Filmschau mit 15 kurzen und mittellangen Werken der kubanischen Dokumentar-Legende
Wien - Die großen Jahrzehnte des Santiago Alvarez (1919-98) waren die
1960er und 70er Jahre, seine Filme waren knallig, mitreißend,
aufregend und aufwühlend. Die kubanische Revolution hatte in Alvarez
einen Filmemacher, "der ihr politisches Potenzial und ihre Erotik
glaubwürdig in Kinobegriffe übertrug", wie das Österreichische
Filmmuseum anlässlich der von 14. bis 19. Dezember laufenden Filmschau formuliert.
Alvarez glaubte nicht an ein
objektives, unparteiisches Kino, sondern drückte in seinen Filmen
seine Ideale, Auffassungen und Sehnsüchte aus - Legenden rankten sich um den laut Godard "besten Schnittmeister der Welt", der ab den 80er Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten war. Die sechstägige
Spezialveranstaltung in Zusammenarbeit mit der slowenischen Kinoteka
- eine mühevoll zusammengesuchte Schau, eine rare Chance zur Wiederentdeckung - besteht aus 15 kurzen und mittellangen Werken und einer filmischen
Hommage des US-Regisseurs Travis Wilkerson. (APA)