2011, 07:28
Ein Voves, der vermutlich einen 5-er netto hat....

wird sich mit einer Null-Lohn-Runde weitaus leichter tun, als ein d-Bediensteter mit 1.100 netto.....Pharisäer in Rot und Schwarz!

Kondratjew -Zyklus
 
40
15.12.2011, 04:36
Adresse für die "Verfassungsklage" : das Salzamt.

Midway
116
14.12.2011, 18:37
es ist ein witz!!!

diese s*c*h*e*i*s*s* beamten haben nach wie vor die feinsten verträge(weil meist unbefristet) und dazu noch ein sicher nicht unangenehmes gehalt!
ich frage mich wieso niemand auf die idee kommt, den mob zu mobilisieren und genau gegen sowas aufzumucken!
alle müssen sparen, da seh ich die beamten nicht ausgenommen.
am besten man zahlt diese menschen (und noch viele andere) nur noch leistungsorientiert!

aiuto
11
15.12.2011, 09:06
jaja, ich stimme Ihnen zu,

aber da müssen Sie sich an Neugebauer, die Ministerin Hostasch, Faymann und Spindelegger wenden. Diese Typen haben eine nahezu 3prozentige Gehaltserhöhung vereinbart. Ich verstehe die Landes- und Gemeindebediensteten sehr gut, wenn sie jetzt auch dieselbe Erhöhung begehren. Die Sch.... ist passiert, weil (siehe oben) für die Bundesbeamten ein überhöhter Abschluß gemacht wurde - und das in Zeiten, wo man von einer Schuldenbremse redet.... !

MFC
17
14.12.2011, 19:02
Meine Hoffung

Ich hoffe Sie sind mit einer Nulllohnrunde bei Ihnen ebenfalls einverstanden! Wir sollten doch alle solidarisch sein - oder nicht?

The Chaos Path
00
15.12.2011, 13:54

die durchschnittlich reallohnentwicklung in österreich ist über die letzten 10-20 jahre gleich null... die beamten sind da immer relativ gut ausgestiegen, jetzt erwischt es sie auch.

Hubert Ungeist
 
10
15.12.2011, 05:08
Und?

Die gibts in unserer Firma bereits seit 4 Jahren.

Midway
41
14.12.2011, 22:02

ich wäre mal mit ordentlichen studienbedinungen einverstanden nachdem ich direkt davon betroffen bin. aber in weiterer folge werd ichs dann mit der nulllohnrunde auch sein! ;)

Section Control
31
14.12.2011, 20:08
Im IT - Kollektivvertrag gab es die letzten Jahre sehr viele Null Lohnrunden

Vor allem bei den Istgehältern. Biennalsprünge gibt es keine. Also sollten doch mal auch die Beamten solidarisch sein, mit den vielen Arbeitslosen etc. Und wenn es einem nicht passt, so kann er ja die Firma wechseln.

alla riscossa
04
14.12.2011, 21:00
immer die gleichen märchen erzählt macht sie nicht wahrer!

biennien gibts natürlich auch in der privatwirtschaft. ich glaube vor allem, man sollte das das gericht entschiden lassen (wenn es sich dazu überhaupt herablässt). ein bissel mehr gelassenheit und etwas weniger geifer wäre kein fehler. wer jemals im ausland (auch im angrenzenden) gelebt hat, lernt erst die österreichische verwaltung schätzen! na klar ist nicht alles optimal bei uns, es geht immer besser. klar,dass jeder, der hier dampf ablässt, unterbezahlt ist und die beamten daher überbezahlt!

my PC
02
15.12.2011, 07:11
Ihre Meinung stimmnt nur bedingt

in der Privatwirtschaft ist es tatsächlich so, dass es für Arbeiter überhaupt keine Bienalsprünge gibt - die haben NUR Lohnerhöhungen. Angestellte erhalten genau 5 Bienalsprünge und dann ist es auch aus. Ein Beamter hingegen bekommt alle 2 Jahre einen Bienalsprung bis zu seiner Pensionierung. Das sind mindestens rund 15 Sprünge (=3 Mal) mehr als in der Privatwirtschaft. Weiters wird das Ist-Gehalt meiet weniger stark erhöht als das KV-Mindestgehalt - wodurch man in der Privatwirtschaft relativ bald wieder am KV ist. Und Prämien bekommt auch nur ein "elitärer" Kreis. Schaffen wir das Beamten-Gehalts- und Pensionssystem doch endlich ab und gleichen es an die der PW an. Dann sind diese "Grabenkämpfe, wer das bessere System hat, endlich weg

derhammerer
00
15.12.2011, 07:42
kommt eben immer auf den entsprechenden kv an

Hubert Ungeist
 
21
15.12.2011, 05:12
Jetzt zeigen sie mir aber EINEN

Kollektivvertrag in der Privatwirtschaft wo es 2jährige Gehaltssprünge gibt.

Was sie meinen ist die Einstufung - die ist aber nicht ausschlaggebende für den tatsächlichen Gehalt.

Wenn sie aber die Kollektivvertragliche Basis sehen, und von der ausgehen - dann bitte ich die IstGehälter der Beamten auch mit den Kollektivvertraglichen Gehältern der Privatwirtschaft vergleichen, dann werden sie sehen wie überbezahlt die Staatsbeamten bereits sind.

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