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Washington/Bagdad/Wien - Der irakische Premier Nuri al-Maliki, der am Montag in Washington mit Präsident Barack Obama den Countdown zum Ende der US-Truppenpräsenz im Irak einläutete, hat nur mehr wenig mit jenem Maliki zu tun, der im Sommer 2006 seinen Antrittsbesuch in Washington absolvierte. Der damals als Kompromisskandidat ins Amt gekommene Vizechef der kleinen schiitischen Dawa-Partei war ein ausgesprochen schwacher Regierungschef, und viele rechneten damit, dass ihn der ausbrechende Bürgerkrieg im Irak bald hinwegfegen würde. Bagdad wurde von Putschgerüchten heimgesucht, in dessen Mittelpunkt Malikis Rivale, Iyad Allawi, stand.
Heute ist alles anders: Die USA hinterlassen einen konsolidierten, starken Maliki - und werden der Sache, abseits aller Lippenbekenntnissen zur strahlenden Zukunft des Irak, dennoch nicht recht froh. Die innenpolitischen Verhältnisse im Irak sind mehr als prekär, wenn zu Jahresbeginn durch den Abzug der US-Armee das Land fast neun Jahre nach Kriegsbeginn im März 2003 in eine neue Ära eintritt. Das Vertrauen in die Demokratiefähigkeit Malikis ist stark angeknackst - und nicht nur, weil dieser mittlerweile zwei private Armeebrigaden sein eigen nennt, die nicht dem Verteidigungsministerium unterstehen und damit jeder institutionellen Kontrolle entzogen sind.
Aus dem Projekt einer Regierung auf breiter Basis, das der knappe Wahlverlierer Maliki - mit zwei Mandaten hinter Allawi - 2010 ankündigte, ist auch nichts geworden. Allawi, den viele Säkulare und viele Sunniten gewählt hatten, wurde nicht an der Macht beteiligt, und Maliki hat das Verteidigungsministerium nicht, wie versprochen, mit einem Konsenskandidaten besetzt. Er regiert gerne an den Institutionen vorbei und pflegt einen autoritären Ton, der manche - vor allem die Kurden, deren Verhältnis zu Bagdad schlecht ist und die den Abzug der US-Truppen deshalb mit besonderer Sorge sehen - an Saddam Hussein erinnert.
Die fast einzige Hoffnung, die die USA in Bezug auf Maliki nun haben, ist, dass er sich seines in den letzten Jahren erworbenen Rufs als strammer irakischer Nationalist würdig erweist und dem Iran genauso widerborstig gegenüber steht wie den USA, die zuletzt politisch in Bagdad völlig einflusslos waren. Der Iran war dementsprechend ein großes Thema bei der Pressekonferenz Obamas und Malikis im Weißen Haus. Obama bemühte sich, dem Eindruck zu widersprechen, der Abzug sei eine - nicht zu verantwortende, wie manche Republikaner meinen - strategische Schwächung der USA zu einer Zeit, in der die Wahrscheinlichkeit einer Konfrontation mit dem Iran wächst. Er pochte darauf, dass die USA der Partner Bagdads - wo sie eine der größten Botschaft der Welt, wenn nicht die größte, betreiben - bleiben. Es gibt eine strategisches Rahmenabkommen der beiden Länder, das aber erst mit Leben erfüllt werden muss.
Der Irak will und braucht noch viel von den USA - vor allem militärische Aufrüstung, die es nicht geben wird, wenn sich Bagdad als iranischer Vasall erweist. Gleichzeitig wird jedoch Maliki die strategischen Interessen der USA in der Region auf keinen Fall automatisch unterstützen.
Das zeigt sich im Fall Syriens, wo Maliki an der Seite Bashar al-Assads bleibt. Maliki wird vorgeworfen, dabei an die iranischen Verbündeten zu denken beziehungsweise eine "konfessionelle" schiitische Politik zu machen. Aber Maliki hat wohl weniger etwas für den Baathisten Assad übrig (auch wenn dieser Alawit ist) als Angst vor einem Bürgerkriegs-Szenario in Syrien, das der Irak bereits erlebt hat - und das wieder zurückschwappen könnte. (Gudrun Harrer, DER STANDARD-Printausgabe, 14.12.2011)
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die manche Poster hier als "Realität" betrachten, obwohl sie nur ihre Ressentiments loswerden wollen:
Die USA haben nicht verloren. Sie sind mit dem Ziel in den Irak einmarschiert, die Diktatur Saddams zu beenden und eine Demokratie zu errichten. Der von Linken, Rechten und allen anderen Dummköpfen so verhasste George Bush hat dies getan. Der Irak ist eine Demokratie und die bislang unterdrückte Mehrheit der Schiiten regiert auch das Land.
Obama hat mit dem Rückzug lediglich ein Wahlversprechen eingelöst und übergibt der irakischen Regierung ihre Souveränität.
Dass es für manche so unerträglich ist, dass der Irak keine Diktatur mehr ist, überrascht nicht, aber dies soll uns nicht davon abhalten, den Einsatz der USA zu würdigen. Salute!
Unglaublich wie Obama alles Schön reden will.
http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/O... 36176.html
besonderes der satz der Irak ist nicht perfekt aber zum teil Stabil.
und das er den Krieg für beendet erklärt,hat das nicht der Bush schon 2 mal getan?
muss Obama einen Verlorenen Krieg am ende zum dritten mal als beendet erklären.
peinlich das die USA gewollt oder ungewollt,die Ajatollas im Iran mehr macht gegeben haben durch ihre unüberlegten Kriegs führung.
zu einem Staat gemacht, in dem diese Mehrheit nun zu ihrem demokratischen Recht verholfen wurde.
Dieser Mut wird von denen als Imperialismus denunziert, die Saddams Diktatur und Massenmorden nichts weiter hinzuzufügen hatten, und die mehr hunderttausend Opfer der "irakischen Widerstands" ignorieren.
Der Schiiten des Irak werden ihre Demokratie nicht zugunsten einer iranischen Herrschaft aufgeben. Der Iran hat den unterdrückten Schiiten niemals gegen Saddam helfen können, sondern 1989 den Krieg gegen ihn verloren. Die Schiiten im Irak wissen auf wessen Muscle sie vertrauen können.
irgend wie Sind Sie nicht in der lage irgend etwas zu lesen und auch gleichzeitig zu verstehen.
was ist an diese aussage so schwer zu verstehen.
genau das wissen die und das sind ausschliesslich ihre eigenen.
weder Iran noch USA und noch weniger saudie Arabien.
kein mensch hat hier was von Al Sadr oder .... erwähnt.
"Die fast einzige Hoffnung, die die USA in Bezug auf Maliki nun haben, ist, dass er sich seines in den letzten Jahren erworbenen Rufs als strammer irakischer Nationalist würdig erweist und dem Iran genauso widerborstig gegenüber steht wie den USA, die zuletzt politisch in Bagdad völlig einflusslos waren."
Also nicht anders als vor dem Krieg. Die USA haben nichts erreicht und damit den Krieg verloren. Fragt sich nur, wer ihn gewonnen hat.
"Ihre Hoffnungen auf einen modernen, demokratischen Staat haben die USA im Irak längst begraben ..."
Genau! Kriege werden ja neuerdings geführt damit man moderne und demokratische Staaten errichten kann!! *LOL* Da fehlt nur noch die grenzdebile "Brunnen- und Schulen-bauen"-Geschichte!
Wir werden doch jetzt hoffentlich nicht weiter mit der selben US Propaganda zugeschüttet, die sie zur Eröffnung ihres Angriffskrieges eingesetzt hat.
Hoffnung auf einen modernen demokratischen Staat mittels Zerstörung eines Landes und Massakrierung und Entwürdigung seiner Bevölkerun und Institutionen ......... verbiegen sich da nicht die Tasten des Harrer Computers???
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