Wiener ÖVP

"Der undankbarste Job der Republik"

13. Dezember 2011, 18:28

VP-Obmann Juraczka führte bereits vor Wochen Gespräche mit FP

Wien - "Profil" sei das kritische Schlüsselwort in Bezug auf den am Montag gewählten Wiener ÖVP-Obmann Manfred Juraczka. Denn, so der Politologe Peter Filzmaier im Standard-Gespräch, dieser sei noch ein komplett unbeschriebenes Blatt.

Es werde schwierig für Juraczka, sich ein klares Image mit Ecken und Kanten zuzulegen. "Die namentliche Unbekanntheit wird sich schnell lösen, aber wofür steht er?", fragt sich Filzmaier. Die Position des nicht amtsführenden Stadtrates, die Juraczka seit September innehat, sei "die eines besseren Frühstücksdirektors ohne Kompetenzen".

Zudem sei die Wiener ÖVP eine Kleinpartei, die derzeit in Umfragen bei maximal zehn Prozent liegen würde. Juraczka verkündete, die ÖVP zum "bürgerliche Gegenmodell" in der Hauptstadt machen zu wollen. Dafür müsste sich die Oppositionspartei vor allem um die Themen Wirtschaft und Sicherheit bemühen - Sozialpolitik ist mit Rot-Grün breit besetzt, die zusammen auf rund 60 Prozent der Stimmen kommen.

"Rein rechnerisch steckt die ÖVP in einem Dilemma. Die FPÖ als andere Oppositionspartei ist doppelt so groß und steht seit vielen Jahren bei Mitte-rechts-Themen im Vordergrund", so der Politologe.

Gegen die FP würde die VP derzeit nicht ankommen, eventuell aber gemeinsame Sache machen: Juraczka habe sich schon vor Wochen bei ihm vorgestellt, bestätigt Johann Gudenus, Klub-Chef der Wiener FP. "Wir hatten ein gutes Gespräch über den einen oder anderen Bereich, in dem wir uns Zusammenarbeit durchaus vorstellen können", so der Freiheitliche.

Filzmaier attestiert der ÖVP eher ein Management- denn ein Kommunikationsproblem: "Allein, dass er sechs Stellvertreter ernannt hat, deutet auf einen Kompromiss in den eigenen Reihen hin und lässt nicht vermuten, dass Jurazcka volle Personal- und Budgethoheit als Chef hat." Um auch wirklich etwas erreichen zu können, bräuchte der schwarze Obmann zentrierte Macht. "Mittelfristig hat er nur geringe Chancen, etwas zu gewinnen, das ist der undankbarste Job der Republik", so Filzmaier.(Julia Herrnböck, DER STANDARD; Printausgabe, 14.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Cassidorus
 
00
16.12.2011, 06:54
Obmann der Wiener VP - die unnötigste Position

der Republik Österreich.

dhl
00
14.12.2011, 14:22
Die sieben Zwerge?

Juraczka+6 Stellvertreter.

Markus1975
01
14.12.2011, 13:10
lieber Hr. Filzmaier

Also Parteivorsitzender der ÖVP, egal in welchem Bundesland stelle ich mir schon aufgrund des Gehaltes nicht als den undankbarsten Job der Republik vor ...
Polizist zu sein (und das ist nur ein Beispiel) ist sicher dann doch etwas undankbarer als Parteiobmann der ÖVP Wien zu sein .... Man sollte dann doch etwas differenzieren zwischen wirklichen Jobs die mit wirklicher Arbeit verbunden sind und Jobs in einer geschützten Werkstatt, die man nur aufgrund der eigenen Blödheit verlieren kann ...

Walter Kaiser.
00
14.12.2011, 18:48
Wieso grade Polizist?

samba cat
00
14.12.2011, 12:49
sechs stellvertreter?

soviele oevpler gibts noch in wien?

sorry, falls andere diesen ueberaus aufglegten schon vor mir gepostet haben.

Wolfgang56
01
14.12.2011, 10:56
Undankbarer Job?

Bekommt er nichts bezahlt dafür? Ich sehe das anders. Der hat doch optimale Voraussetzungen. Noch tiefer wird die Wiener ÖVP nicht sinken. Im Gegenteil, mit der regierenden Rot/Grün (Verbotepartei) hat doch die Wiener ÖVP, die besten Chancen bei den nächsten Wahlen auf Zugewinne. Dafür brauchens nicht einmal ein Programm oder was hackeln!

Guigui
00
14.12.2011, 13:18

Also bei Verboten tritt Rot-Grün in direkter Konkurrenz zur Stenzel-Uschi. Die wäre doch eine Bereicherung für den Unterhaltungswert im Politkasperltheater gewesen!

Radio Eriwan
00
14.12.2011, 11:42
Na ja,

er steht immerhin an der Spitze der Autofahrer-Lobby.

niewieder nett
 
10
14.12.2011, 11:10

die aussage vom filzmaier ist auch ein blödsinn und auch eine frechheit. die haben alle keine ahnung mehr von undankbaren jobs. wenig bodenhaftung halt.

auch gut...
11
14.12.2011, 09:17
So undankbar erscheint...

...der Job gar nicht.

Schlechtere Umfragewerte der ÖVP wird man dank der Kernwählerschicht nicht mehr erreichen können.

Die enorme Kritik an der rot/grünen Stadtregierung dürfte ebenso eine gute Starthilfe darstellen.

Konsequente Politik nach dem Vorbild der hervorragenden und beliebten ÖVP-LH´s machen... und bei den nächsten Wahlen schaut sie Sache schon wieder viel besser aus.

Also frisch ans Werk, die Oppositionsrolle gezielt ausspielen, die Belastungen der Wiener Bürger unter Rot/Grün hervorstreichen.

Steter Tropfen höhlt den Stein, beim zum erwartenden Wegbruch der Grün- und Rotwähler in Wien, auch für die NR-Wahlen da sie dort über ihre Kernwählerschichten verfügen, lassen schwarz/blau 2013 in Griffweite erscheinen.

samba cat
00
14.12.2011, 12:51
ironie...?

sonst kann ich nur vorsichtig mitteilen, landeshauptleute koennen sich licht beliebt machen, die haben naemlich geld zu verteilen, was einer oppositionspartei nicht so leicht fallen wird.

undankbar find ich den job allerdings auch nicht. fuer die kohle wuerd ich vielleicht auch ein paar jahre lang den watschenmann geben.

Gerg K.
03
14.12.2011, 08:12
Undankbar?

Vielleicht, weil es um Demokratie geht. In der ÖVP jedoch um Macht, egal ob Dorfkaiser oder Stadtstreicher...

Walter Kaiser.
02
14.12.2011, 07:47
In Wien haben, wenn überhaupt, nur gradlinige, intelligente ÖVPler wie Busek oder Fischler eine Chance

Fischler nat. in Wahrheit auch nicht, weil er thematisch nicht herpasst.

Kuh Yvonne
12
14.12.2011, 05:36

Ich bin keiner, der die SP lobt - doch gegen die ÖVP ist (zumindest die Wr.) SPÖ eine Offenbarung.

Anscheinend waren Marek und Kurz im Geil-O-Mobil doch so etwas wie das allerletzte Aufgebot. Direkt ekelhaft und widerlich, was da abgelaufen ist.

Kuh Yvonne
00
14.12.2011, 05:31

Was, die ÖVP hat in Wien noch immer 10 Prozent?

Fritz Meyer
00
14.12.2011, 03:42
Ja, es muss wirklich verdammt schwer sein...

heutzutage noch ein Profil zu finden, wenn die Leute immer mehr wert auf Prinzipientreue, Ehrlichkeit und Loyalität ihrer Politiker legen.

der schwitzbär der schwitzt sehr
011
14.12.2011, 01:36
ich mußte aus Mitleid weinen

als Schüler dem Verein beigetreten, in der geschützten Werkstätte Alcatel fett verdient

bisher hat Jurackzka alles richtig gemacht

daß die Schleimspur jetzt auf Mitleid hochpoliert wird, ist unverständlich

Wer sich mit dem Gudenus hinsetzt, um Gemeinsamkeiten zu suchen

=> ist bei mir unten durch

Pfui Deibel kann ich nur sagen. Echt zum Weinen.

franz fröhlich
02
13.12.2011, 23:28
Seit Busek haben die

ja nur mehr arrogante UnsympathlerInnen oder DodelInnen gewählt (ich liebe das Binnen-I).
Im letzte Wahlkampf z.B. haben sie es geschafft, das sympatischte Foto eines Politikers seit langem zu plakatieren - nur war`s leider das vom politischen Hauptgegner :)
Und das Geilomobil war bei der ÖVP ungefähr so passsend, wie wenn Fekter ihre Budgetrede gerappt hätte - nein ich muß mich korrigieren, dann wäre sie erträglicher gewesen.

Gerg K.
00
14.12.2011, 08:13
Na dann ergänzen Sie es doch, das Binnen-I.

Mir gefällt besonders: geschlechtsindikatives Binnen-I:-)

Mr. Spock (der echte)
01
13.12.2011, 22:34

nehmen sich ganz schoen wichtig, die Herrschaften der Wr. OEVP.

monoton
02
13.12.2011, 20:35

macht es wirklich einen unterschied welche pappfigur die industrie,- und reichenlobbyisten nach außen vertritt.
als käufliche platzhalter wundert mich überhaupt wer diese eigentliche noch wählt

Bastardl
02
13.12.2011, 20:00
Wenn man sich schon als Egoist zu erkennen gibt,

so ist dass Gehalt für den "undankbarsten Job der Republik" doch recht gut bezahlt...

und die Blauen freuen sich schon auf eine Freunderlwirtschaft wie zur Hochblüte...

Asylwiener
33
13.12.2011, 19:47
in Wahrheit

ist der undankbarste Job der Republik der Mittelstand.

Darf rund um die Uhr, am besten 2 Jobs, hackeln, damit genug Geld für Leben und Abgaben da ist, damit dann die ÖVP-Wien ihre Leute dafür bezahlen kann dass sie sich gegenseitig absägen und -schiessen anstatt vernünftige (oder auch nur irgendeine) Politik zu machen. Gilt ident für andere couleurs und weiterflächige Gruppierungen.

sophistes
310
13.12.2011, 20:07
Selbst verschuldet

Das hat sich der Mittelstand zu einem großen Teil selbst eingebrockt, indem er sich gegen seine Interessen mit den Vermögenden verbündet, um sich von der Unterschicht abzugrenzen (zu der viele selbst ernannte Mittelständler in Wahrheit gehören).

Literaturtipp zum Thema: Ulrike Herrmann: Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht.

Kuh Yvonne
20
14.12.2011, 08:16

Passt!!

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