Der erste Zug kam im Pariser Gare de l'Est an
Paris - In Anwesenheit des französischen Verkehrsministers Thierry Mariani und der französischen Sängerin Patricia Kaas hat am Dienstagabend in Paris eine Zeremonie anlässlich der Ankunft des ersten Direktzuges von Moskau über Berlin nach Paris stattgefunden, der von der französischen Staatsbahn SNCF gemeinsam mit der Russian Railways betrieben wird. Der Zug startete am Montag um 08.51 Uhr in Moskau und erreichte Paris nach einer 3.177 Kilometer langen Fahrt tags darauf pünktlich um 20.31 Uhr nach einer Fahrt von 38 Stunden und 40 Minuten.
Verkehrsminister Mariani erinnerte daran, dass bisher bloß ein einzelner Waggon direkt von Moskau nach Paris transportiert wurde, während die steigende Nachfrage nunmehr die beiden Bahngesellschaften veranlasst habe, eine ganzen Zug auf der Strecke zu organisieren. Im Winter wird die Bahn auf der Linie dreimal die Woche verkehren, im Sommer fünfmal. "Uns war daran gelegen, den Passagieren die Reise von Moskau nach Paris angenehm zu gestalten, indem sie nur eine Nacht an Bord des Zugs verbringen müssen", betonte Michail Akulow, Vizepräsident von Russian Railyways.
Fünf Länder
Die neue Bahnverbindung durchquert fünf Länder (Russland, Weißrussland, Polen, Deutschland, Frankreich) und macht in den Städten Viazma, Smolensk, Krasnoie, Orcha, Minsk, Brest, Terespol, Warschau, Poznan, Rzepin, Oderbruch, Frankfurt-an-der-Oder, Berlin, Hannover, Fulda, Frankfurt-am-Main und Saarbrücken halt. "Nach dem Erfolg der Linie Moskau-Nizza wünsche ich mir, dass diese neue Verbindung von Moskau mit Paris die Zusammenarbeit mit Russian Railyways noch weiter verstärkt", betonte die SNCF-Generaldirektorin Barbara Dalibard. Sie erinnerte auch an die weiteren Projekte der SNCF in Russland, insbesondere die Errichtung des Hochgeschwindigkeitszugs TGV von Moskau nach Sankt Petersburg (660 Kilometer) und von Moskau nach Ekaterinburg (1.600 Kilometer).
Kaas, die zur Eröffnung der Bahnlinie am Gare de l'Est ein Band durchschnitt, betonte ihre enge Verbindung mit Russland, die vor zwei Jahrzehnten begonnen hat. "Ich bin froh, dass man nunmehr auf so rasche und konviviale Weise zwischen Moskau und Paris reisen kann", sagte die in Russland sehr beliebte Chanson-Sängerin. "Es ist angenehm, auf diese Weise zu reisen, man redet, isst und trinkt miteinander und hat so die Gelegenheit, sich näher kennenzulernen", meinte die 45-Jährige. (APA)