Lehrerausbildung

PHs wollen regulären Master ab 2012 anbieten

13. Dezember 2011, 16:53

Bisher nur kostenpflichtig und als Fortbildung an Pädogischen Hochschulen - Schmied will neue Lehrerausbildung "auf Augenhöhe" mit den Unis

Bereits ab dem kommenden Studienjahr will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) das erste reguläre Masterstudium an Pädagogischen Hochschulen anbieten. Das kündigte Schmied gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Entwicklungsrates für Pädagogische Hochschulen (PH), Andreas Schnider, bei einer Pressekonferenz an.

Laut Schnider soll das Masterstudium noch nicht flächendeckend angeboten werden, einzelne Pilotprojekte werden aber bereits im Studienjahr 2012/13 gestartet. Die Studienangebote wurden bereits ausgeschrieben; die PHs können ihre Bewerbungen für Hochschullehrgänge noch bis zum Ende des nächsten Jahres einreichen. Der Fokus der Masterstudien liegt Schnider zufolge auf Mentoring und Schulmanagement.

Derzeit gibt es an PHs Masterstudiengänge nur unter dem Titel Fortbildung, die Angebote sind kostenpflichtig und nicht öffentlich. Für die Einführung staatlich finanzierter Masterstudien, wie sie ab nächsten Jahr angeboten werden sollen,  ist eine Änderung des Hochschulgesetzes notwendig, was laut Ministerium noch im ersten Halbjahr 2012 geschehen soll.

Fünf Jahre Pädagogische Hochschulen

Die Pädagogischen Hochschulen wurden 2005 eingeführt. Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Vertreter der PHs nutzten das Jubiläum für eine "Zwischenbilanz". Laut Ivo Brunner, Vorsitzender der PH-Rektorenkonferenz, sei seit 2006 intensiv an der hochschulischen Neuorientierung in der Lehrerbildung gearbeitet worden, der "Paradigmenwechsel zu einer hochschulischen Struktur" sei gelungen.

Schmied und die Vertreter der PHs ließen es sich auch nicht nehmen die Pädagogischen Hochschulen im Wettbewerb rund um die neue Lehrerausbildung in Stellung zu bringen. Wie berichtet, soll die Lehrerausbildung vereinheitlicht werden. Ob die Ausbildung der Pädagogen an den Universitäten oder an den PHs verortet werden soll, ist derzeit noch umstritten. Während Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) die Ausbildung an den Universitäten sieht, spricht sich Schmied für eine dominante Rolle der Pädagogischen Hochschulen aus. 

Lehrerausbildung an Uni und/oder PH

Schmied sagte bei der Pressekonferenz, dass die PHs derzeit ausgearbeitet und weiterentwickelt werden, um bei der neuen Lehrerausbildung - gemeinsam mit den Universitäten - ein "Best of" durch Kooperationen anbieten zu können. "Wir wollen hochprofessionell auf Augenhöhe zusammenarbeiten", so Schmied. Die Zusammenarbeit werde am Ende in Linz anders ausschauen als in Vorarlberg und in Graz anders als in Wien, sagte die Unterrichtsministerin.

Neues Dienstrecht

Um weniger Berichterstattung über "die Betoniererfraktion" im Bildungsbereich bat Wolfgang Weissengruber, Vorsitzender der Standesvertretung der Pädogischen Hochschulen. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium bei der Ausarbeitung des neuen Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrende an PHs, das im Ministerrat beschlossen wurde und am 1. Oktober 2012 in Kraft treten soll. Weissengruber sieht in dem "universitären, eigenständigen Dienstrecht" eine Stärkung "des akademischen Charakters der PH". "Es gibt kein Stundenzählen mehr, sondern am Anfang des Jahres eine schriftliche Vereinbarung mit dem Rektor darüber, was der qualitative Output sein soll", so Weissengruber.

Schmied sieht die Eingigung über das neue Dienstrecht als "Meilenstein" und hofft auf Signalwirkung für die Verhandlungen über das Lehrerdienstrecht. Die erwiesen sich bisher als zäh. Die Unterrichtministerin hat sich eine Einigung in dieser Legislaturperiode (bis 2013) vorgenommen. (lis, derStandard.at, 13.12.2011/APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 68
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Lehrer87
00
28.1.2012, 14:41
Letzter Teil

Was bringt ein Dr. oder ein Master., wenn dieses Wissen in der Praxis nicht mehr abrufbar oder fehl am Platz ist. Ich appelliere hiermit an alle Lehrkörper und alle die es noch werden: Engagiert euch für ein Miteinander und partizipiert euch! Nicht für ein besseres Bild des Lehrerberufs in der Gesellschaft, oder um euren Selbstwert gegenüber anderer Lehrergruppen zu steigern. Wir sind es die Schule gestalten und mitbestimmen müssen! Im Zentrum stehen die Kinder!

Liebe Grüße

Lehrer87
00
28.1.2012, 14:39
Teil 3

Ich möchte hiermit unterstreichen, dass eben solche sinnlosen Streits zwischen AHS und APS Ausbildung endlich der Vergangenheit angehören sollen. Wir sollten meiner Meinung nach nicht mehr in einer Zeit leben, in der parteipolitische Interessen die Oberhand über unser Schulsystem besitzen. Ein guter Lehrer ist ein engagierter Lehrer, dessen Idealismus zumindest während des Unterrichts erkennbar ist. Es ist egal ob er von einer PH oder auch von einer UNI kommt. Ich habe auch schon an der UNI studiert und möchte folgendes festhalten. Fachwissen ist unabdingbar für einen guten Lehrer, jedoch sollte dies nicht punktuell gelernt werden und nach der Klausur wieder vergessen werden. --> letzter Teil

Lehrer87
00
28.1.2012, 14:37
Teil 3

Ich möchte hiermit unterstreichen, dass eben solche sinnlosen Streits zwischen AHS und APS Ausbildung endlich der Vergangenheit angehören sollen. Wir sollten meiner Meinung nach nicht mehr in einer Zeit leben, in der parteipolitische Interessen die Oberhand über unser Schulsystem besitzen. Ein guter Lehrer ist ein engagierter Lehrer, dessen Idealismus zumindest während des Unterrichts erkennbar ist. Es ist egal ob er von einer PH oder auch von einer UNI kommt. Ich habe auch schon an der UNI studiert und möchte folgendes festhalten. Fachwissen ist unabdingbar für einen guten Lehrer, jedoch sollte dies nicht punktuell gelernt werden und nach der Klausur wieder vergessen werden.

Lehrer87
00
28.1.2012, 14:36
Teil 3

Ich möchte hiermit unterstreichen, dass eben solche sinnlosen Streits zwischen AHS und APS Ausbildung endlich der Vergangenheit angehören sollen. Wir sollten meiner Meinung nach nicht mehr in einer Zeit leben, in der parteipolitische Interessen die Oberhand über unser Schulsystem besitzen. Ein guter Lehrer ist ein engagierter Lehrer, dessen Idealismus zumindest während des Unterrichts erkennbar ist. Es ist egal ob er von einer PH oder auch von einer UNI kommt. Ich habe auch schon an der UNI studiert und möchte folgendes festhalten. Fachwissen ist unabdingbar für einen guten Lehrer, jedoch sollte dies nicht punktuell gelernt werden und nach der Klausur wieder vergessen werden. --> Teil 4

Lehrer87
00
28.1.2012, 14:34
Teil 2

Andere wichtige Aspekte (Erstlesen, Erstschreiben, Leistungsdifferenzierung und stärkenorientierte Förderung im Unterricht,…) werden zu wenig und zu ungenau behandelt! Die Politiker, die über die weitere Entwicklung unserer Ausbildung entscheiden, sind, wie ich finde, die Ursache allen Übels. Sie orientieren sich an wirtschaftlichen Interessen und nicht, wie sie behaupten, an den Interessen des Kindes als Individuum! Sie weichen bei Konfrontation mit Themen die sie nicht beantworten wollen bzw. parteipolitisch nicht beantworten dürfen (Diskussionsrunde Fr. Schmied und Hr. Enzenhofer an der PH OOE zum Thema Lehrerbildung „Neu“, 2011) geschickt aus. Ganz nach Politikermanier!!! --> Teil 3

Lehrer87
00
28.1.2012, 14:30
Liebe Leute!

Ich schließe dieses Jahr meine Ausbildung an einer PH ab. Ich will ganz ehrlich sein. Es ist kein Qualitätskriterium für eine gute Vorlesung wenn der Vortragende einen Titel besitzt! Ich sehe das Hauptproblem zum einen an der zu schnellen Umstellung des Systems (von der Pädak ? Bach + Master). Es mangelt einfach daran, dass die Professoren im Haus zu wenig Absprache betreiben und am Curriculum wenig bis kein Mitspracherecht besitzen. Montessori, Piaget oder das Schreiben von Stundenbildern stehen teilweise bis ins 6. Semester - der ohnedies schon zu kurzen Ausbildung - an der Tagesordnung!!! --> Teil 2

ride my pimp
00
12.1.2012, 19:37
Kranke Welt

Und wer nimmt die "Masterprüfung" ab? Ein BEd, also ein Bachelor of Education, der seit Jahrzehnten an der PH unterrichtet, nachdem sein höchster Abschluss die Lehrerbildungsanstalt war, also die Matura und der den BEd ehrenhalber, qua Dienstzeit, verliehen bkeam?

Ist das dann der PH-Professor???

Claudia, mir graut vor dir!

mountaineer
12
16.12.2011, 14:14
"Augenhöhe"

Im Handwerk würde niemand auf die Idee kommen, dass ein Geselle eine Meisterprüfung abnehmen kann.

Schmied plant Selbiges für die PHs. Oh, "Augenhöhe", du viel missbrauchter Begriff!

Physikus75
11
16.12.2011, 15:43
Nicht mal das!

Schließlich sind an den PHs ja auch Ex-HS als "Prof" unterwegs...

sternsteinblitz
00
20.12.2011, 21:16

Meine damaligen Uni-Profs waren perfekt für uns Lehramtskandidaten geeignet. Ihre schulpraktische Erfahrung war umwerfend: genau 0!
Fachlich interessant war`s schon, Schule halt ein - ziemlich unglaubwürdiges - Nebenthema.
Heutzutage ist es schon besser geworden, aber nur eine Spur!
Die Unis haben schulbezogen durch die Bank großen Aufholbedarf! Unter der Hand - möglichst wenig öffentlich - holen sich die Unis Anleihen von den PHs, u.a. auch meine.

mountaineer
13
16.12.2011, 14:04
Von Augenhöhe und Träumen

Die Lehrerausbildung, Fortbildung und Weiterbildung sollte einzig und allein Sache der Unis sein.
Die PH wird immer mehr zu einer Versorgungsanstalt für im Schulbetrieb gescheiterte Lehrer, die sich dann an die PH zu retten, um dort Kurse abzuhalten, für die sie nicht qualifiziert sind.

Z. B. hat kürzlich eine Lehrerin für Englisch und Geografie an einer PH einen Kurs über rechtliche Belange gehalten und ist bezeichnenderweise bei den einfachsten Rückfragen "geschwommen".

An der Uni hätte den Kurs ein Jurist abgehalten.

Auf Augenhöhe kann die PH mit der Uni nicht sein, weil a) die Vortragenden im Allgemeinen schlechter sind, b) die Studierenden im Allgemeinen schlechter sind, c) die Lehrinhalte viel einfacher sind. Wird sich kaum ändern.

lehrer
11
19.12.2011, 11:53
unsinn

warum sollen PH studenten schlechter sein..? haben maturiert wie alle anderen studenten...vortragende sowohl an uni als auch an ph wie in allen berufen gut oder schlecht oder mittelmäßig..

Der Chronist
10
16.12.2011, 11:49

Wie ich schon seit Monaten sage:

Die SPÖ hat die Universitäten an die ÖVP abgetreten und hat kein Interesse mehr an deren Zustand. Denn: Man züchtet sich die roten Akademiker künftig woanders:

http://derstandard.at/132322294... 2-anbieten

Die Rechnung ist einfach: Schwarzer Akademiker = Uni-Absolvent, roter Akademiker = PH-Absolvent. Es ist ein Rückzugsgefecht der Roten, die das über die Bühne bringen müssen, bevor sie 2013 ins politische Aus geschickt werden.

sternsteinblitz
12
14.12.2011, 22:43

Viele der Poster/-innen hier in diesem thread lügen sich in den eigenen Sack ob der besseren Qualität universitärer Lehrerbildung.

ride my pimp
00
12.1.2012, 19:39

ich kenne beides: kein Vergleich.

PH=Kindergarten
Uni=Hauptschule

In etwa so groß ist der fachliche Unterschied

lehrer
02
15.12.2011, 22:10
beide institutionen vor-und nachteile

da ich beide institutionen besucht habe..abschluss lehramt uni als auch frühere pädak kann ich feststellen, dass an den ehemaligen päd akademien/PH die persönlichkeitsbildung, fachdidaktik, methodik um einges besser war als an den unis (abschluss 1990)..an den unis wurde zawr sehe viel wert auf fachausbildung gelegt, aber leider zum großteil vollkommen abgehoben von lehrplänen und den zu unterrichtenden fachgebieten..!

mountaineer
21
16.12.2011, 14:08
Fachliche Ausbildung an den PHs zu dürftig. Unis haben in der Pädagogik und Fachdidaktik aufgeholt.

Wir schreiben das Jahr 2011. Ich kenne auch beides und muss sagen: An den Unis hat sich sehr viel getan.

Außerdem ist die Fachausbildung wichtiger denn je. Rechtschreibschwache Deutschlehrer braucht das Land auch in Zeiten der Word-Rechtschreibprüfung nicht, denn Word kann nicht rechtschreiben, nur der Mensch.
Das wird sich so schnell nicht ändern.

Beispiel: "der Gefangene floh" versus "der gefangene Floh".

sternsteinblitz
10
20.12.2011, 21:52

Lieber Bergler!

Die Rechtschreibkompetenz als Beispiel für Fachlichkeit und Argument für ausschließlich universitäre Ausbildung heranzuziehen, spricht Bände! Aber leider nicht in der von Ihnen gewünschten Richtung.

sternsteinblitz
00
16.12.2011, 12:27

Trotz der 21 Jahre, die inzwischen ins Land gegangen sind, kann ich das für die aktuelle Situation bestätigen. Wobei man sich schon annähert: die PHs holen forschungsmethodisch auf, die Unis fachdidaktisch.

mountaineer
01
16.12.2011, 14:09

Das mit dem Aufholen der PHs in fachlichen Belangen muss ich zurückweisen.

sternsteinblitz
00
16.12.2011, 14:18

"die PHs holen forschungsmethodisch auf, die Unis fachdidaktisch."

Was wird das wohl wirklich bedeuten?

sternsteinblitz
00
15.12.2011, 14:08

Wenn Sie die Postings genau lesen, gehen Argumente auch bei den Uni-Fans ab. Und die haben zuerst geschrieben, warum also einseitig nur bei mir einfordern?

Genau vergleichen können Sie nur SEK1:
Hier reicht die Fachausbildung der PHs i.A. (ausg. für die wenigen Hochbegabten) aus.
Die notwendige unterrichtsmethodische, soziale und personale Schulung ist Kernbestandteil der PH-Curricula, zeigen Sie mir diese bitte in den UNI-Studienplänen (als ob die AHS-Schüler/-innen diese nicht benötigen würden!).

Die FW an der Uni reicht für die OS, und selbst dort ist die didaktisch-methodische Umsetzung seit Jahrzehnten ein Stiefkind. Wobei es zugegebenermaßen Bemühungen gibt, diese zu verbessern! Vielleicht hat es erst den PH-Druck dazu benötigt?

lehrer
00
19.12.2011, 11:55
keine ahnung

welcher ahs lehrer weiß schon etwas von (hoch) begabten..viele glauben, wenn sie schüler mit "stoff" überfrachtet werden ist das förderung von hochbegabung..

sternsteinblitz
00
27.12.2011, 22:36

Leider haben Sie Recht.

Tethys
02
15.12.2011, 14:26

Da ich annehme, dass Sie auf mein Posting geantwortet haben:

"Die notwendige unterrichtsmethodische, soziale und personale Schulung ist Kernbestandteil der PH-Curricula, zeigen Sie mir diese bitte in den UNI-Studienplänen"

Die pädagogischen Konzepte, die an den PHs unterrichtet werden, sind veraltet und fern jeder Realität. Sowohl was den Umgang mit Schülern betrifft, als auch, was die Schüler für ihr Arbeitsleben brauchen.

Des weiteren: wieviele Pflichtschullehrer stöhnen, weil sie Fächer unterrichten müssen, die sie nicht gelernt haben (z.B. Physik 4. Klasse) - da reicht das Maturawissen eben NICHT aus.

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