Taxi-App löst Kartellstreit aus

13. Dezember 2011, 18:53

Taxi-Apps mischen den heimischen Taximarkt auf

Die beiden App-Hersteller Intelligent Apps und get-a-taxi mischen mit ihren Taxi-Apps den heimischen Taximarkt auf. Das beschert jetzt den Wiener Taxizentralen 40100 und 31300 noch vor Weihnachten Post - nicht vom Christkindl, sondern von der Bundeswettbewerbsbehörde. Inhalt: Eine Klage gegen die Exklusivitätsklausel in den Funkverträgen der Taxizentralen, mit der die innovative Direktbestellung von Taxis per Smartphone-App ausgebremst werden soll.

Expansion

2009 starteten die Hamburger Jungunternehmer Sven Külper und Niclaus Mewes myTaxi. Die seit August 2011 in Wien angebotene App gibt es in Deutschland mittlerweile in 22 Städten. Damit können Fahrgäste ein Taxi vom Smartphone aus direkt bei dem Fahrer bestellen, der ihnen am nächsten ist. Vorteil für Ortsunkundige: Sie müssen keine Nummer einer Funkzentrale kennen; dank GPS weiß die App genau, wo der Fahrgast steht. Der Gast kann auch Bestelloptionen angeben wie Kurierfahrt, Mitführen eines Hundes oder Zahlen mit Kreditkarte. Er erfährt, wann der Wagen voraussichtlich bei ihm eintrifft und was die Fahrt ungefähr kostet. Seit der Expansion nach Wien haben sich laut Külper 350 Taxilenker für das Handyservice bei myTaxi registriert, jede Woche kämen 20 hinzu. Für jede darüber vermittelte Fahrt entrichten diese eine Provision von 99 Cent.

Teuer

Das Funkservice der großen Taxizentralen kommt den Taxlern dagegen wesentlich teurer: Die sogenannte kleine Monatspauschale kostet 160 Euro plus 1,45 Euro pro Fahrt. Darum will die mobile App-Konkurrenz den beiden Funkzentralen, die ungefähr die Hälfte der 5000 Taxis in Wien vermitteln, nicht recht schmecken: Sie werden bei den neuen Taxi-Apps ohne großen Aufwand mit einem billigeren Service übersprungen.

Funkverträge gekündigt

Ihren Unmut darüber haben sie den Wiener Taxiunternehmer S. (der "aus Angst vor weiteren Repressalien" ungenannt bleiben möchte, Anm.) bereits spüren lassen. Funkverträge für drei seiner Fahrzeuge wurden ihm kurzerhand unter Berufung auf die Konkurrenzklausel gekündigt. Diese sieht vor, dass ein konzessioniertes Fahrzeug nicht zeitgleich mit anderen Vermittlungsfirmen zusammenarbeiten darf. Eine Regelung, die für Leo Müllner, Geschäftsführer von 40100, völlig "üblich und zulässig" ist - er verweist im Standard-Gespräch auf die Franchisebranche. Er blicke der Wettbewerbsklage gelassen entgegen. Was ihn nicht hindert, bis dahin die Konkurrenz mittels Agents Provocateurs auszuforschen, wie er frei erzählt.

Eine österreichische Erfindung

Nicht erfreut über die Entwicklung ist auch Martin Waldbrunner von 31300. Ihn ärgert besonders, dass sein Unternehmen schon vor einem Jahr eine Taxi-App im Portfolio habe, die aber, "weil es eine österreichische Erfindung ist, bei den Leuten hierzulande auf geringe Resonanz stößt". Im Unterschied zur myTaxi- und get-a-taxi-App sind beim Smartphone-Service von 31300 und 40100 die Taxifahrer aber weiterhin am Gängelband der Zentralen. (Karin Tzschentke, DER STANDARD Printausgabe, 14. Dezember 2011)

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myTaxi

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
TS8078
01
18.12.2011, 19:15
Funk oder App

Warum glauben so viele, dass Taxifahrer unbedingt vermittelt werden müssen?

Ich bin selbst Taxiunternehmer und brauche weder Funk noch den App. Was mir aber bei den neueren App Get-a-Taxi gefällt - und deswegen habe ich mich auch entschlossen hier mitzumachen, dass der Kunde die Möglichkeit hat, sich seinen Chauffeur und seine Bewertungen vorher anzusehen und ihn dann gezielt buchen kann. Danach kann er/sie die Fahrt bewerten. Im Gegenteil zum Funk ist es ein Lotteriespiel was da kommen kann, von Super gepflegtem Taxi mit Chauffeur bis zur Rostlaube mit einem eher unqualifizierten Fahrer.

Da heute Sicherheit, Qualität und Service im Vormarsch sind, wird sich über kurz oder lang dieser Service etablieren.

leaping frog
01
15.12.2011, 12:01
wieder ein geschäftmodel, dass nicht erkennt das sie veraltet ist. ;-)

Achmo Ledbid
00
16.12.2011, 11:42
nur werden...

...mittels lobby alte unzeitgemäße unfaire geschäftsmodelle auf ewigkeit erhalten. siehe auch content-industrie (medien/geräte-pauschalabgaben usw.)

citykid
00
nicht immer auf weigkeit ...

das dicke fette papiertelefonbuch ist auch quasi weg. das posting von TS8078 zeigt dass die win-win-win situation praktiziert wird. sollte nur eine sache von wenigen jahren sein bis solche app dienste standard sind.

sainty1
00
14.12.2011, 15:44
lool schieben IHR versagen auf die Taxler und Kunden..

krank

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
00
14.12.2011, 17:34
genau so es alle anderen machen?

Stephan Meiningen
00
14.12.2011, 15:20
Europaweites taxi-app taxi.eu

Ich hab von ner app namens taxi.eu gehöhrt mit mehr als 40.000 Taxis, soweit ich wieß hat mytaxi nur 4.000. kein wunder wenn man darüber kein taxi bekommt...

Mandark
00
14.12.2011, 11:01
App: Taxicenter

Verwende die App Taxicenter und bis jetzt hat sie einwandfrei funktioniert. 2 mal drücken und Taxi ist bestellt. Keine Adressangaben, keine Nummern merken mehr. Taxi innerhalb von 5 min (meistens 3min) dagwesen. Auch Vorbestellung hat einwandfrei funktioniert!

12345 ... weiter weiss ich nicht!
20
14.12.2011, 09:37
die teuersten Taxis fahren durch Wien ...

so teure Taxifahrten wie in Wien hatte ich bisher nirgens! Einwenig Wettbewerb für die Rufnummern ist schon gut, denn 2 quasi Alleinherrscher verständigen sich schon auf ein Preisnivau das für beide lukrativ ist! Einen Wettbewerb gibts da nicht! Weder mit Preis noch mit Service!
Das scharfe vorgehen gegen die Taxler versteh ich nicht! Sowas müsste bestraft werden!

Daruma-San
00
14.12.2011, 17:52

Wobei die Taxi Preise in Wien eher noch moderat sind zB gegen Deutschland usw...

Semperitfan
00
14.12.2011, 13:05

Zu bemerken wäre, daß der Fahrpreis überhaupt nichts mit den Funkzentralen zu tun hat, sondern vielmehr vom Landeshauptmann vorgeschrieben wird.

der weniger schreibt als er liest
60
14.12.2011, 07:58
Telefon ist schneller als APP

Praxistest am Samstag, 10.12.2011, ca. 10 Uhr.
Abfahrtsadresse: Wien 23, Anton-Baumgartner-Straße Ecke Schwarzenhaidstraße. Zu zweit haben wir getestet, was schneller ist. Gleichzeitig Handy genommen und bestellt. Mit dem Telefon hatte ich schon die Antwort: Das Taxi kommt in ca. 4 Minuten - während die myTaxi App immer noch bei der Bestimmung der Position war.
Ich werde also weiterhin per Telefon bei 60160 bestellen. APP ist ein liebes Spielzeug - aber schneller sicher nicht!

WilWil
01
14.12.2011, 15:44
was faymann kann, können andere auch...

C. J.
10
14.12.2011, 11:26

Das Taxi bestellt und das Handy hatte nichtmal die Position bestimmt?
Entweder das Handy hatte ein grottenschlechtes GPS oder es war in einem kleinen Durchgang und die Satelliten sind verdammt ungünstig gestanden.

itzibitzistriezi
01
14.12.2011, 10:36

ich geb ihnen recht.. ich fahr nur mit dem taxi unter alkoholeinfluss ...und dann die adresse eingeben dauert ewig :)

handy ist schneller

jeff.
11
14.12.2011, 09:59
danke für den objektiven test...

eines mitgliedes des managment einer funkzentrale!

tut mir leid, aber das ist zu offensichtlich.

Sägnüt
 
00
14.12.2011, 18:40

Offensichtlich sind wohl eher Ihre Postings, lieber Sven oder Niclaus aus Hamburg.

malso malso
00
14.12.2011, 12:03
glaub ich nicht,

kenne dasselbe aus meiner erfahrung...

Amadox
00
14.12.2011, 11:02

muss gar ned sein. ich geb ihm sogar recht: ich hab auch meist per telefon bestellt, das geht in wenigen sekunden. die app hat ja tatsächlich gewisse ladezeiten die den vorgang des bestellens etwas länger machen, und aufgrund der noch geringeren verbreitung wartest dann wohl auch mal länger bis das taxi bei dir ist.

dennoch ists mit der app *einfacher*, was beim weg über die app besticht ist halt vorallem auch der service *nach* der bestellung, wenn man schauen kann wo das taxi bleibt und so. und zu wissen dass es für den taxler auch noch *fairer* is, ist ein bonuspunkt für die app.

mnc
00
14.12.2011, 09:05

Viel Spass im Ausland auf die nicht verständliche Frage wo das Taxi denn hinkommen soll. Da bringen die gewonnenen 2min sicher Berge.

smeexseus ...
 
07
13.12.2011, 23:28

"" Ihn ärgert besonders, dass sein Unternehmen schon vor einem Jahr eine Taxi-App im Portfolio habe, die aber, "weil es eine österreichische Erfindung ist, bei den Leuten hierzulande auf geringe Resonanz stößt".""

so ein blödsinn .viele suchen gerade zu nach produkten anwendungen und lösungen aus österreich

ich vermute es liegt eher an der schlechten werbung ,dass es das schon länger gibt hör ich heute zum ersten mal ! und hat die app keinen namen ? warum sagt er nicht gleich den namen dazu ?

der braucht sich echt nicht wundern

der weniger schreibt als er liest
04
14.12.2011, 08:08
Link für Taxi APP

Ich bin etwas entäuscht von "der Standard" - insbesondere der einseitigen Berichterstattung. Dieser Artikel ist nichts als kostenlose? Werbung für myTaxi. Zu sehen schon daran, dass als Link nur der von myTaxi zu sehen ist.
Auf allen HP's der Funkzentralen wird die APP - die übrigens mehr Fahrzeuge Europaweit als myTaxi zur Verfügung hat - angeboten:
http://www.taxi31300.at
http://www.taxi40100.at
http://www.taxi60160.at
Bei einer objektiven Berichterstattung und einem mindestanteil an eigener Recherche hätten diese Links zum Artikel gehört.

jeff.
11
14.12.2011, 10:01
danke, herr funkzentralenmanager!

Wichtiger Wichtel
00
23.12.2011, 13:19

"Dieser User hat bisher 5 mal gepostet." - Und alle Posts bei dem Thema hier.

Ja - könnte was dran sein.

amicale76
00
14.12.2011, 09:00
Wirklich traurig!

31300: 12 Downloads
40100: 14 Downloads
60160: 14 Downloads
myTaxi: 1.029 Downloads (alle Länder)

... ich kannte dieses Angebot auch nicht und warum werden die Fahrer nicht angehalten, bei jedem Kunden freundlich darauf hinzuweisen? Einfacher kann man die Botschaft nicht verbreiten!

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