Kein objektives Kino: Santiago Alvarez

14. Dezember 2011, 14:24
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Filmschau mit 15 kurzen und mittellangen Werken der kubanischen Dokumentar-Legende

Wien  - Die großen Jahrzehnte des Santiago Alvarez (1919-98) waren die 1960er und 70er Jahre, seine Filme waren knallig, mitreißend, aufregend und aufwühlend. Die kubanische Revolution hatte in Alvarez einen Filmemacher, "der ihr politisches Potenzial und ihre Erotik glaubwürdig in Kinobegriffe übertrug", wie das Österreichische Filmmuseum anlässlich der von 14. bis 19. Dezember laufenden Filmschau formuliert.

Alvarez glaubte nicht an ein objektives, unparteiisches Kino, sondern drückte in seinen Filmen seine Ideale, Auffassungen und Sehnsüchte aus - Legenden rankten sich um den laut Godard "besten Schnittmeister der Welt", der ab den 80er Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten war. Die sechstägige Spezialveranstaltung in Zusammenarbeit mit der slowenischen Kinoteka - eine mühevoll zusammengesuchte Schau, eine rare Chance zur Wiederentdeckung - besteht aus 15 kurzen und mittellangen Werken und einer filmischen Hommage des US-Regisseurs Travis Wilkerson. (APA)

  • "L.B.J." (1968): Impressionen von der politischen Landschaft der USA, einer der Alvarez-Werke, die ihn zu einer wesentlichen filmischen Stimme auch der US-Linken werden ließ
    foto: filmmuseum

    "L.B.J." (1968): Impressionen von der politischen Landschaft der USA, einer der Alvarez-Werke, die ihn zu einer wesentlichen filmischen Stimme auch der US-Linken werden ließ

  • Eine Rückschau: Travis Wilkersons
"Accelerated Under-Development: In the Idiom of Santiago Alvarez" (1998/2003)
    foto: filmmuseum

    Eine Rückschau: Travis Wilkersons "Accelerated Under-Development: In the Idiom of Santiago Alvarez" (1998/2003)

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