Schengen-Erweiterung

Keine Entwicklungshilfe

Kommentar | Adelheid Wölfl, 13. Dezember 2011, 19:07

In der EU fehlt es an transparenten und gemeinschaftlichen Instrumenten, um Fehlentwicklungen entgegenzusteuern

Der Schengen-Beitritt von Rumänien und Bulgarien wird politisch missbraucht. Es ist nur ein Teil der Wahrheit, dass er von Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Finnland verzögert wurde, weil das rumänische Justizsystem blockiert ist, Schmiergeld viel zu oft die Geschäfte bestimmt und die Leute sich an der Grenze Zigarettenpackerln in ihre Socken stopfen. Das Nein einiger alter EU-Staaten ist nicht primär eine wohlgemeinte Entwicklungshilfe, um Korruption zu unterbinden.

Es war zunächst ein populistischer Akt Frankreichs, das keine rumänischen Roma im Land haben will. Dass Rumänien und Bulgarien trotz Erfüllung der Kriterien deshalb ausgesperrt blieben, empfanden sie als paternalistische Erniedrigung, die Misstrauen und Nationalismus schürte. Dahinter vermuten viele zudem eine andere Agenda: Einige EU-Staaten wollen die volle Integration aller Balkanstaaten langfristig verzögern. Tatsächlich haben die Niederländer diese Rolle schon seit längerem übernommen.

Dabei ist die Sorge um das rumänische Justizsystem überaus berechtigt. Offenbar fehlt es in der EU an transparenten und gemeinschaftlichen Instrumenten, um Fehlentwicklungen entgegenzusteuern - so auch in Italien oder in Griechenland. Unklare Bedingungen und Doppelmoral sind jedoch gefährlich, weil sie etwas zerstören, was längerfristig wichtig ist: die Hoffnung und die Zuversicht, die die neuen und alten Europäer mit der EU verbinden. (DER STANDARD-Printausgabe, 14.12.2011)

Johannes99
00
14.12.2011, 18:08
Transparente gemeinschaftliche Standards gibt es ja,

aber nicht die Möglichkeit, sie über Nacht durchzusetzen. Folgt man der Logik der Autorin, müsste die EU die Macht haben, alle rumänischen und bulgarischen Richter abzusetzen und durch Leute aus dem Westen zu ersetzen. Detto bei der Polizei, der Verwaltung, der Politik.
Immer diese Schuldumkehr: Schuld sind nicht die Rumänen, Bulgaren oder Griechen, Schuld sind die EU-Bürokraten, die deren Betrügereien zulassen.
Die Staaten waren nie EU-reif, sind aber in der EU. Das ist unumkehrbar, also leben wir auch mit den Folgen.

Johannes Benn
00
14.12.2011, 13:40
.

selbst wenn alle rumaenen, bulgaren und auch die roma nach zentraleuropa stroemen - das ist verkraftbar. fraglich ist nur ob diese laender in der lage sind die europaeisch außengrenze zu schuetzen, insbesondere ob sie in der lage sind illegale einwanderung ueber das schwarze meer zu unterbinden

Igor Gassner
00
14.12.2011, 07:44
Zur Erinnerung

Rumänien war das land wo führende Politiker sagten wir sind nicht reif in die Eu aufgenommen zu werden und dennoch aufgenommen wurde.

Rumänien und Bulgarien zusammen ca 3 Millionen Roma sind nicht gerade eine Minderheit wie die Lappen in Nordskandinavien.

Wicked Vienna
00
14.12.2011, 14:36

Dieses ewige Sündenbock suchen....

Grad die Roma haben sich nicht unglaublich bereichert.
So wie es die "Oligarchen" und "Mafioten" um "gelbe Münzen" Anfang der 90iger taten.

Erwin Wolfram
00
13.12.2011, 23:30
...

tja es ist halt in der jetztigen situation nicht opportun alle bankrott gehen zu lassen die fremde aufnehmen, wie das ueblich war, jetzt arbeitet die eu eben daran es gerechter zu gestalten, nach 10 jahren so ist es ja auch schon aufgefallen, obwohl der standard meinte sowas gibt es nicht, da er daran die gruende nicht aufzuzeigen beidhaendig verdient, das ist ihn halt lieber als eine arbeitsleistung zu erbringen, tatsaechlich ist das verwaltungssystem korrupt, unfaehig und unwillig, eventuell reiche mit guten beziehungen koennen die herausfoerderungen meistern... ich will das auch so einen bloedsinn schreiben duerfen wie der standard.

Wicked Vienna
00
14.12.2011, 14:34

Gelungen ! Etwas zu schreiben...

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