Derzeit 130.000 Soldaten stationiert - US-Verteidigungsminister Panetta soll in Afghanistan Karzai treffen
Mons - Nach dem Abzug der Kampftruppen aus Afghanistan bis Ende 2014 rechnet die NATO noch mit etwa 15.000 im Land bleibenden Soldaten unter NATO-Befehl. Dies sagte der Stabschef im militärischen Hauptquartier der NATO, der deutsche General Manfred Lange, am Dienstag in Mons (Belgien). Er sei „außerordentlich zuversichtlich", dass die Kampftruppen wie geplant bis Ende 2014 abgezogen werden können. Derzeit sind in Afghanistan 130.000 Soldaten in der NATO-geführten Schutztruppe ISAF eingesetzt.
"Es wird, das wollen wir erreichen, keine Kampfhandlungen mehr gegen die Taliban geben", sagte der General vor Journalisten. Auch nach dem Truppenabzug seien aber Soldaten nötig: Diese sollten für Ausbildung und technische Unterstützung, möglicherweise auch für medizinische Hilfe, eingesetzt werden. Auch brauche man Soldaten, um „das, was wir dort belassen", zu schützen.
Lange sagte, derzeit würden bei der NATO „erste Überlegungen" hinsichtlich der künftigen Truppenpräsenz in Afghanistan angestellt. „Ich würde sagen, 15.000 wäre so eine Zahl plus/minus, die ich mir vorstellen könnte." Dies hänge jedoch auch davon ab, ob die Armee und Polizei Afghanistans weiterhin vom Westen unterstützt würden.
Am Abend ist zudem US-Verteidigungsminister Leon Panetta zu einem Überraschungsbesuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Panetta sei am
Dienstag in Kabul gelandet, sagte ISAF-Sprecher Brian Badura. Aus der
amerikanischen Botschaft in Kabul hieß es, der Politiker werde drei
Tage bleiben.
Geplant sei ein Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid
Karzai, hieß es aus dessen Büro. Außerdem werde Panetta mit
hochrangigen Militärs der NATO-geführten internationalen Schutztruppe
ISAF zusammenkommen und ihre Stützpunkte besuchen, teilte das
US-Militär mit. Es ist Panettas zweiter Besuch in Afghanistan seit
seinem Amtsantritt im Juli. (APA)