Erstrn "Internationaler Gipfel zum Lehrerberuf" - "Das System wird immer gewinnen" - Einbindung von Lehrern in Reformen "essenziell"
Wien Das Bildungssystem eines Landes kann nicht besser sein als seine Lehrer. Bessere Lehrer alleine können aber noch kein besseres Bildungssystem machen, denn: "Wenn hochqualifizierte Lehreranwärter in eine unveränderte Schulumgebung kommen, wird das System immer gewinnen." Das ist das Resümee von Politikern, Gewerkschaften und anderen Lehrervertretern, die sich im März beim ersten "Internationalen Gipfel zum Lehrerberuf" über die Anforderungen an Lehrer im 21. Jahrhundert ausgetauscht haben. Ein Bericht von der Veranstaltung wurde am Dienstag von der OECD veröffentlicht.
"Kann nicht über Nacht gelingen"
Reformen der Lehrerauswahl und -ausbildung sind in jenen Ländern nötig, in denen Lehrer nur geringes Ansehen genießen und Schulbildung zu wenig Priorität hat, heißt es in der vom PISA-Studienkoordinator Andreas Schleicher verantworteten Publikation. Aber: "Eine dramatische Verbesserung von Qualität und Prestige der Lehrerschaft eines Landes ist alles andere als einfach und kann nicht über Nacht gelingen", so die Experten beim von US-Bildungsministerium, OECD und dem weltweiten Lehrerverband "Education International" ausgerichteten Gipfel.
Gute Lehrer wollen viel Verantwortung
Erfolgreiche Länder hätten gezeigt, dass sich die besten Akademiker für den Lehrerberuf entscheiden, wenn ihnen ein hohes Maß an Verantwortung zugestanden wird und sie gut bezahlt werden. Bei einer Reform müsse die Anwerbung von Lehrern ebenso berücksichtigt werden wie Arbeitsbedingungen, Karrieremöglichkeiten, Veränderungen im Bildungswesen und das Verhältnis zwischen Lehrern und Gewerkschaften.
Dabei reicht es nicht, sich auf angehende Lehrer zu konzentrieren. Die Lehrerschaft müsse auch "von innen" verändert werden, denn: "Hochqualifizierte Akademiker werden kaum vom Unterrichten angetan sein, wenn die vorhandene Lehrerschaft geringe Fähigkeiten hat und nicht auf deren Professionalität vertraut wird."
Lehrer spielen bei Bildungsreformen eine zentrale Rolle - und zwar nicht nur beim Umsetzen von vorgegebenen Plänen. Es sei "essenziell", dass Lehrer in einem konstruktiven politischen Prozess die Hauptziele der Reform mit Politik und Verwaltung teilen, heißt es in der OECD-Publikation. "Auf der ganzen Welt hat sich gezeigt, dass gemeinschaftliche Modelle von Bildungsreformen höchst effektiv sein können." (APA)