Aktien der einstigen Vorzeigefirma der deutschen Solarbranche brachen am Mittwoch um über 60 Prozent ein
Düsseldorf - Die Berliner Solon
AG, einst Vorzeigefirma der deutschen Solarbranche, ist pleite. Nach
monatelangem Ringen mit den Banken räumte der vor 15 Jahren gegründete
Solarmodulhersteller nun das Scheitern der Verhandlungen ein und beantragte
Insolvenz für seine deutschen Niederlassungen.
Das Vertrauen der Anleger in die Solarwerte wurde am Mittwoch damit erneut
erschüttert: Während die Solon-Aktien um über 60
Prozent auf das Jahrestief von 33 Cent einbrachen, verloren Solarworld knapp
drei Prozent, die defizitären Q-Cells und Conergy je vier Prozent. Die Pleite
des mit über 400 Mio. Euro verschuldeten Unternehmens komme zwar nicht
überraschend, sei aber dennoch ein Belastungsfaktor, sagte ein Börsianer.
Solon beschäftigt in Deutschland, Italien und
den USA insgesamt 800 Mitarbeiter. Von der Insolvenz betroffen seien die
deutschen Gesellschaften mit rund 530 Beschäftigten, erklärte eine Sprecherin.
Solon hatte am Dienstagabend mitgeteilt, die
Verhandlungen mit den finanzierenden Banken und den Bürgen seien gescheitert.
Solon werde daher nun die Möglichkeiten zur
Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens nutzen.
Solon war bereits 2009 infolge des
Preisverfalls für Solarmodule in die Bredouille geraten und hatte im Jahr darauf
nur über eine Staatsbürgschaft neue Kreditzusagen erhalten. Der Bund und das
Land Mecklenburg-Vorpommern gewährten insgesamt 146 Mio. Euro an
Ausfallbürgschaft. Solon geriet dennoch immer
weiter in den Strudel der Branchenkrise: Preisverfall und Abschreibungen sorgten
in den ersten neun Monaten 2011 für einen Nettoverlust von über 200 Mio. Euro
und ein negatives Eigenkapital von 103 Millionen. (APA/Reuters)