Umsetzung von zwei Vereinbarungen hat begonnen
Belgrad - Serbien hat mit der Umsetzung von zwei im Dialog
mit Pristina erzielten Vereinbarungen begonnen. Der Chef des
serbischen Verhandlerteams, Borislav Stefanovic, erklärte am Dienstag
gegenüber der staatlichen Presseagentur Tanjug, es handle sich um die
Einigung über Zollsiegel und Personenregister.
Die Umsetzung anderer Einigungen - Grundbücher,
Universitätsdiplome, Bewegungsfreiheit und integrierte Grenzkontrolle
betreffend - werde in "nächster Zukunft" beginnen, sagte Stefanovic.
Stefanovic zufolge gibt es keine festgelegten Daten für die
Umsetzung der Vereinbarungen. Eine Ausnahme stellt demnach nur die im
Sommer vereinbarte Bewegungsfreiheit dar, deren Umsetzung an den
Grenzübergängen Merdare und Konculj nach seinen Angaben bis zum 26.
Dezember beginnen soll. Die Bürger des Kosovo werden danach in
Serbien mit dem Kennzeichentafeln "KS" einreisen dürfen, präzisierte
Stefanovic. Bisher war die Einreise nur den Fahrzeuge mit serbischen
Kennzeichen ermöglicht.
Die kosovarische Chefverhandlerin Edita Tahiri erklärte zuvor
gegenüber der Tageszeitung "Danas", dass der Dialog mit Belgrad erst
dann fortgesetzt werde, wenn Serbien mit der Umsetzung der bisherigen
Vereinbarungen beginnen werde und die Barrikaden im Nordkosovo
beseitigt seien. Anderen Quellen in der kosovarischen Regierung
zufolge dürfte eine nächste Gesprächsrunde noch vor Jahresende
stattfinden.
Im Nordkosovo war die Lage am Dienstag erneut gespannt, nachdem
von ortsansässigen Serben elf Fahrzeuge der EU-Rechtsstaatsmission
EULEX bei Mitrovica blockiert wurden. Die EULEX-Fahrzeuge waren zum
Grenzübergang Jarinje unterwegs, um einen russischen Hilfskonvoi zu
begleiten. (APA)