Erfolg an der TU Wien

Natürliche Wirkstoffe gegen Feuerbrand entwickelt

13. Dezember 2011, 21:51

Pflanzenextrakte statt Antibiotika sollen die Krankheit bekämpfen

Wien - Auch bei einheimischen Bauern ist die Pflanzenkrankheit Feuerbrand ein gefürchteter Feind von Obstbäumen. Üblicherweise wird er mit dem Antibiotikum Streptomycin bekämpft - wegen Rückständen etwa im Honig eine umstrittene Methode. An der Technischen Universität (TU) Wien haben Wissenschafter nun einen natürlichen Wirkstoff gegen die Krankheit entwickelt und nach eigenen Angaben erfolgreich getestet. Heidrun Halbwirth wurde dafür am Montag in Wien mit dem KIWIE-Preis ausgezeichnet. Die Silbermedaille der Korea International Women`s Invention Exposition (KIWIE) prämiert Forschungsarbeiten, die in konkrete Erfindungen münden.

Das Vorbild für die neue Bekämpfungsmethode kommt aus der Natur, nämlich von Apfelbäumen, die gegen Feuerbrand resistent sind. Auf der Suche nach jenen Substanzen, die für die Resistenz verantwortlich sind, stießen die Forscher auf Flavonoide. Das ist eine Gruppe von Pflanzenstoffen, die in vielen Pflanzen die Blütenfarbe bestimmen.

Vom instabilen Wirkstoff zum funktionierenden Derivat

"So wie die Substanz beim Apfelbaum gefunden wurde, ist sie industriell nicht nutzbar, weil sie sehr instabil ist", erklärte Halbwirth in einer Aussendung der TU. Am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien wurde daher ein stabiler Stoff ähnlicher Struktur, die Forscher sprechen von einem "Derivat", wie der gewünschte Wirkstoff entwickelt. Dieser wird erst vor der Verwendung durch die Beifügung eines zusätzlichen Enzyms aktiviert. So kann die Substanz direkt auf die blühenden Apfelbäume aufgespritzt werden - der Wirkstoff entsteht dann direkt auf der Apfelblüte aus der frisch aktivierten, stabileren Substanz.

An dem Institut wurde auch schon ein aus Walnüssen gewonnener Stoff gefunden, der gegen Feuerbrand wirkt. In Labor- und Freilandversuchen war sowohl dieser Walnuss-Wirkstoff Juglon als auch die enzymatisch aktivierten Flavonoide laut TU erfolgreich, auch Firmen sollen bereits Interesse an einer raschen Umsetzung in ein marktfähiges Produkt zeigen. (APA, red)

Bonobo
00
18.12.2011, 16:48
:-)

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