Nach Bilanzskandal

Olympus mit Halbjahresverlust

14. Dezember 2011, 11:42

Von Bilanzskandal erschütterter japanischer Kamerahersteller vermied mit Bilanzvorlage in letzter Minute Verbannung von Tokioter Börse

Tokio - Der in einen Bilanzskandal verwickelte Kamerahersteller Olympus könnte trotz der fristgerechten Vorlage von Zahlen nach wie vor von der Börse ausgeschlossen werden. Der japanische Konzern bleibe auf der Beobachtungsliste für eine mögliche Streichung der Börsennotierung, teilte die Tokioter Börse am Mittwoch mit. Zuvor hatte die in Misskredit geratene Firma nur Stunden vor Ablauf der gesetzten Frist korrigierte Bilanzzahlen für die vergangenen fünf Jahre vorgelegt. Die überarbeiteten Daten deckten ein Loch von rund 819 Mio. Euro in der Bilanz auf. Zudem legte der von einem der größten Bilanzskandale Japans gebeutelte Konzern die überfälligen Zahlen für das erste Halbjahr vor und nahm damit zumindest die ersten Hürden, um eine Börsennotierung aufrecht zu erhalten.

Die korrigierten Zahlen zeigten per Ende Juni 2011 ein um umgerechnet 819 Mio. Euro (84 Mrd. Yen) niedrigeres Nettovermögen. Olympus teilte zudem mit, bis Ende September sei das Vermögen weiter auf 46 Mrd. Yen gesunken, von 225 Mrd. Yen im März 2007. Damit erhielten Spekulationen neuen Auftrieb, Olympus müsse mit einem anderen Unternehmen fusionieren oder Vermögenswerte verkaufen, um die Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.

Investoren erleichtert

Zugleich rechnet der Traditionskonzern nun für das Ende September zu Ende gegangene erste Halbjahr mit einem Nettoverlust von umgerechnet rund 318 Mio. Euro. Ursprünglich hatte der Konzern einen Gewinn erwartet. Trotz der trüben Nachrichten zeigten sich einige Investoren am Mittwoch erleichtert, dass Olympus die Zahlen noch fristgerecht vorgelegt hat und in den vergangenen Jahren zu keinem Zeitpunkt technisch insolvent war, also die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte überstiegen haben.

"Sehr wahrscheinlich muss Olympus sein Kapital erhöhen. Es ist das beste für das Unternehmen mit anderen zusammenzugehen", sagte Ryosuke Okazaki von ITC Investment Partners. Interesse an Olympus wird unter anderem den Rivalen Fujifilm und Hoya nachgesagt.

Der Hersteller von Kameras und Medizintechnik wie etwa Endoskopen zeigte sich am Mittwoch trotz der Rücknahme der Gewinnprognose zuversichtlich, die notwendige Finanzierung weiterhin über Kreditinstitute abdecken zu können.

Olympus hatte eingeräumt, in den vergangenen Jahren rund eine Mrd. Euro falsch verbucht zu haben. Dabei wurden Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe ausgewiesen. (APA/Reuters)

Nr.3645
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15.12.2011, 14:26
hat der standard also auch schon den olympus-skandal mitbekommen...

nicht schlecht...dafür, dass seit vielen wochen von anderen berichtet wird, ist man wieder einmal mit topaktuellen infos versorgt.

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