2012

Opec schraubt Prognose für Ölbedarf zurück

13. Dezember 2011, 17:39

Wien/Paris - Der düstere Konjunkturausblick und die europäische Schuldenkrise drosseln die Ölnachfrage. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec), die sich am Mittwoch zu einer Konferenz in Wien trifft, hat in ihrem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht ihre Prognose zum wiederholten Male zurückgenommen.

"Die geplanten Sparmaßnahmen in der Euro-Zone und in anderen OECD-Ländern, die Abschwächung in Schwellenländern - vor allem in China und Indien- und die weiterhin schwache US-Konjunktur sind Faktoren, die aufmerksam auf Abwärtsrisiken geprüft werden müssen", teilte das Ölkartell mit. Die Opec rechnet für 2012 nur noch mit einem Anstieg der täglichen weltweiten Ölnachfrage um 1,1 Millionen Fass (159 Liter). Im Vormonat hatte sie das Wachstum noch auf rund 1,2 Mio. Barrel geschätzt.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris hat erneut ihre Vorhersage für die weltweite Ölnachfrage zurückgenommen. Die Agentur kalkuliere nur noch mit einer globalen Nachfrage nach Opec-Öl von 30,2 Millionen Barrel pro Tag. Das ist eine Rücknahme um täglich 300.000 Fass verglichen mit dem vorherigen Bericht. Die zwölf Mitglieder umfassende Opec produziert täglich 30,68 Mio. Fass.

Strengere Sanktionen

Nach Berechnungen der IEA könnten strengere Sanktionen die iranische Öl-Förderung um fast ein Viertel einbrechen lassen. Bis 2016 würden demnach weitere internationale Strafmaßnahmen die Produktion um 890.000 Barrel pro Tag auf unter drei Millionen Tagesfass drücken. Zwar könnte ein breiteres Embargo zu höheren Rohöl-Preisen führen. Allerdings würden damit möglicherweise auch die iranischen Einkünfte aus dem Öl-Geschäft stärker begrenzt.

Der Westen diskutiert im Atomstreit mit dem Iran eine Erweiterung bestehender US- und EU-Sanktionen. So sollen Schlupflöcher beim Export von Ausrüstung oder Ingenieursdienstleistungen geschlossen werden. Dem Iran wird vorgeworfen, nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Der Ölpreis ist am Dienstag leicht gestiegen. Die Nordseesorte Brent, Preisführer in Europa, und US-Leichtöl verteuerten sich um 0,8 und 0,6 Prozent auf 108,04 beziehungsweise 98,32 Dollar je Fass. Seit Monatsbeginn haben das US-Öl der Sorte WTI und Brent sich jeweils um gut zwei Prozent verbilligt.

Im Vorfeld der Opec-Konferenz wurden keine tiefgreifenden Entscheidungen des Ölkartells erwartet. Weder eine Kürzung noch eine Ausweitung der Förderung sei derzeit im Gespräch, hieß es in Expertenkreisen. Die wesentlichen Player seien mit dem augenblicklichen Preisniveau zufrieden. Ein Großteil der Opec-Länder sei auf die Einnahmen angewiesen, um Sozialprogramme zu finanzieren und Unruhen vorzubeugen. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 14.12.2011)

mike sierra
00
13.12.2011, 15:38

Das ist ja noch immer eine Steigerung für 2012.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.