Vereinbarung soll zunächst für erstes Halbjahr 2012 gelten
Wien - Die Organisation
erdölexportierender Länder (OPEC) will die aktuelle Fördermenge beibehalten und
damit sinkende Preise vermeiden. "Wir werden nicht mehr als 30 Millionen Barrel
(je 159 Liter) am Tag produzieren", sagte OPEC-Generalsekretär Abdullah El-Badri in Wien. Die Ölminister hätten sich bei ihrem Treffen darauf
geeinigt, die derzeit von den zwölf Mitgliedern des Kartells produzierte Menge
beizubehalten. Da die Produktion in Libyen, dessen Ölförderung durch den
Bürgerkrieg zum Erliegen kam, wieder anläuft, müssen einige Länder wie
Saudi-Arabien nun aber ihre Fördermenge reduzieren.
"Jene Länder, die
überproduzieren, müssen ihre Produktion herunterfahren, um Platz für Libyen zu
schaffen", sagte Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez. Die Entscheidung soll
auch dazu beitragen, das Preisniveau zu halten: "Die Preise sind vernünftig und
der Markt ist ausgeglichen", sagte der iranische Ölminister Rostam Ghasemi, der
turnusmäßig den Vorsitz bei der Konferenz innehatte. Kurz vor der Konferenz
hatte die OPEC ihren Prognosen für die Nachfragesteigerung im kommenden Jahr
nach unten korrigiert.
Analysten sehen die Entscheidung, die tatsächliche
Fördermenge festzuschreiben, nun auch als Schritt, um Einkünfte zu halten. Eine
Steigerung der gesamten Fördermenge durch die Wiederaufnahme der libyschen
Produktion hätte bei geringerem Anstieg der Nachfrage einen Rückgang der Preise
bedeutet, meinte etwa US-Analyst Jason Schenker von Prestige
Economics.
Die Frage möglicher Sanktionen gegen den Iran wegen seines
vermuteten Atomprogrammes spielte Teilnehmern zufolge eine untergeordnete Rolle
bei dem Treffen. Der iranische Ölminister Ghasemi sagte, er erwarte keine
Sanktionen bei den Ölausfuhren: "Wir haben traditionell gute Beziehungen zu
Griechenland, Italien und anderen europäischen Ländern. Ich glaube nicht, dass
sie gegen den Export von iranischem Öl Sanktionen verhängen werden". (APA)