Eine halbe Stunde kicken, drei Stunden Licht

16. Dezember 2011, 10:45
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Zwei Harvard-Studentinnen haben einen Fußball entwickelt, der während des Spielens kinetische Energie speichert und danach als Stromquelle dient

Zu Fußballern und Leuchten gibt es genug polemische Assoziationen und Vorurteile. Viel interessanter ist dagegen ein Fußball, der selbst eine Leuchte ist. Entwickelt wurde der Soccket genannte Ball von den Harvard-Absolventinnen Julia Silverman und Jessica Matthews. Der Fußball speichert während des Spiels die Bewegungsenergie und gibt sie danach wieder ab - etwa um LED-Leuchten zu betreiben. Nur 30 Minuten kicken reicht dabei laut Website für drei Stunden Licht.

Saubere, tragbare Energie

Die Idee für den Soccket entstand laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vor drei Jahren während eines Seminars an der amerikanischen Elite-Universität. Ein auf der ganzen Welt beliebter Zeitvertreib sollte dazu benutzt werden, wirklich umweltfreundliche Energie herzustellen, um Strom für Mini-Kühlschränke, mobile Wasseraufbereitungsanlagen oder eben Lampen dort zur Verfügung zu stellen, wo es sonst oft gar keine Elektrizität gibt.

Der Clou: Im Fußball ist ein Mini-Generator untergebracht, der durch Bewegung aufgeladen wird. Wenn der Ball rollt, bewegen sich in seinem Inneren kleine Spulen, die kinetische Energie wird in einem Akku gespeichert und kann danach über einen Anschluss mit diversen Endgeräten verbunden werden. Laut den Entwicklerinnen leben weltweit 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom, die alle vom Soccket profitieren könnten. Außerdem sollen die Bälle zusammen mit LED-Lampen verteilt werden und so gesundheitsschädliche Kerosinlampen ersetzen.

Der Ball als Spende

Nach anfänglichen Zweifeln über die Umsetzbarkeit und etlichen Prototypen ist die Idee heute patentiert und der Soccket wird industriell hergestellt. Für den Einzelverkauf ist das runde Batterie-Leder noch nicht vorgesehen. Über die Website soccket.com kann man einen Ball inklusive Lampe aber um 75 Dollar einem bedürftigen Kind spenden. Unterstützt wird das Projekt inzwischen auch vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und anderen Prominenten, wie den Fußballern Philipp Lahm (FC Bayern) und Sergio Ramos (Real Madrid). (mxd, derStandard.at, 13. 12. 2011)

  •  Kinder zeigen voller Stolz den Soccket im Lavender Hill Township in Kapstadt, Südafrika.
    foto: soccket.com

    Kinder zeigen voller Stolz den Soccket im Lavender Hill Township in Kapstadt, Südafrika.

  • Auch in Nigeria wird nach dem Fußballspielen der entstandene Strom genutzt.
    foto: soccket.com

    Auch in Nigeria wird nach dem Fußballspielen der entstandene Strom genutzt.

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