Muzicant über WKR-Ball: "Verhöhnung der Opfer der Schoah"

14. Dezember 2011, 12:14

IKG-Präsident und SOS Mitmensch pochen auf Absage des WKR-Balls - Herbe Kritik gegen den Termin der Veranstaltung

Wien - Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und die NGO SOS Mitmensch geben sich nicht damit zufrieden, dass der umstrittene Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) nach 2012 nicht mehr in der Hofburg stattfinden wird - sie pochen auf eine Absage der Veranstaltung am 27. Jänner kommendes Jahr. Dass der Ball am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz über die Bühne gehen soll, empfindet Muzicant als "Provokation", wie er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erklärte.

Symbole und Gedenktage seien ein wesentlicher Teil der Antisemiten, Nazis und Rechtsextremen, so Muzicant. Die Szene wüsste genau, dass der 27. Jänner nicht irgendein Tag sei, sondern jener, an dem man die Auschwitz-Befreiung begehe. "Den WKR-Ball, also die Zusammenkunft einer ganzen Schar von Holocaust-Leugnern, von Rechtsextremen, von Nazis, von Neonazis, an diesen Tag zu setzen, ist eine Verhöhnung der Opfer der Schoah."

Kritik am offiziellen Österreich

Wenn sich einige Herrschaften an diesem Tag in die Hofburg begeben, frage er sich, was sie tun: "Feiern die sozusagen die zwei Millionen Toten von Auschwitz, oder was? Tanzen sie sozusagen auf sechs Millionen toten Juden, oder was denken sich die dabei?"

Es sei ein "Skandal", dass das offizielle Österreich jede Menge Gedenkveranstaltungen begehe, aber nichts tue. Er verstehe nicht, dass das offizielle Österreich vom Bundespräsidenten abwärts nicht einfach einen Weg finde, "diese Herrschaften aus der Hofburg hinauszuschmeißen", kritisierte Muzicant.

Pönale statt Imageverlust des Staates

Nadja Lorenz von SOS Mitmensch forderte von den Pächtern der Hofburg, den Ball auch 2012 nicht zuzulassen und aus dem Vertrag auszusteigen - das einzige Risiko sei eine Pönale, also Geld. Eine Pönale stehe in keiner Relation zum Imageverlust der Republik, meinte Muzicant. Von den Spitzenpolitikern verlangte Lorenz, sich eindeutig gegen Rechtsextremismus und die Abhaltung des Balls am 27. Jänner zu deklarieren.

Auch der Autor Hans-Henning Scharsach, der über Verbindungen des Korporierten-Milieus zur FPÖ referierte, sprach sich für eine Absage der Veranstaltung aus. Heribert Schiedel, Rechtsextremismus-Experte des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW), verwies unter anderem darauf, dass im WKR die Angehörigen der rechtsextremen Studentenverbindungen dominierten.

Hofburg: "Absage steht nicht zur Diskussion"

Findet der Ball wie geplant statt, werde es Aktionen geben, kündigte Alexander Pollak von SOS Mitmensch auf Nachfrage an, man sei gerade in der Planung. Dazu dürfte es wohl kommen, denn für die Wiener Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH ist eine Absage des umstrittenen Balls bzw. eine Kündigung des Vertrags mit dem Veranstalter nach wie vor kein Thema. "Das steht für uns nicht zur Diskussion", erklärte Kongresszentrum-Geschäftsführerin Renate Danler am Mittwoch. Man stehe zu rechtsgültigen Verträgen. Signale, dass der Veranstalter den Vertrag lösen will, gebe es ebenfalls keine, meinte Danler auf eine entsprechende Frage. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 254
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Ich bin der Meinung...
00
28.1.2012, 17:24
Diese Burschenschafter

sind auch eine Verhöhnung für (fast) jeden Österreicher.

Robert Alexander
22
20.12.2011, 14:13
Als Jude könnte ich eigentlich sagen, was ich von Muzicant halte...

...ohne, dass man mir vowerfen kann, ich käme aus einem rechten Eck. Aber mein Statement würde hier der Zensur zum Opfer fallen, deshalb lass ich es...

Corpo
25
15.12.2011, 17:09
Was mich mal interessieren würde...

und das hat jetzt gar nicht mit dem Hrn. Muzikant zu tun, man verzeihe mir diese Themenverfehlung.

Wissen die Leute hier, die immer von den Burschis, Schlitzis oder was auch immer reden eigentlich, dass es eine sehr große Anzahl jüdischer Studentenverbindungen gab und das andere Verbindungen zunächst auch Juden aufgenommen hatten?
Herzl der Begründer des Zionismus war einige Jahre Mitglied bei der Burschenschaft Albia Wien und er focht auch eine Mensur. Leider bedingt durch den immer stärker werdenden Antisemismus der auch in den Studentenverbindungen einzug hielt verließ er die Albia wegen antisemitischer Äußerungen anderer.

Ein anderes Beispiel ist Berthold Auerbach der bei der Burschenschaft Germania war. Selbst Freud war in einer.

sog i eh
02
30.12.2011, 13:37

ja, der Herzl, das war aberr lang bevor die Burschenschaften sich der Naziideologie anschmiegten (und bis heute nicht niederlegten).

Herr und Frau Österreicher
 
31
16.12.2011, 08:47

Jau und schon beim Wartburgfest wurden Bücher verbrannt...

Christian Eder
43
15.12.2011, 19:28
Lieber Corpo:

Sie scheinen ja ganz gut über die Geschichte Bescheid zu wissen. Es stimmt, dass die von Ihnen angeführten Personen Burschenschafter waren, ehe, was Sie auch zu Recht anführen, Juden ausgeschlossen wurden und die Burschenschaften ziemlich komplett ins rechtsradikale Lager abtrifteten. Die Leute, die jetzt in der Hofburg tanzen, gehören aber leider ebendiesem rechtsradikalen bis neonazistischen Lager an, oder sie dulden diese Personen zumindest auf dem Ball- da beißt die Maus keinen Faden ab. Und gegen diese Leute richtet sich auch meine Häme.

Kodo_KAV
10
17.1.2012, 21:52
Rechtsradikal ist nicht zwingend antisemitisch

Die Feindbilder sind woanders - Israel wird eher bewundert als gehasst

Corpo
12
16.12.2011, 11:48

Was Sie und viele hier nicht verstehen oder einfach nicht wahr haben wollen ist, dass es nicht nur Burschenschaften sondern auch andere schlagende Korporationen gibt und dass die Mehrheit der schlagenden Korporationen, auch der Burschenschaften, durchaus rechts sind aber nicht nationalsozialistisch sind.

Sie sehen immer nur jene paar, die am meisten auffallen.
Ganz guter Artikel dazu: http://www.wdr.de/wissen/wd... ungen.php5

Wooldeworth
77
15.12.2011, 15:24
Herr Muzikant, es tut mir leid

aber angesichts dessen, was Ihresgleichen in Israel aufführt kann und will ich derartige Wortmeldungen einfach nicht mehr hören. Sie sind unglaubwürdig und lächerlich!

Ich bin der Meinung...
00
28.1.2012, 17:25
Dass Herr Muzikant

für die Politik Israels verantwortlich wäre, ist mir jetzt aber völlig neu.

Na hoffenlich ist Herr Niavarani nicht auf für die Politik Irans verantwortlich.

Oder Attila Dogoudan für das griechische Budgetdisaster.

Linkslinker Gutmensch1
00
17.1.2012, 20:22

Ich wüsste nicht was Angehörige des jüdischen Glaubens mit den Aktionen des israelischen Staats zu tun haben außer dass sie den Glauben teilen. Aber ich fühle mich auch nicht schuldig wegen den Aktionen die Christen irgendwo setzen. Also was unglaubwürdig und ähnliches angeht sollte man immer zuerst vor der eigenen Haustüre kehren... ohne jemanden beleidigen zu wollen.

maNishma
01
18.12.2011, 16:01
"ihresgleichen"?

Corpo
22
15.12.2011, 17:42

So sehr ich mich sträube für den Hrn. Muzikant Partei zu ergreifen, aber was recht ist muss recht bleiben!

Was hat er denn mit "irgendwelchen Dingen die in Israel aufgeführt werden" zu tun?

Jemand wegen Aktivitäten anderer zu verurteilen ist schäbig und auch gerade beim Hrn. Muzicant gar nicht notwendig, es reicht, wenn man sich darauf konzentriert was er selbst sagt!

Franzerl1
10
14.1.2012, 11:07

momenterl, jemand wegen aktivitäten anderer zu verurteilen, machen großteils israelitische gemeinden ständig, und nebenbei verdienen sie dabei nicht schlecht...

niewieder nett
 
34
15.12.2011, 16:22

herr wooldeworth: es tut mir leid. sie als nachkomme von bewohner nazideutschlands. was ihresgleichen aufgeführt hat..von ihnen will ich sowas nie wieder hören. sie sind unglaubwürdig und lächerlich.

fällt ihnen was auf? oder ists eh absicht, dass sies mit der keule probieren? so platt mein lieber. so platt.

Christian Eder
42
15.12.2011, 15:02
Aber, aber!

Wer wird sich denn so aufregen, liebe Burschis? Sooo viele rote Stricherl, weil man euch künftig den Ball wegnimmt!. Wie sagte schon Friedrich Torberg in seiner Parodie auf den "Trompeter von Säckingen" eures Bundesbruders Viktor von Scheffel? "Hiddigeigei selbst, der Kater, krümmt sich vor dem Bierverschiss..."

Pivo01
02
15.12.2011, 14:57
wkr ball immer am letzte Fr im Jänner

der WKR Ball wurde doch die letzten Jahrzehnte immer am letzten Freitag im Jänner abgehalten, wieso kommt die Kritik Muzicants erst jetzt?

Wooldeworth
00
15.12.2011, 15:33
Jaja, das Alter...

Vegetarier riechen nach Blümchen
00
15.12.2011, 14:53

Man muss nicht paranoid sein um sich verfolgt zu fühlen...

erlich
00
15.12.2011, 14:08
... hintergründiges zum wkr ...

http://www.contextxxi.at/context/c... dex.html#1

Ent-täuscher
59
15.12.2011, 13:53
Glaubwürdiger wäre Herr Muzikant,

würde man von ihm auch Kritisches zur polit. Situation Israels hören, z.B., dass Netanyahu eine Politik macht, die Strache geradezu harmlos erscheinen lässt. Und die rassistischen Töne des Herrn Liebermann wird man von den angebl. oder tatsächl. österr. Nazis vergeblich suchen.
Man könnte die unzähligen Belanglosigkeiten, des Hrrn Muzikant getrost überhören, gäbe es nicht ausländ. Kräfte, die ihm Glauben schenken.
So gesehen schadet der Herr nach Kräften dem Land, in dem er lebt, das ihn schützt und dessen Interessen er eigentlich zu nützen hätte.

Herr und Frau Österreicher
 
83
15.12.2011, 14:01

Warum muss er das? Er ist Österreicher und lebt hier!

Corpo
12
15.12.2011, 16:12

Ich würde Ihnen Recht geben, wenn Herr Muzikant sich in seinen Aussagen sonst auch nur auf Österreich beschränken würde, was aber nicht der Fall ist.

Im September meinte er noch, dass eine Anerkennung Palästinas bei der UNO den Nahen Osten destabilisieren würde.
Er hat sogar insofern für Israel gesprochen als das er mit Krieg rechnete weil Israel das einbringen eines solchen Antrags als Bruch des Osloer Abkommens sehen werde....

Wooldeworth
31
15.12.2011, 15:26

Ah ja, das entbindet ihn natürlich völlig von einer Verurteilung der Situation in seinem Herkunftsland...

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
01
15.12.2011, 16:53

Sein Herkunftsland ist Österreich. Der Strache wird auch nicht auf Deutschland angesprochen.

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