Jugendstudie: Neoliberalismus, Fremdenangst und Rechtsextremismus

14. Dezember 2011, 16:00

Motto: "Jeder ist seines eigen Glückes Schmied"

Viele Jugendliche sind stark auf sich und den eigenen Erfolg konzentriert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Institutes für Jugendkulturforschung. Sie haben untersucht wie Wiener Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren denken. Das Ergebnis ist von neoliberalem Zeitgeist geprägt, zugleich sind Fremdenangst und rechtextreme Einstellungen auf dem Vormarsch, berichtet das Ö1-Mittagsjournal.

Jeder ist seines eigen Glückes Schmied. Das ist laut Studienleiterin Beate Großegger eine Art Motto für die heutige Jugend. Wer arm ist, sei also meistens auch faul und damit selber schuld, denken fast 40 Prozent der Jugendlichen. Nur knapp 20 Prozent glauben, dass Armut auf Ungerechtigkeit in der Gesellschaft zurückzuführen ist, sagt Studienleiterin Großegger: "Darin spiegelt sich der neoliberale Zeitgeist."

Sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Karriere

Allgemein sei die Jugend stark verunsichert. Der Wunsch nach Sicherheit sei sehr groß, sagt Großegger. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen ist daher der Meinung, dass gute Bezahlung wichtiger ist als Selbstverwirklichung im Beruf. Zwei Drittel denken, dass ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger ist als berufliche Karriere. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der man relativ schwer sozial aufsteigen, aber relativ flott absteigen kann. Und die auf der Verliererseite haben schreckliche Angst, noch weiter abzusteigen."

Mit Angst ist auch das Thema Zuwanderung verknüpft. Laut der Studie stimmen 40 Prozent der Jugendlichen der Aussage zu, dass in Österreich viel zu viele Türken leben. Besonders negativ sei die Stimmung in Wohngegenden, in der sehr viele Zuwanderer leben. Die Jugendlichen dort würden Zuwanderung zum Teil als Konkurrenz sehen und glauben, dass sie wegen der Zuwanderer weniger Chancen in der Gesellschaft haben, sagt Großegger. Der Politik werde vorgeworfen, außer zu reden nichts zu unternehmen.

Rechtsextreme Gedanken

Doch nicht nur Fremdenangst sei auf dem Vormarsch, sondern auch dezidiert rechtsextreme Gedanken würden vermehrt Zustimmung finden, sagt Großegger. Laut der Studie ist fast jeder Fünfte der Meinung, dass Juden zu viel Einfluss auf die Wirtschaft hätten. Und auch die ganz offen vertretene Meinung findet sich, Hitler hätte viel Gutes für die Menschen getan. Auch hier sei die Politik gefordert, sagt Großegger. Politische Bildung in Schulen müsse stark ausgebaut werden, damit solche Meinungen aus den Köpfen verschwinden. (red, derStandard.at, 14.12.2011)

Kommentar posten
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der schalldämpfer
01
15.12.2011, 16:30
GRATULATION!

20 Jahre politisch motivierte Medienpolitik wirken…

Angelika70
01
16.12.2011, 10:31

".... und wir von abhängigen Medien entweder mit geistigem Müll oder mit Falschinformationen zugeschissen werden!"

Amalrich
 
21
15.12.2011, 15:34

Wer hat die Studie in Auftrag gegeben - die SPÖ? Tendenziöser geht's nimmer...

V995
14
15.12.2011, 15:27
eine jugend vor der mir graut

eine schande für die demokratie und eine zivilgesellschaft

chaucer
31
15.12.2011, 15:56
Wundern darf einen das nur leider nicht

Die kriegen neoliberale Gehirnwäsche und FPÖ-Slogans und das seit Jahren. Was soll da rauskommen?

Bastibastibasti
37
15.12.2011, 15:23

vlt weil die jugend überwiegend schlechtere erfahrungen mit türken sammelt, als mit anderen?

mit der kultur nichts anfangen können, weil diese so verschieden zur eigenen ist?

ich kenne viele ausländer, die mit türken nicht klarkommen. vlt ist dies ein generelles kulturproblem und nicht nur der österreichischen jugend?

chaucer
42
15.12.2011, 15:58
Na dann sag mal,

worin denn jetzt die österreichische Kultur besteht und worin die türkische. Und das bitte ohne Geschwafel...
Vielleicht liegt's einfach daran, dass seit einem Jahrzehnt systematisch gegen Türken gehetzt wird...

Herr und Frau Österreicher
 
11
15.12.2011, 15:27

Ein "generelles kulturproblem", hmmmm...

Timagoras
 
02
15.12.2011, 15:19
"Laut der Studie ist fast jeder Fünfte der Meinung, dass Juden zu viel Einfluss auf die Wirtschaft hätten. Und auch die ganz offen vertretene Meinung findet sich, Hitler hätte viel Gutes für die Menschen getan"

.
dies ist kein kennzeichen "der jugend", sondern eine in Österreich generell verbreitete haltung.
"die jugend" gibt es im übrigen genausowenig wie "die fünfzigjährigen", "die frauen", "die brillenträger" , "die schwulen" oder "die beamten".
das sind keine homogenen gemeinschaften mit überwiegend einhelligen ansichten, sondern heterogene gruppen von individuen, die nur aufgrund einer einzigen gemeinsamkeit (alter, geschlecht, etc.) in einen topf geschmissen werden.
ich glaube also nicht, dass antisemitismus, xenophobie, tendenz zum rechtradikalismus etc., kennzeichen "der jugend" sind, sondern dass das gleichermaßen in allen altersgruppen vorkommt.

die rote baronin
00
15.12.2011, 15:37
Aber es war halt eine Studie, welche die Einstellung von Jugendlichen zu gewissen Themen erfroschte (bez. das wollte).

Aber, soweit ich weiß waren die Fragen vorgegeben und wurden anonym gestellt.
Warum wurde gefragt, ob die Jugendlichen meinen, dass die Juden Einfluss auf die Wirtschaft haben? Ich glaube nicht, dass bei offenen Fragen zur Welt/-Wirtschaft gar so viele auf die Verbindung zum Judentum gekommen wären (meine These). Aber es wurde ganz konkret danach gefragt. Mit solchen Fragen (und der Art) ist es sehr, sehr leicht auf ein solches Ergebnis zu kommen (wie ich schon erwähnt habe, was der Standard aber scheinbar nicht veröffentlicht hat).

halar
00
15.12.2011, 14:51

Es wäre vielleicht nicht uninteressant zu wissen wer die Forschung in Auftrag gegeben hat.

materazzi
43
15.12.2011, 14:16

Da muss die Politik reagieren. Schnell eine Linkslinke Gesamtschule einrichten und den Kinder über das Sozialromantische Leben informieren. Und schleunigst Faymann Facebook Freund werden (aber schnell). Nicht schlecht, dass man die heute Jugend nicht beschei**en kann!

chaucer
00
15.12.2011, 15:59
Reicht ja,

wenn sie sich selbst bescheißt, wie diese Umfrage nahelegt.

GhostInside
30
15.12.2011, 15:37
je linker desto besser

Mostbluzza
41
15.12.2011, 14:09
tolle jugend

ich find das schön. was gibts denn besseres:

Jeder ist seines eigen Glückes Schmied.

früher waren die sprüche und mottos nicht verpönt und eine quasi-neoliberale-antisoziale schande.
so ändern sich die zeiten, aber hoffentlich ist sozialismus nicht genetisch bedingt.

es muss hart sein für die autoren, für österreich ist es gut, aber solche gedanken werden ihnen schon ausgetrieben, den fratzen. und rechts auch noch denken,

GhostInside
20
15.12.2011, 15:38
genau!

Was vor 60 Jahren gut für Österreich war, kann auch jetzt nicht schlecht sein...

bebop
41
15.12.2011, 14:07
Aufgeweckte Jugend

In einem Land, wo es nur sozialistische Parteien gibt ist der Pragmatismus der Jugend herzerfrischend.

GhostInside
00
15.12.2011, 15:39

welche der Parlamentsparteien ist denn sozialistisch?

Der Chronist
54
15.12.2011, 13:27
Die Darstellung unterschlägt etwas: Die Jugendlichen haben einfach die Nase voll von ihrer Elterngeneration, in der sie jene erkennen, die auf ihre Kosten in Saus und Braus verbraten, was die Großelterngeneration nach dem Krieg geschaffen hat.

Die Eltern kriegen einfach die Rechnung für ihre Verwantwortungslosigkeit und können froh sein, wenn sie nicht in Ghettos gesperrt werden oder die Zwangs-Eutanasierung wieder groß in Mode kommt.

Wenn Studien nicht nach den Ursachen einer Entwicklung fragen oder wenn Ergebnisse in Beantwortung dieser Frage medial weggeschwiegen werden, führt das zwangsläufig zu unangenehmen Entwicklungen. Das hat die Elterngeneration sich selbst zuzuschreiben.

Ich hoffen nur, dass dann auch die Richtigen drankommen: Wenn die Rechnung bezahlt wird, dann hoffentlich von Leuten wie Leitl, Schüssel, Karl, Töchterle, Hahn, den Prölls, Faymann, Schieder, Burgstaller, Kopf, Grasser, Gehrer, Fekter, Mikl.Leitner u.v.a.m, aber nicht von der Oma nebenan.

chaucer
33
15.12.2011, 15:14
Die Ursache

sind Postings wie deine, die Propaganda als Fakten verkaufen. "Die Elterngeneration" hat gar nix verbraten. Im Gegenteil: Die Staatsschulden haben uns den bisherigen Reichtum erst ermöglicht. Tatsächlich sind viele Industriekonzerne in Wahrheit nicht weniger verschuldet als die Republik Österreich - aber das stört niemanden.

Der Chronist
01
15.12.2011, 15:59

LOL, klar - Schüssel, Khol, Pröll und die ganze übrige Bande sind für den Reichtum unseres Landes verantwortlich :-)

Vorstadtmama
 
00
15.12.2011, 14:45
Wir können uns alle schon darauf einstellen...

Aber was solls: Länger arbeiten erspart den Pensionsschock. Was ihre Kritik betrifft, hat die junge Generation recht.

Tethys
00
15.12.2011, 14:21

So ein dummes Posting.

Herr und Frau Österreicher
 
51
15.12.2011, 13:11

Weniger als die Hälfte Xenophob!!!

Eigentlich ein Wunder, wenn man sich ansieht wie ungeniert und unkommentiert, da Koksgfrieser (nicht nur) in Wahlzeiten trottelhaftes rassistisches Gedankengut verbreitet, wenn man bedenkt, dass die meistgelesenen Tages"zeitungen" übelste, stumpfe Propaganda verbreiten...

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Vorstadtmama
 
63
15.12.2011, 12:38
die Jugendlichen haben ein erstaunlich realistisches Weltbild...

Ich wünsche jedem dieser Realisten viel Erfolg und die Erfüllung der gar nicht so unerreichbaren Wünsche.

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