Kochsalz statt Kontrastmittel bei Injektionen

Injektion von Medikamenten bei Wirbelsäulenbeschwerden kann jetzt ohne Kontrastmittel durchgeführt werden

Mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) kann die Behandlung gereizter Wirbelsäulen-Nerven ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Eine Testinjektion mit Kochsalzlösung genügt, um die korrekte Lage der Injektionsnadel zu kontrollieren und die Verteilung des Medikamentes vorauszusagen. Das ergab eine am Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum durchgeführte Studie in Kooperation mit zwei Wissenschaftern der Johns-Hopkins-University Medical School Baltimore.

Mehr Patientensicherheit

Um ein Medikament sicher an die korrekte Position im Innern des Wirbelkanals zu bringen, wird unter röntgenstrahlungsfreier MRT-Bildgebung die Injektionsnadel millimetergenau platziert, über die das Medikament dann verabreicht wird. "Normalerweise müsste zuerst ein Kontrastmittel injiziert werden, damit die Verteilung des später einzubringenden Medikamentes absolut präzise bestimmt werden kann", erläutert Dietrich Grönemeyer, Leiter des Grönemeyer Instituts für Mikrotherapie Bochum und Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke in einer Aussendung. Durch eine neu entwickelte MRT-Bildgebungsmethode können Wirbelsäuleneingriffe mit Kochsalzlösung in vergleichbarer Qualität wie mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Dies sei ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Patientensicherheit und einer noch schonenderen und darüber hinaus kostengünstigeren Behandlungsweise.

Für die Studie wurden 105 MRT-gesteuerte Wirbelsäulenbehandlungen (sogenannte epidurale Injektionen) entweder mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt. Die statistische Auswertung der Daten zeige, dass die Eingriffe mit Kochsalzlösung nicht nur ebenso gut, sondern auch genauso schnell durchführbar sind. "Nachdem wir MRT-Bildgebungsmethoden für die Planung, für die Platzierung der Sonden und zur Dokumentation der Medikamentenverteilung entwickelt haben, können wir nun MRT-gesteuerte Wirbelsäulenbehandlungen sicher, strahlungsfrei und frei von Kontrastmitteln durchführen", betonen die Physikingenieure Martin Deli und Serban Mateiescu sowie Marietta Garmer, leitende Radiologin des Instituts. (red, derStandard.at)

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