Streit um Schnüffel-Software: Carrier IQ gibt Abfangen von SMS zu

13. Dezember 2011, 16:34

Seien durch Fehler auf Server gelangt und nie ausgewertet worden

Im Streit um den angeblichen Einsatz von Schnüffel-Software auf Millionen US-Handys hat der Dienstleister Carrier IQ erstmals eingestanden, SMS mitgeschnitten zu haben. Sie seien aber nur durch einen Fehler auf die Server des Unternehmens gelangt und nie ausgewertet worden, sagten Carrier-IQ-Manager dem US-Blog "All Things Digital". Die Software habe die SMS nur in den seltenen Fällen abgefangen, wenn sie während eines Telefonats abgeschickt wurden.

Dienstleister

Carrier IQ ist ein Dienstleister für Mobilfunk-Unternehmen, der von mehreren US-Netzbetreibern genutzt wird, darunter AT&T und T-Mobile USA. Die Aufregung kochte hoch, nachdem ein Software-Experte ein Video veröffentlicht hatte, in dem nach seinen Angaben zu sehen war, wie die Software von Carrier IQ auf einem Handy Suchanfragen und gewählte Telefonnummern schon beim Eintippen registrierte.

Carrier-IQ-Manager Andrew Coward sagte jetzt, in dem Video sei in Wirklichkeit eine Datei des Smartphone-Betriebssystems Android zu sehen gewesen. Zugleich habe man in dem Video nicht erkennen können, welche Art von Informationen an die Server von Carrier IQ gegangen sei.

Zu dem SMS-Fall sagte Firmenchef Larry Lenhart: "Wir wussten nicht einmal, dass sie aufgezeichnet wurden." Sie seien in einem nicht auswertbaren Format gespeichert gewesen, auch die Netzbetreiber hätten nichts davon gewusst. Das Unternehmen bereitet gerade die Antwort auf eine Anfrage aus dem US-Senat vor und ging kurz davor mit ausführlicheren Informationen an die Medien.

Hilfe

Bisher wies Carrier IQ alle Vorwürfe kategorisch zurück und erklärte, Daten von Verbrauchern seien weder mitgeschnitten noch weitergeleitet worden. Der Dienst soll Mobilfunk-Anbietern helfen, die Netze besser zu managen. Dafür würden etwa Informationen über abgebrochene Verbindungen und andere Ereignisse gesammelt, hieß es.

In den USA wurde nach den Vorwürfen bereits eine Sammelklage gegen Carrier IQ, Smartphone-Hersteller und Netzbetreiber in Gang gesetzt. Ob "Carrier IQ" auch in europäischen Telefonen verbaut ist, ist unklar. Die Telekom Austria Group erklärte Anfang Dezember auf APA-Anfrage jedenfalls, "dass A1 keine Daten dieser Software zur Verfügung hat oder haben will". Darüber hinaus habe man bereits Stellungnahmen der Handyhersteller eingefordert, was den Einsatz des Programms angehe. (APA/dpa)

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14 Postings
Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
00
14.12.2011, 09:39
bin ich glücklich KEIN smartphone zu besitzen

Est-dragon
00
14.12.2011, 14:27

Würde zu Ihnen auch nicht passen.

römerquelle trinker
00
14.12.2011, 09:04
ich lass mich nicht ausspionieren

ich kauf mir jedenfalls kein amerikanisches Handy mehr

und besser als ein nokia ist android und iphone auch nicht

Est-dragon
00
14.12.2011, 14:28

Geht aber nicht um die Handy-Hardware, sondern um die Software und die ist bei Nokia ab der Microsoft Ära durchaus amerikanisch.

t 3
 
00
14.12.2011, 16:59
eigtl.

gibts nicht viele smartphones, deren os nicht aus us stammt...

Fritz Meyer
03
14.12.2011, 03:49
Passt perfekt in den Trend.

Z.B. dem Verkauf von Überwachungstechnologien an Diktaturen, Fluggastdaten an die USA, Überwachung der eigenen Bevölkerung (SPG) usw.

Zeit zum Aufwachen, liebe Bevölkerung!

Albatros99
00
14.12.2011, 08:50
Re: Fritz Meyer

Zu spät, viel zu spät, leider.

Albatros99

Andreas Grois
00
13.12.2011, 20:23

Es stimmt, im Video ist ein Android-Log zu sehen. In diesem wird gezeigt, welche Events an die Carrier IQ Software weitergeleitet werden. Was Carrier IQ damit macht, kann man nicht erkennen, aber warum sollte die Software Events mitschneiden, die dann nicht ausgewertet werden?

horli
00
13.12.2011, 20:03
der burli
01
13.12.2011, 19:21
lügenbande

michikklas
00
13.12.2011, 18:52

Klagt diese Koffern in Grund und Boden.

Andreas Grois
01
13.12.2011, 20:48

Nicht nur Carrier IQ, auch (oder vor Allem) die Unternehmen, die die Schnüffelsoftware installieren ließen.

horli
00
13.12.2011, 18:29
Software ausser Kontrolle

Ein besseres Argument für freie Software können diese Quacksalber nicht mehr liefern.

Nicht nur, dass bei proprietärer Software kein Dritter wissen kann was die Software macht, wissen scheinbar die Firmen selber nicht mehr was ihre Software macht.

Das bedeutet wir nutzen Software die ausser jeglicher Kontrolle geraten ist.

Software sollte daher generell unter öffentliche Kontrolle gestellt werden (=freie Software)

Wowbagger
01
13.12.2011, 17:24

Nicht nur SMS:

"Carrier IQ räumt nun ein, dass die Kontrollsoftware protokollieren kann, welche Websites mit einem Mobiltelefon oder Tablet aufgerufen werden. Ob solche Details gespeichert und übertragen werden, entscheidet der Mobilfunkanbieter, der die Kontrollsoftware von Carrier IQ installiert, sagt die Firma."

"Unklar ist derzeit auch, ob Ermittler in den Vereinigten Staaten die von Carrier IQ erhobenen Nutzungsdaten verwenden. Auf eine Anfrage bei der US-Bundespolizei FBI nach der Nutzung dieser Daten reagierte die Behörde mit der Aussage, darauf könne man wegen laufender oder möglicherweise anstehender Ermittlungen nicht antworten."

http://www.spiegel.de/netzwelt/... 63,00.html

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