Forscher entdecken Auslöser-Protein von Hautkrebs

13. Dezember 2011, 15:04
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Activin lässt normalerweise Wunden rascher heilen, im Übermaß vorhanden, fördert es allerdings die Entstehung von Krebs

Zürich - Wissenschafter der ETH Zürich haben ein Eiweiß unter die Lupe genommen, das eigentlich Wunden rascher heilen lässt. Ist das Protein Activin allerdings im Übermaß vorhanden, fördert es die Entwicklung von Hautkrebs.

"Der Krebs benutzt dieselben Mechanismen, die auch eine Wunde zum Heilen braucht", erklärt wird Sabine Werner, Professorin für Zellbiologie an der ETH Zürich, im Onlinemagazin "ETH Life". Der Krebs unterwerfe sich diese Mechanismen und schalte sie nicht mehr aus. So kann Gewebe unkontrolliert wachsen - ein Tumor entsteht.

Werner und ihre Forschungsgruppe zeigen nun in einer im Fachmagazin "Nature Communications" erschienenen Studie den Zusammenhang zwischen Wundheilung und Hautkrebs auf. Sie untersuchten das Eiweiß Activin, von dem bereits bekannt war, dass es die Wundheilung beschleunigt.

Die Forscher veränderten Labormäuse gentechnisch so, dass die Activin-Produktion in ihren Hautzellen ständig angekurbelt war. Dann behandelten die Wissenschafter diese Mäuse und solche, die nicht gentechnisch verändert waren, mit Chemikalien, die Hautkrebs auslösen können.

Es zeigte sich, dass die Mäuse mit viel Activin deutlich häufiger Tumore entwickelten, und dass diese schneller und bösartiger wucherten. Die Forscher konnten auch aufzeigen, welche Zellen das Eiweiß umprogrammiert, auf welchem Weg der Tumor überhaupt entstehen kann.

Mehr Activin in Zellen von Plattenepitheltumoren

Als nächstes bestimmten die Wissenschafter den Activin-Pegel in menschlichem Krebsgewebe. Das Resultat war dasselbe wie im Mausmodell: Auch in den Gewebeproben war die Konzentration von Activin erhöht, insbesondere in den sogenannten bösartigen Plattenepitheltumoren, einem häufigen Hautkrebstyp.

Werner und ihre Kollegen wollen nun untersuchen, ob sich die Krebsgefahr bannen lässt, indem Activin mit einem Hemmstoff blockiert wird. Das könnte zwar die Wundheilung beeinträchtigen. Doch laut Werner tun dies viele bestehende Krebstherapien auch. (APA, red)

  • Bei herkömmlichen Mäusen entwickeln sich 20 Wochen nach Auslösung der Karzinogenese kleinere Tumore als bei Mäusen mit Activin-Überproduktion (rechts).
    foto: maria antsiferova/eth zürich

    Bei herkömmlichen Mäusen entwickeln sich 20 Wochen nach Auslösung der Karzinogenese kleinere Tumore als bei Mäusen mit Activin-Überproduktion (rechts).

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